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Die Zukunft des Fliegerhorstes , hier ein Foto der Offizierschule, stand im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung der CSU.

Zukunftsforum der CSU

Ideen für die Umwandlung von Fursty

Beim Zukunftsforum Fliegerhorst der CSU lud Architekt Johannes Ernst zum Träumen ein. Er stellte geglückte Konversionen andernorts vor und folgerte, was es für ein lebendiges Stadtviertel braucht: Vielfalt in allen Bereichen, alte Gebäude als Traditionskern und ein gelassener Umgang mit Unfertigem.

Fürstenfeldbruck – Er kenne sich beim Fliegerhorst eigentlich nicht besonders aus, verriet Architekt Ernst zu Beginn. Seine Unwissenheit wurde ihm aber nicht negativ ausgelegt. Im Gegenteil. Die rund 35 Anwesenden lobten seinen Impulsvortrag. Am liebsten hätten die Besucher den Architekten wohl gleich als Planer für Fursty engagiert.

Ernst stellte aus seinem eigenen Werdegang Beispiele für Konversionen vor. Besonders ausführlich sprach er über das Werksviertel Mitte am Münchner Ostbahnhof, wo ein komplett neues Stadtviertel entsteht. Ausführlich sprach Ernst über die Zutaten, die seiner Meinung nach eine geglückte Konversion ausmachen, sodass ein lebendiger Ort entstehe. Vor allem das Ausschöpfen bereits bestehender Potenziale machte Ernst als wichtig aus – sprich, die Weiternutzung bestehender Gebäude.

Am Fliegerhorst gibt es eine Menge Bauten, die stehen bleiben müssen, weil sie geschützt sind. Das solle man aber nicht als Einschränkung begreifen, sagte der Architekt: „Wenn es ein Konzept mit positiver Energie gibt, dann gehen mit dem Denkmalschutz die tollsten Sachen.“

Ein Rezept für einen lebendigen Stadtteil ist für Ernst die Vielfalt. In immer neuen Nuancen betonte der Planer, wie sehr dies beim Werksviertel Mitte umgesetzt werde. Eine breite Ansiedlung von zahlreichem unterschiedlichem Gewerbe, von großen Unternehmen über Künstlerateliers hin zu bereits vorhandenen Firmen schaffe Leben. Handel, Gastronomie und Unterhaltung gehörten ebenso in ein gescheites Stadtviertel, sonst sei dieses zu einförmig.

Um all das umzusetzen, solle man sich in der „Phase 0“, in der sich der Fliegerhorst derzeit befindet, ruhig Zeit lassen und gründlich und vielstimmig nachdenken. Sein abschließender Ratschlag: Den Übergang müsse man bewusst kultivieren, unfertige und noch schäbige Ecken neben bereits sanierten Gegenden zulassen. Keinesfalls könne man ein ganzes Stadtviertel fertig bauen und dann eröffnen.

Ein Gedanke, den auch Maisachs Bürgermeister Hans Seidl (CSU) aufnahm. „Dieses Gelände kann man nicht auf einmal auf dem Reißbrett entwickeln“, sagte er. Ab 2023 werde man Teile des Fliegerhorsts freigeben, schon einmal in Betrieb nehmen und beobachten, was sich entwickelt. Kein Masterplan, kein großer Wurf, hieße das übersetzt. Eine solche langsame Konversion müsse auch erst im Bewusstsein aller Beteiligten ankommen.

Die Frage der Eigentumsverhältnisse warf ein Zuhörer auf. Man dürfe nur keinen Großinvestor mit einförmiger Planung an das Gelände lassen, solle deswegen nicht lieber die Bundesbehörde Bima Eigentümer bleiben? Konversionsmanager Serge Schimpfle von der Stadtverwaltung hielt davon nicht viel: „Die Bima will nur Geld sehen und hat keine Vision für den Städtebau.“

Fragen nach der Verkehrsanbindung wurden von mehreren Bürgern gestellt: Eine Trambahn zwischen Fliegerhorst und S-Bahnhof Maisach oder von der Buchenau zum Fliegerhorst wurden vorgeschlagen. Solche Visionen seien jetzt noch nicht beantwortbar, sagte OB Erich Raff (CSU): „Wenn wir noch nicht einmal die Personenanzahl wissen, können wir keine Schienen legen.“ (fd)

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