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Fürstenfeldbruck

Im Stadtgebiet: Raum für Obdachlose wird knapp

Die Wohnungsnot im Raum München verschärft sich seit Jahren zusehends. Das zeigt sich auch an der stetig wachsenden Anzahl an Obdachlosen, welche die Stadt unterbringen muss.

Fürstenfeldbruck – Zum Jahresende 2016 waren zum Beispiel 114 Personen in unterschiedlichen Einrichtungen einquartiert – diese Zahl ist seit 2011, damals waren es 27, jedes Jahr weiter angestiegen. Die Gründe dafür: Höhere Mieten, weniger Sozialwohnungen, ein konstant hoher Zuzug in den Ballungsraum München und der Zustrom an Flüchtlingen.

Früher konnte die Stadt zum Beispiel im Vorfeld auch die Bürger, die in Gefahr waren, ihren Wohraum zu verlieren, vor der Obachlosigkeit bewahren. Die Zahl des „gefährdeten Wohnraums“ wird mittlerweile schon gar nicht mehr erfasst. Um der neuen Lage Rechnung zu tragen, wurde die Satzung zur Benutzung der Obdachlosenunterkünfte im zuständigen Ausschuss neu aufgesetzt. Heute Abend entscheidet der Stadtrat final über das Thema.

Um die wohnungslosen Bürger unterzubringen, reichen die städtischen Unterkünfte nicht aus. Deswegen mietet die Verwaltung Objekte auf dem freien Markt an. Die Untergebrachten müssen dafür zahlen. Dieser Betrag wurde nun auf 25 Euro pro Tag erhöht. Der Anstieg ist auch eine Folge der steigenden Mieten.

In der Realität sieht die Praxis dann so aus, dass die Sozialhilfeträger diese Beträge übernehmen und direkt an die Stadt überweisen, erklärte Doreen Höltl. Sie ist im Rathaus für die Obdachlosen-Unterbringung zuständig. 25 Euro sind der maximale Betrag, den das Sozialamt übernimmt.

Bei den eigenen Wohnungen der Stadt werden die Betriebskosten auf die Bewohner umgelegt – so dass es hierbei keine festen Beträge gibt. Höltl, die von den Stadträten im zuständigen Ausschuss viel Lob für ihre Arbeit bekam, betonte, dass Obdachlosenunterbringung eine vorübergehende Maßnahme ist. Auch das wird nun in der neuen Satzung festgehalten, ebenso die Mitwirkungspflicht der Betroffenen, um wieder eine eigene Wohnnung zu finden.

Die Stadt stellt maximal für ein Vierteljahr Wohnraum zur Verfügung. Ein gewisser Druck und die Forderung nach privatem Engagement gehöre bei diesem Thema mit dazu, sagte Höltl.

Großzügige Regelungen zur Unterbringungs-Dauer seien allein wegen der angespannten Lage am Wohnungsmarkt kaum mehr möglich, sagte sie. „Wir kämpfen um jeden Platz.“ So muss die Stadt bei Engpässen auch in umliegenden Gemeinden anmieten, obwohl eine Kommune Obdachlose eigentlich in ihrem eigenen Gebiet unterbringen muss. (fd)

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