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Semester startet

Im Winter drücken Jungbauern die Schulbank

Fürstenfeldbruck – „D‘ Winterschui fangt o“ hieß es unlängst für die jungen Landwirte aus dem Landkreis. Denn das Wintersemester der Landwirtschaftsschule in Puch hat begonnen. In insgesamt 20 Unterrichtswochen wird den Schülern auf dem Weg zum Meisterbrief allerhand beigebracht. Fächer wie Steuern- und Sozialrecht, Rechts- und Betriebslehre sowie Unternehmensführung gehören genauso dazu wie die Vermittlung von tiergerechter Verfahrenstechnik.

Insgesamt dauert die Ausbildung drei Semester. Zwei davon sind im Winter, das Sommersemester verbringen die Schüler im Betrieb oder auf dem eigenen Hof. Dort übernehmen sie auch die Organisation und Verwaltung – was im Sommer gemacht wurde, wird später in der Schule besprochen.

„Die Schüler kennen die Finanzen des Familienbetriebs dann oft besser als die Eltern“, sagt Marianne Heidner, die den Landwirtschaftszweig am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten leitet. „Die Schüler lernen hier vor allem, wie man einen Betrieb führt. Dazu gehört auch Personalführung.“

Philipp Fruth (22) aus Germering besucht die Landwirtschaftsschule derzeit im ersten Semester. Er arbeitet auf dem elterlichen Hof. „Wir haben einen Milchviehbetrieb mit 40 Kühen. Nebenher betreibt meine Familie Ackerbau. Wir produzieren also unser eigenes Tierfutter.“

Besonders interessant findet der Jungbauer den wirtschaftlichen Aspekt der Ausbildung. „Aber auch Mitarbeiterführung, Rhetorik und geschickte Gesprächsführung gehören zum Leben eines Landwirts.“

Benedikt Schlammerl (26) steht schon kurz vor seinem Abschluss. Der Maisacher, der zunächst eine Ausbildung zum Industriemechaniker abgeschlossen hat, arbeitet genau wie seine Mitschüler im familieneigenen Betrieb. 80 Mastfärsen, eine Backstube und einen Hofladen wird er eines Tages übernehmen. „Zu uns kommen die Leute aus dem Ort zum Einkaufen, aber wir haben auch Stände auf Märkten in München und Maisach. Außerdem einen Backservice, denn meine Mutter backt Brot und Kuchen.“ Besonders interessant findet er die Betriebslehre. „Landwirt sein ist nicht immer nur romantisch. Man muss schon viel Zeit im Büro verbringen und Zahlen wälzen, das gehört eben auch dazu.“

Bald schreibt Schlammerl Abschlussarbeit. Die Aufgabe der Schüler ist es, den Ist-Zustand eines Betriebes zu analysieren und zu berechnen, was künftig getan werden muss, damit bestimmte Ziele erreicht werden. „Würden wir zum Beispiel einen zweiten Hofladen eröffnen wollen, würden dann die Einnahmen die laufenden Kosten decken? Wir müssen dabei alle nötigen Faktoren wie Mitarbeiter, Baukosten, aber auch Banales wie Strom und Wasser bedenken“, erklärt Schlammerl.

Der Landwirt und seine Mitschüler sind am Ende ihrer Ausbildung sogenannte „Staatlich geprüfte Wirtschaftler für Landbau“. Damit haben sie auch den ersten Teil der Meisterprüfung bestanden. Damit sie sich Landwirtschaftsmeister nennen können, müssen sie im Anschluss noch eine weitere Prüfung ablegen. (mg)

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