Bei der Arbeit: Auch im Landkreis gibt es immer mehr weibliche Imker. symbolfoto: Panthermedia/DarioSz

Verein verjüngt sich

Imkern ist Trend – auch bei Frauen

Fürstenfeldbruck – Die Bienen im Landkreis haben es nicht leicht. Monokultur und Varroa-Milbe setzen den Tieren zu. Zum Glück gibt es aber immer mehr Imker – auch viele Frauen packt die Leidenschaft.

Trotz aller Frustration wegen des Bienensterbens haben die Imker momentan einen Lichtblick: den großen Zulauf. Bei den Brucker Bienenzüchtern steigen nicht nur kontinuierlich die Mitgliederzahlen, der Verein verjüngt sich und auch der Frauenanteil nimmt zu. Auch Iris Mellentin ist Imkerin. Sie sagt: „Die Konsumenten müssen regionalen Honig kaufen.“ Denn nur regional erzeugter Honig fördere den Imker, der mit der Bienenzucht dafür sorge, dass der eigene Apfelbaum vor dem Haus dank Bestäubung auch Früchte trägt. „Von diesem Kreislauf profitieren alle“, so Iris Mellentin.

Als Frau ist sie unter den Imkern längst nicht mehr alleine. Insgesamt hat der Verein 170 Mitglieder (2015: 97), davon sind 38 Frauen. Und auch Nachwuchs locken die Bienenfreunde an. Beispielsweise durch den Lehrbienenstand in Puch und das Imkern auf Probe, bei dem ein Aspirant seine Honigbeute zunächst bei einem erfahrenen Kollegen stehen hat. „Heuer will ich drei eigene Völker bei mir im Garten aufstellen“, sagt beispielsweise Albert Ludwig, IT-Systemplaner aus Aich. Er hat seinem Paten und Berufsimker Christian Engelschall im vergangenen Jahr über die Schulter geschaut.

Ein enormes Interesse an der Imkerei verzeichnet auch der Verein St. Ottilien. „Die Mitgliederzahlen haben sich in den letzten Jahren fast verdoppelt“, sagt Martin Wieser, der Kurse am Lehrbienenstand von St. Ottilien für Imker-Anfänger gibt. Auch ihm fällt auf, dass sich in letzter Zeit verstärkt Frauen für die fliegenden Honigsammler interessieren. „Vielleicht weil Mütter neben oder nach der Kindererziehung eher Zeit haben“, vermutet Wieser, der auch vom Landesverband beauftragter Fachwart für Imkerei ist.

Und die Bienen brauchen ihre Imker. In diesem Jahr hat es der Winter den Völkern nicht leicht gemacht. Eine Folge der recht warmen Temperaturen ist, dass die Bienen weiterhin brüten. Und das macht die Bekämpfung der gefürchteten Varroa-Milbe schwer. „Die Milbe saugt die Biene aus wie eine Zecke und schwächt sie bis zu ihrem Tod“, erklärt Alexander Stölzle, der selbst Bienen hat. Wobei das Größenverhältnis Milbe-Biene in etwa so ist wie das von einer Katze zum Menschen.

„Auch das recht kalte und nasse Frühjahr hat den Insekten zugesetzt“, sagt Walter Dürl, Vorsitzender des Imkereivereins. Deshalb gab es heuer trotz der sehr guten Anzahl von 1150 Bienenvölkern (2010 waren es noch nur etwa 650) fast keinen Frühjahrshonig. (mjk)

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