Am Fliegerhorst befindet sich das Ankerzentrum
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Am Fliegerhorst befindet sich das Ankerzentrum

Fürstenfeldbruck

Immer mehr Asylbewerber aus der Türkei im Ankerzentrum

  • Thomas Steinhardt
    VonThomas Steinhardt
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  • Ingrid Zeilinger
    Ingrid Zeilinger
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Im Ankerzentrum am Brucker Fliegerhorst sind zunehmend Asylbewerber aus der Türkei untergebracht. Das bringt auch Probleme mit sich.

Fürstenfeldbruck – Insgesamt leben in der großen Unterkunft laut Regierung von Oberbayern derzeit 500 Personen aus 34 verschiedenen Ländern. Damit ist etwa die Hälfte der Plätze belegt. Rund 50 der Bewohner stammen aus der Türkei. Türkische Staatsangehörige bilden damit aktuell die zweitgrößte Bewohnergruppe (nach afghanischen Staatsangehörigen mit einem Anteil von rund 38 Prozent). Auch in den anderen oberbayerischen Unterkunftsdependancen seien türkische Staatsangehörige untergebracht, berichtet die Regierung.

In der Sozialverwaltung des Landratsamts spricht man von einer „erheblichen Zunahme türkischer Asylantragsteller“. Deren Asylgesuchen werde in der Regel schnell stattgegeben – und damit müssten die Betroffenen das Ankerzentrum eigentlich verlassen. Weil Wohnraum aber knapp ist, verschärfe die schnelle Anerkennung vieler Flüchtlinge die Situation in den kleineren Unterkünften, heißt es im Sozialbericht aus dem Landratsamt. In diesen leben ohnehin schon viele Flüchtlinge mit Bleiberecht, die keine Wohnung finden. Die Geflüchteten würden oberbayernweit verteilt, berichtet das Landratsamt. Die Schnelle der Anerkennung liege auch an der relativ einfachen Recherchierbarkeit der Asylanträge. Wer sich negativ gegen das Regime äußere, müsse mit Restriktionen rechnen.

Im Brucker Stadtrat schilderte Integrationsreferent Willi Dräxler die Lage. Demnach hängen viele türkische Asylbewerber, geflüchtet vor der aktuellen Regierung in Ankara, im Ankerzentrum sogar fest, weil andere Unterkünfte überfüllt sind. Viele würden gerne in den Großraum Ingolstadt gehen, hat Dräxler erfahren. Ohne feste Arbeit dürften die Geflüchteten aber den Landkreis nicht verlassen. Mit der Regierung von Oberbayern gebe es ein Übereinkommen, dass die türkischen Flüchtlinge nicht rausgeworfen werden. Die Verständigung sei schwierig, da kaum jemand Deutsch oder Englisch spreche.

Dräxler berichtete auch von einer Impfaktion im Ankerzentrum. 45 Prozent der Flüchtlinge seien geimpft worden, was angesichts der Sprachbarriere und teils großer Skepsis eine gute Quote sei.  

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