Bei den Auftritten des Improvisationstheaters bleibt kein Auge trocken. foto: weber

Viscardi-Gymnasium

Improvisieren bis der Arzt kommt

Im Mai haben sie ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert – jetzt haben die Schauspieler des Improvisationstheaters des Viscardi-Gymnasiums ein weiteres Jubiläum zelebriert. Diesmal hieß es zehn Jahre Impro-Café – und wieder war das Publikum begeistert.

Fürstenfeldbruck – Geschäftiges Treiben in der Aula des Viscardi-Gymnasiums zehn Minuten vor Beginn der Jubiläums-Show: Der Beamer will nicht so, wie die Techniker gerne wollen, doch der Theaterleiter und hauptberuflich als Mathematik- und Physiklehrer arbeitende Claus Hilgers bleibt erst einmal gelassen. Die sechs Stars des Abends machen sich mit Aufwärmübungen hinter der Bühne warm. Die Gäste decken sich mit Getränken, Crêpes und Paninis ein. So weit so normal.

Doch an diesem Abend feiern die jungen Schauspieler des Improvisationstheaters „Impro Macchiato“ zehn Jahre Improcafé. Am 14. November 2007 fand das erste Kleinkunst-Café vor 61 Zuschauern statt. „Ein Jahr zuvor hatte sich die Improtheater-AG gegründet und wir suchten ein Format, bei dem die Schüler Bühnenerfahrung sammeln können“, erzählt Hilgers. Damit auch Zuschauer kommen, habe man diese schon von Anfang an mit Getränken und Essen angelockt. So sei das Improcafé entstanden, erklärt der ebenfalls improvisierende Hilgers, der seiner Leidenschaft am liebsten bei der Neuen Bühne Bruck nachgeht.

Erfahrener Kernaus 15 Schülern

Inzwischen ist die Veranstaltung zu einer Institution am Viscardi-Gymnasium geworden – bereits mehr als 5000 Gäste kamen zu den Auftritten. Etwa sechs Mal im Jahr zeigen die inzwischen fast 90 Schüler der Arbeitsgruppe, was die Kunst des Improvisierens ausmacht. „Man muss lernen, sein Gegenüber zu lesen und gut zu reagieren, dann kann man gut spielen. Wenn man versucht, gewollt witzig zu sein, geht es meist in die Hose“, erklärt Hilgers.

Die sechs Hauptdarsteller des Abends sind aus dem erfahrenen Kern von 15 Schülern ausgewählt worden, um das Publikum zu unterhalten, während sich der Rest um die Verpflegung kümmert. Das ist auch ein Prinzip des Improcafés. In Spielen zeigen nun Fabien Riedel, Lisa Strömsdörfer, Lea Frey, Gwenni Frey, Tim Gistl und Simone Heß, auf was es ankommt.

Vor den Spielen fragt Showleiter Hilgers häufig das Publikum, wo das nächste Stück spielen soll und welche Charaktere die Schauspieler darin verkörpern. So passiert es dann schon mal, dass ein Astronaut in ein Nagelstudio kommt, in dem zufälligerweise Leonardo DiCaprio arbeitet und in dem aus irgendeinem Grund eine Schneefräse steht. Kuriose Dialoge sind vorprogrammiert.

Belohnung fürdas Publikum

Es wäre kein richtiges Jubiläum, wenn nicht auch ehemalige Mitglieder dem Improabend einen Besuch abstatten würden. Vier Ehemalige, unter ihnen Gründungsmitglied Aline Pronnet, werden im zweiten Teil der Show gleich einmal getestet, um zu sehen, ob sie das Improvisieren nicht verlernt haben. Bei ihrem Auftritt wird das Publikum für seine Mitarbeit mit den obligatorischen Schoko-Bons belohnt. Mit tosendem Applaus und einer glanzvollen Zugabe geht dann nach rund zwei Stunden Improvisation vom Feinsten auch dieser Jubiläumsabend zu Ende. (tel)

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