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Freuen sich auf die Eröffnung ihres Milchhäusls auf dem eigenen Hof: Landwirt Johann Schmid und Sohn Andreas. 

Direktvermarktung ab Hof

In Aich gibt’s jetzt Milch zum Selberzapfen

Immer mehr Landwirte versuchen, sich ein weiteres Standbein innerhalb ihres Berufs aufzubauen und setzen dabei auf Direktvermarktung. In Aich können Kunden auf dem Hof der Familie Schmid deshalb jetzt rund um die Uhr frische Milch am Automaten zapfen.

Aich – Wochenlang haben Johann Schmid und sein Sohn Andreas an ihrem Milchhäusl gewerkelt. Jetzt ist der schmucke Verkaufsraum auf dem Hof fertig und an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr geöffnet. Jederzeit können sich die Kunden am Milchautomaten selbst bedienen. Für einen Euro gibt es auf Knopfdruck einen Liter frische Rohmilch von den Kühen aus dem angrenzenden Stall der Schmids. Daneben stehen weitere Automaten, bestückt mit Eiern aus Freilandhaltung und mit Käse.

„Wir bieten sieben Sorten halbfesten Rohmilchschnittkäse an, der aus der Milch unserer Kühe hergestellt ist“, sagt Andreas Schmid. Im Angebot des Milchhäusls finden sich aber auch Kartoffeln, Zwiebeln, Nudeln, Mehl und Honig. Diese Produkte aus dem Landkreis und der nahen Region bieten die Schmids im hinteren Teil des Ladens an, der täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet ist.

Auf der Technikerschule in Triesdorf kam Junglandwirt Andreas Schmid mit seinen Berufskollegen ins Gespräch. Und während seiner Ausbildung reifte die Idee für den Schritt in die Direktvermarktung. „Im Brucker Landkreis gibt es derzeit grade mal zwei Milchtankstellen, eine in Grafrath, eine weitere in Oberschweinbach. Unser Aicher Milchhäusl könnte also durchaus funktionieren“, sagt der 23-Jährige. Er und seine Eltern wollen den Menschen auch die Landwirtschaft wieder näher bringen. „Wir wollen mit den Verbrauchern ins Gespräch kommen. Die Kunden sind nicht nur eingeladen, in unserem Milchhäusl einzukaufen“, sagt Schmid. „Wer mag, darf sich gerne auch den Hof anschauen.“

Die Schmids betreiben ihre Milchwirtschaft noch mitten im Dorf, sie produzieren auch das Futter für ihre Tiere selbst. Die 50 Kühe, die die Milch für den Automaten und für den Käse liefern, können aus dem Stall heraus auf eine großzügige Weide laufen. Die ist umringt von Ein- und Mehrfamilienhäusern, die Nachbarn können vom Garten aus direkt auf die Weide schauen. Probleme oder Beschwerden gibt es hier in Aich deswegen keine, betont der Junglandwirt.

Die Aicher haben offenbar schon gespannt auf die Eröffnung des Milchhäusls in der Dorfstraße 3 gewartet. Der Maibaum steht gleich gegenüber vom Hof, und beim heurigen Maifest gab es schon viele neugierige Blicke in ihre Richtung und die wiederholte Frage, wann es denn endlich soweit sei. Die Schmids freuen sich nun, den Aichern ihren Laden an diesem Samstag erstmals zu präsentieren. Wer Milch selber zapfen will, kann ein eigenes Gefäß mitbringen, muss es aber nicht. Im Laden ist für zwei Euro eine passende Flasche zu bekommen. Nur etwas Kleingeld sollte man dabei haben. „Die Automaten nehmen keine Scheine an, sondern nur Münzen“, sagt Andreas Schmid.

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