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Mit nur wenigen gekonnten Pinselstrichen wird Nina in einen Schmetterling verwandelt.

Kinderschminken im Fasching

In drei Minuten zum Schmetterling

Das wohl Schönste am Fasching ist, dass man in eine andere Rolle schlüpfen kann. Oft braucht es nur ein paar farbige Striche im Gesicht, um sich komplett zu verwandeln. Und gut geschminkt, kann man vielleicht auf ein Kostüm verzichten.

Was wollt ihr werden? Susanne Droth zeigt den Kindern verschiedene Motive, die sich der Nachwuchs ins Gesicht malen lassen kann.

Fürstenfeldbruck – Pascal hält ganz still. Behutsam setzt Susanne Droth den Pinsel an und zeichnet mit schwarzer Farbe die Konturen einer Fledermaus auf sein Gesicht. Der Fünfjährige sagt kein Wort, jede Regung könnte das Kunstwerk im Entstehen gefährden. „Beim Schminken ist es wichtig, immer einen Finger am Gesicht des Kindes zu haben“, erklärt Susanne Droth von „Kreativ-erleben“, einer Fürstenfeldbrucker Agentur für Kinderanimation. „Das ist die größte Herausforderung: dass man den Pinsel nie so ansetzt, dass man nicht auch sofort wieder absetzen kann.“ Trotz des Gewusels um sie herum – schließlich wollen sich an diesem Nachmittag viele Kinder schminken lassen – arbeitet Droth konzentriert. Und schnell. Nach knapp drei Minuten trägt Pascal das Erkennungszeichen seines Idols Batman, eine schwarze Fledermaus, im Gesicht.

„Man muss sich auf die Kinder einlassen“, weiß Droth, die zusammen mit ihrer Schwester Birgit Tobisch-Haupt bei verschiedensten Veranstaltungen Kinder schminkt. „Wenn sich ein Junge aus unseren Vorlagen etwa einen Schmetterling heraussucht, dann intervenieren manche Eltern. Wir sagen dann aber: „Bei uns entscheiden die Kinder“. Es gebe ja auch Mädchen, die Piraten sein wollen.

„Das Wichtigste beim Kinderschminken ist, dass man sich traut.“

Pascal bewundert seine Fledermaus-Maske.

Ein bisschen kühl fühlt sich der feuchte Schminkpinsel an, den Droth vor jedem Farbwechsel in einen Wasserbecher taucht. Doch Pascal stört das nicht, er wurde schon oft geschminkt. Bereits als Vierjährigertanzte er bei den Minis der Heimatgilde Fürstenfeldbruck mit. Vergangenes Jahr war er ein Feuerwehrmann, heuer verwandelt er sich für die Shows in einen Troll. Wenn er es sich selbst aussuchen darf, ist er jedoch am liebsten Batman.

Dank ihrer langjährigen Übung vermalen sich die beiden Schwestern nur noch selten. „Das Wichtigste beim Kinderschminken ist eigentlich, dass man sich traut“, sagt Droth. „Eine Katze lässt sich zum Beispiel mit minimalem Aufwand ins Gesicht zaubern. Sobald die Nase schwarz ist, erkennt man sie sofort.“ Nicht jedem ist das Talent jedoch in die Wiege gelegt. Davon sollten sich Eltern aber nicht entmutigen lassen. Wer das Kinderschminken lernen möchte, muss schlichtweg üben.

Klar machen Schmink-Trends auch vor Kinderzimmern nicht Halt: Bis vor Kurzem wollten alle Pokémons sein, auch Prinzessin Elsa aus dem Disney-Film „Die Eiskönigin“ stand lange hoch im Kurs. Und Minions, ebenfalls Trickfilmfiguren, waren vergangenen Sommer sehr beliebt. Droth: „Beim Zeugnisfest haben wir fast nur Minions geschminkt.“ Pascal hat seinen Lieblings-Comic-Helden längst gefunden. Stolz schaut er sich noch ein letztes Mal im Spiegel an, bevor er wie eine Fledermaus zum Training seiner Tanzgarde abschwirrt.

Zauberhafte Verwandlung: Tipps und Tricks zum Kinderschminken

Zeitlos beliebte Schminkmasken sind bei Kindern Schmetterling, Tiger, Pirat, Fledermaus, Prinzessinenkrone und Einhorn. Damit die Masken gut gelingen, gibt es ein paar praktische Tipps und Tricks. Worauf Sie beim Kinderschminken achten sollten:

  • Haarreif verwenden: Damit die Haare nicht in der frischen Farbe kleben bleiben. 
  • Augenpartie aussparen: Schminkmasken für Kinder sollten nicht zu nah an den Augen ansetzen. So ist sichergestellt, dass keine Farbe in die Augen läuft. 
  • Üben: Lernen kann man alles und Übung macht den Meister. Kleine Elemente, wie etwa bunte Blümchen, sehen auch auf dem Handrücken gut aus. 
  • Mit dem Finger „abstützen“: Kinder bewegen sich gelegentlich beim Schminken. Daher sollte man immer einen Finger auf dem Gesicht ruhen lassen, damit man, wenn man merkt, dass sich das Kind bewegt, problemlos absetzen kann und sich nicht vermalt. 
  • Vorlagen und Tutorials: Es gibt viele Schritt-für-Schritt-Anleitungen in Büchern. Auch über Youtube-Tutorials kann man sich immer neue Anregungen holen. 
  • Dermatologisch getestete Schminke auf Wasserbasis: Farben fürs Kinderschminken müssen auf ihre Hautverträglichkeit geprüft worden sein. Fettschminke ist nur schwer abzuwaschen. Die meisten Schminkstifte haben eine Fettbasis und sind zudem fast so schwer aufzutragen, wie abzuwaschen. 
  • Schminkpinsel verwenden: im Gegensatz zu handelsüblichen Wassermalpinseln bleibt ihre Spitze fest, die Borsten sind weicher und gehen beim Aufdrücken nicht auseinander. Hierdurch lassen sich präzisere Striche zeichnen. 
  • Schwämme nur leicht anfeuchten: Ein zu nasser Schwamm ruiniert das Kunstwerk. Vieles, was man mit dem Schminkschwamm macht, lässt sich genauso gut auch mit einem breiten Pinsel schminken. 
  • Mit Glitzer lässt sich vieles ausgleichen: Sollte doch einmal ein Strich etwas daneben gegangen sein, kann man die Linien an ihren Enden mit Glitzer verstärken. 
  • Niemals eine Kaffeetasse neben den Wasserbecher für die Pinsel stellen. Es dauert sonst meist nicht lange, bis der Kaffee glitzert,

von Katja Brenner

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