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Im Adamskostüm mit Schwimmhilfen als Feigenblatt-Ersatz sprangen die Panther ins vier Grad kalte Pucher Meer und lösten damit ihren Wetteinsatz im Rahmen der Aktion Trikotsponsor ein. 

Sportler lösen ihr Versprechen ein

Panther-Euphorie sorgt für nackte Tatsachen

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Nass nei ging es den Panthern am vergangenen Wochenende – aber nicht sportlich. Gegen Haßloch gelang ein 32:25-Sieg. Danach jedoch mussten die Brucker TuS-Handballer ihre Wettschuld einlösen und sprangen nackt ins kalte Pucher Meer.

Fürstenfeldbruck – Die nackten Zahlen sorgten für nackte Tatsachen: 163 Teilnehmer hatten sich bei der Aktion Trikotsponsor bis zum Spiel gegen Haßloch gefunden. Bei 150 lag die Grenze, bei der die Panther angekündigt hatten, im Adamskostüm ins Pucher Meer zu springen. Am gestrigen Sonntag war es dann so weit. Nur mit ein paar bunten Schwimmhilfen als Feigenblattersatz „bekleidet“, stand der Sprung ins gerade einmal vier Grad kalte Wasser an.

Der sportliche Hype steht dem medialen Aufsehen, das die Aktion erregte, indessen in nichts nach. Dabei knüpften die TuS-Handballer allerdings eine Halbzeit lang an die schwache Leistung der deutschen Nationalmannschaft an, die zuvor ein Debakel gegen Spanien erlebte. Auch die Panther liefen erst einmal einem Rückstand hinterher.

Zwar hatte Panthercoach Martin Wild angekündigt, dass der Fokus voll auf dem Spiel liegen werde. Der ganze PR-Rummel rund um die Sponsorensuche für einen möglichen Aufstieg schien dann aber doch seine Spuren hinterlassen zu haben. Der genesene Rückraumspieler Yannick Engelmann, der sich mit vier Treffern zurückmeldete, sagte jedenfalls: „In der ersten Halbzeit hatten wir wohl Schiss vor einem Dämpfer.“

Die Folgen beschrieb Wild so: „Wir haben nur quer gearbeitet, hatten keinen Zug zum Tor und haben auch nicht gut verteidigt.“ Prompt lagen die Brucker schnell mit 5:8 im Hintertreffen. Richtig angefressen sei er gewesen, sagte Wild. Die Meckerstrafe, die er von den Unparteiischen aufgebrummt bekam, hätte auch rein gar nichts mit den Schiris zu tun gehabt. „Ich war einfach sauer auf meine Jungs.“ Die erhöhten ihr Trefferkonto bis zur Pause lediglich auf magere zehn Törchen. Die Quittung: Mit dem 10:12-Rückstand lag nach 30 Minuten eine faustdicke Überraschung in der Luft.

Doch da machten die Panther dann doch nicht mit. „Die zweite Halbzeit war das genaue Gegenteil von der ersten“, sagte Wild, der nun Pantherhandball erlebte, „wie wir ihn sehen wollen“. Voller Aggressivität und Leidenschaft gingen seine Spieler plötzlich zu Werke. Dabei zeigten sie die Kaltschnäuzigkeit eines echten Spitzenteams, wie auch Gästecoach Tobias Job zugeben musste: „Wir haben uns zwei, drei Fehler erlaubt, die Fürstenfeldbruck eiskalt ausnutzte.“

Konkret spricht der Haßlocher Coach damit die Phase an, als seine Mannschaft in Unterzahl agierte. Wie üblich, nahmen die Gäste bei Ballbesitz ihren Torhüter für einen weiteren Feldspieler vom Feld. Dabei erwiesen sich drei Ballverluste als tödlich, die der TuS für drei Treffer ins verwaiste Tor nutzte. So wurde aus einem 14:17-Rückstand der Brucker eine 19:17-Führung – der Beginn einer spielerischen Euphorie, der die Panther zu verdientem Erfolg trug. Und für Erleichterung beim Coach sorgte: „Der Sieg war so verdammt wichtig“, sagte Wild. Alles bei der Sponsorensuche bisher Angeleierte hätte man „in die Tonne treten können, wenn wir verloren hätten“.

Weil die Panther ihren Vorsprung in der Tabelle vor Verfolger Pfullingen bei satten fünf Zählern hielten, war keine Tonne nötig. Stattdessen wurde nach dem Spiel fieberhaft gezählt: Wie viele Menschen hatten mindestens 100 Euro gespendet, um ihren Namen – neben 249 anderen – unten auf dem künftigen Trikot zu lesen. Vor dem Spiel lag die Zahl bei etwas mehr als 140. Aber schnell war klar, dass die magische 150er-Grenze für den Sprung ins Pucher Meer geknackt war. Unter anderem meldete sich während der Partie die Damenmannschaft des TSV Forstenried, die 200 Euro aus der Mannschaftskasse beisteuerte – nebst weiteren privaten Spenden.

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