Zu wenig Gewerbeflächen

Industha-Chef Peter Lackerschmid warnt vor Pleite

In Fürstenfeldbruck mangelt es an Gewerbeflächen, das ist nicht neu. Nun schlägt Peter Lackerschmid von der Industha Alarm. 2018 könnte der Gesellschaft die Pleite drohen.

Fürstenfeldbruck Klare Aussagen fand der seit knapp einem Jahr als Industha-Chef tätige Peter Lackerschmid bei seinem Bericht vor dem Haupt- und Finanzausschuss: „Ohne Erschließung und Vermarktung weiterer Flächen ist die Liquidität im Jahr 2018 nicht mehr gegeben.“

Peter Lackerschmid ist Chef der Industha.

Das Kernproblem der Entwicklungsgesellschaft, die die Gewerbeareale in der Hasenheide vermarktet und an der die Stadt zur Hälfte beteiligt ist, sind die mangelnden Flächen. So verkündet die Industha auf ihrer Internetseite offenherzig: Derzeit sind alle Gewerbeflächen in der Hasenheide verkauft oder bebaut. Außerdem haben die Areale im Norden der Stadt, die man in diese Richtung entwickeln könnte, alle so ihre Probleme, erklärte Lackerschmid: schwierige Bodenverhältnisse wegen Altlasten, fehlende Tauschflächen für den Ankauf oder Lärm durch das Getränke-Logistikzentrum als Nachbarn.

46 Unternehmen interessieren sich für Flächen in Bruck

Weil keine Gewerbeflächen veräußert werden können, fehlen der Industha damit auch Einnahmen. Die Ausgaben für den Geschäftsbetrieb fallen aber weiterhin an, so dass Lackerschmid spätestens für nächstes Jahr zappenduster sieht. Eine mögliche Lösung des Problems liegt für ihn in der Entwicklung des Gebiets zwischen der Staatsstraße nach Maisach und Am Kugelfang. „Ich weiß, dass das der Stadtrat nicht will“, erklärte Lackerschmid den Ausschussmitgliedern.

Doch Bedarf für neuen Gewerbegrund wäre allemal vorhanden, denn die Industha hatte im Auftrag der Stadt mögliche Interessenten abgefragt. Ergebnis: 46 Firmen würden sich für Flächen in Fürstenfeldbruck interessieren. Den Bedarf bezifferte Lackerschmid auf bis 125 000 Quadratmeter. Deutliche Worte fand der frühere Leiter der Sparkassen-Bauabteilung auch zu möglichen Zeithorizonten für die Entwicklung neuer Flächen. „Vor 2019 wird kein neuer Gewerbe-Interessent angesiedelt werden.“ Zu dieser Aussage stehe er, sagte Lackerschmid, denn er kenne die zeitlichen Abläufe – mit dem Vorlauf der Überplanung inklusive.

Christian Kieser: „Industha nicht zu schnell auflösen“

Der mit viel Verve vorgetragene Bericht ließ einige Stadträte etwas konsterniert zurück. Nun gelte es möglichst bald eine Grundsatzentscheidung über die Zukunft der Industha zu treffen, waren sich die Räte einig. Sonst werde weiterhin „sinnlos Geld verbrannt“, sagte SPD-Fraktionschef Philipp Heimerl. Sein CSU-Pendant Andreas Lohde wies aber darauf hin, dass alle diese Entwicklungen nicht gänzlich unbekannt seien.

Schon Lackerschmids Vorgänger hatte immer wieder gewarnt, dass bald das Ende der Fahnenstange bei den Grundstücken in der Hasenheide erreicht sei. Lohde und die CSU hatten deswegen im Zuge der Haushaltsberatungen im Vorjahr beantragt, grundsätzlich neue Gewerbeflächen auszuweisen. Passiert ist bisher in diesem Fall aber anscheinend recht wenig, weswegen Lohde anmerkte: „Die Verwaltung ist am Zug.“ Rechtsamtsleiter Christian Kieser warnte aber davor, die Industha möglicherweise vorschnell aufzulösen. Denn die Gesellschaft würde der Stadtverwaltung viel Arbeit ersparen. Gäbe es die Industha nicht, müsste man für die Gewerbeentwicklung neues Personal im Rathaus anstellen, meinte Kieser. Welche Richtungsentscheidung der Stadtrat auch trifft, Karin Geißler (Grüne) schwant bereits, dass diese Thematik für den neuen Rathauschef spannend wird: „Der OB wird sich dem Thema auf alle Fälle annehmen müssen.“

Fabian Dilger

Rubriklistenbild: © tb

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