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Fursty

Initiative Traditionsgemeinschaft verfolgt die Vision vom Fliegerhorst-Museum

Weil die Bundeswehr Fürstenfeldbruck verlassen wird, träumen manche in der Stadt von einem Fliegerhorstmuseum. Doch der Weg dorthin ist noch weit. Zwei Initiativen wollen jetzt ihre Kräfte bündeln – in der Traditionsgemeinschaft Fursty.

Fürstenfeldbruck – Als bekannt wurde, dass die Bundeswehr den Fürstenfeldbrucker Fliegerhorst aufgibt, reiften die Pläne: Die Luftwaffe am Ort ist Teil der Geschichte Fürstenfeldbrucks und soll in einem Museum festgehalten werden. Stadtarchivar Gerhard Neumaier organisierte ein Symposium, engagierte Stadträte um den Kulturreferenten Klaus Wollenberg machten sich Gedanken. Die Traditionsgemeinschaft Jagdbombergeschwader 49 forcierte ihre Sammlung. Und nichtfliegerische Unterstützer taten sich in der IG Fursty zusammen.

Doch nach der anfänglichen Euphorie ist es still um die Museumspläne geworden. Zwar versucht man weiterhin, interessante Objekte am Fliegerhorst zu sammeln. Und im Konversionsausschuss wird über den Kauf alter Flugzeuge beraten. Doch ansonsten schlummert der Gedanke vor sich hin, beziehungsweise ist noch gar nicht wirklich gereift. „Auf politischer Ebene und im Stadtrat gibt es keine Willensbildung“, sagt Wollenberg.

Dafür passiert im Hintergrund einiges: Die Traditionsgemeinschaft Jagdbombergeschwader 49 (JaboG) und die IG Fursty arbeiten ab jetzt zusammen. „Wir sind eine aussterbende Generation, der Älteste ist 95“, sagt Harald Meyer, der für die Traditionsgemeinschaft die Sammlung verwaltet und Führungen macht. Zudem konzentriere man sich nur auf die Fliegerei ab dem Jahr 1956.

Die IG Fursty deckt dagegen die anderen Einheiten ab und auch die Zeit der Amerikaner im Fliegerhorst. Im neuen Verein wolle man nicht nur ehemalige Soldaten und zivile Mitarbeiter vom Standort aufnehmen, sondern alle Interessenten, denen der Fliegerhorst am Herzen liegt, erklärt Helmut Predeschly, Vorsitzender der IG Fursty. Daher haben sich beiden Gruppen zur Traditionsgemeinschaft Fursty zusammen geschlossen.

Eine entsprechende Satzungsänderung ist bereits abgesegnet. Rund 200 Mitglieder hat die TG bereits. Das Ziel: „Wir wollen den Menschen vermitteln, wie die Zeit war und wie sich der Fliegerhorst entwickelt hat“, erklärt Predeschly.

Die beiden Sammlungen befinden sich bereits seit dem vergangenen Herbst unter einem Dach – dem Captain-Higgins-Gebäude nahe der Fliegerhorstkirche. In drei Klassenzimmern zeigt Harald Meyer die Exponate und Schautafeln des JaboG. Neuestes Highlight: Ein Schaukasten der Amerikaner mit einem Modell des Fliegerhorstes – in dem sie die Gebäude nummeriert haben. „Wir arbeiten mit den Dienststellen zusammen und führen Besucher und die Öffentlichkeit kostenlos durch die Sammlung“, erklärt Meyer.

Einen Stock höher werkeln Predeschly und seine Mitstreiter an ihrer kleinen Ausstellung. Läuft alles nach Plan, könnten alle Räume ab Sommer für Besucher offen stehen. „Wir wollen die Sammlungen zusammenlegen und einer Nachfolge-Organisation für ein Dokumentationszentrum übergeben“, sagt Predeschly.

Denn ein richtiges Museum kann die TG Fursty sicher nicht stemmen. „Da sind die Stadt oder der Landkreis nötig, damit der private Touch weggeht und es eine Überlegung der Kommune wird“, sagt Predeschly. Denn die historische Aufarbeitung sei wichtig. „Fürstenfeldbruck ist durch den Fliegerhorst groß geworden.“ Die Ausstellungen haben sich Stadträte schon angeschaut, auch Gespräche wurden geführt. Doch dabei ist es geblieben. Einmal im Vierteljahr sollten sich alle Beteiligten aus dem Verein und der Politik an einen Tisch setzen, findet Predeschly.

Doch klar ist, die Stadt Fürstenfeldbruck kann sich eine Trägerschaft nicht leisten, sagt Wollenberg. Ihm fehlt jemand, der die Sache in die Hand nimmt. „Ein Koordinator mit Fachwissen, der Fursty zu seiner Herzensangelegenheit macht.“ Mit dem Militärhistoriker Peter Popp gäbe es einen geeigneten Mann – doch er ist derzeit in Berlin-Gatow und damit zu weit weg von Fursty. (Ingrid Zeilinger)

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