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Vollen Einsatz zeigten die Schüler der Berufsintegrationsklassen beim Rolli-Basketball. Einige waren überrascht, wie anstrengend das Spielen in dem ungewohnten Gefährt war.Muheb Azizi

Flüchtlinge spielen Rollstuhl-Basketball

Integration und Inklusion ins Rollen gebracht

Fürstenfeldbruck – Heiß her ging es in der Wittelsbacher Halle. Drei Gruppen der Berufsintegrationsklasse spielen unter dem Motto „Inklusion meets Integration“ Basketball – und zwar im Rollstuhl.

Für das Training konnte die Schule Laura Fürst gewinnen. Sie hat 2014 mit ihren Teamkollegen bei der Weltmeisterschaft im Rollstuhlbasketball in Toronto die Silbermedaille geholt.

In der sogenannten Berufsintegrationsklasse werden junge Flüchtlinge auf den Beruf vorbereitet. „Neben der Vermittlung von Deutsch- und Mathekenntnissen sollen den Schülern auch lebenspädagogische Elemente beigebracht werden. Dazu gehört unter anderem Teamwork und gegenseitiger Respekt. „Wir möchten mit diesem Projekt aufzeigen, dass wir alle miteinander Spaß haben können, egal woher wir kommen und welche Beeinträchtigungen wir haben“, erklärt Anja Wöldering. Sie ist Sportlehrerin an der Berufsschule und Initiatorin des Projekts.

Zunächst konnten sich die Schüler auf einem Slalomparcours mit den Rollstühlen vertraut machen. „Ich finde es schön zu beobachten, wie wenig Berührungsängste sie haben. Alle haben sich gleich in die Rollstühle gesetzt und Gas gegeben“, freut sich Laura Fürst. Sie zeigte den Schülern erst den richtigen Umgang mit den Sportrollstühlen. Nach einer kurzen Eingewöhnung wurde die Gruppe dann in zwei Teams aufgeteilt, die Partie begann.

Es ist wirklich sehr anstrengend“, sagt Muheb Azizi Bilanz. „Vor allem für die Arme.“ Der 19-Jährige stammt aus Afghanistan und lebt seit etwa eineinhalb Jahren in Deutschland. Seit zwei Monaten besucht er die Berufsintegrationsklasse. Er spielt selbst Basketball, aber im Rollstuhl sei es noch einmal eine größere Herausforderung. „Vor allem das Anschieben und gleichzeitige Dribbeln ist wirklich schwierig.“

Teamgeist und Fairness bewiesen alle Mitspieler, als ein Klassenkamerad mit seinem Rollstuhl nach hinten kippte. Zusammen halfen sie ihm sofort wieder auf. Auch Spieler aus dem gegnerischen Team eilten heran.

Nach etwa einer Stunde ertönte der Abpfiff. Zu früh für die jungen Flüchtlinge. Sie hätten alle gerne noch weiter gespielt. Am Ende stand es zwei zu zwei. Doch die Punkte hatte sowieso niemand so recht gezählt.

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