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Freut sich auf den Start der neuen Saison. TuS-Trainer Martin Wild.

Fürstenfeldbruck

Interview mit TuS-Trainer Martin Wild: „Wir mussten uns neu erfinden“

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Die Panther brüllen wieder: Am Samstag starten die Drittliga-Handballer des TuS Fürstenfeldbruck mit dem DHB-Pokalspiel gegen Elbflorenz in Pforzheim in die neue Spielzeit - ein Gespräch mit TuS-Trainer Martin Wild.

Fürstenfeldbruck –  Eine Woche später beginnt der Liga-Alltag für den TuS in Willstätt. Mit Frederik Hartz, Maximilian Lentner, Johannes Luderschmid, Felix Augner und Alexander Horner gibt es heuer gleich fünf Abgänge. Dazu fällt Max Horner mit einem Kreuzbandriss zum Saisonstart aus. Panther-Trainer Martin Wild spricht im Tagblatt-Interview über die Gefahren und Chancen des kleinen Kaders – und die Vision einer großen Sport- und Eventhalle in Bruck.

Wie groß ist die Enttäuschung, dass es im Pokal diesmal nicht das große Heim-Los gab wie letztes Jahr mit den Rhein-Neckar Löwen?

Für alle Brucker Handballfreunde wäre es natürlich ein super Erlebnis gewesen, nochmal so ein Ereignis hier vor Ort zu haben. Aber wir nehmen es so, wie es kommt und fahren trotzdem mit großer Vorfreude nach Pforzheim.

Rechnen Sie sich gegen Elbflorenz vielleicht sogar eine Außenseiterchance aus?

Elbflorenz ist nicht ganz der große Name. Dafür gibt es eine brisante Vergangenheit: Vor drei Jahren haben wir ihnen den Aufstieg vermasselt. Natürlich sind wir Außenseiter, aber wir werden alles reinhauen, und wenn wir einen guten Tag erwischen, ist es auch nicht ausgeschlossen, dass wir gewinnen können – auch wenn wir beruflich bedingt auf unseren Abwehrchef Korbinian Lex verzichten müssen.

Die Vorbereitung war mit drei Trainingslagern in Österreich sehr intensiv. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Im Gespräch mit Tagblatt-Reporter Andreas Daschner (l.) erläutert Martin Wild seine Ziele für die Saison.

Sehr positiv. Wir sind zum einen weitestgehend verletzungsfrei durch die Vorbereitung gekommen. Zum zweiten haben die Spieler wirklich intensiv gearbeitet. Wir mussten uns aufgrund einer Handvoll Abgänge ein Stück weit wieder neu erfinden. Aber ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen. Sie hat das voll durchgezogen – mit dem Höhepunkt zuletzt in Wien, wo die Jungs schon im Grenzbereich trainiert haben.

Alexander Leindl kam in der Vorbereitung verstärkt auch in der Abwehr zum Einsatz.

Das ist genau der Punkt, als ich meinte, dass wir uns ein Stück weit selbst erfinden mussten. Mit den Abgängen von Frederik Hartz und Matthias Hild und durch die unglückliche Verletzung von Max Horner im letzten Spiel der vergangenen Saison fallen uns drei starke Abwehrspieler weg. Alex Leindl hat in der Vorbereitung ein absolutes Sonderlob verdient. Er ging im athletischen Bereich deutlich voran und hat sein Abwehrspiel deutlich verbessert.

Sie haben auch eine Verletzung angesprochen.

Unglücklicherweise hat sich mit Falk Kolodziej unser unumstrittener Spielmacher im ersten Testspiel in Friedberg das Knie verdreht. In Wien ist er wieder dosiert ins Training eingestiegen. Für ihn kommt das Pokalspiel noch zu früh. Wir haben aber die Hoffnung nicht aufgegeben, dass er bis zum Ligastart wieder einsatzfähig ist. Ansonsten sind wir verletzungsfrei durch die Vorbereitung gekommen, was für uns sehr wichtig ist, da wir diesmal einen kleineren Kader und deshalb nicht die Möglichkeit wie in der Vergangenheit haben, beliebig Spieler auszutauschen.

Besteht finanziell noch Luft für eine Verstärkung, wenn es hart auf hart kommt?

Nach wie vor sind uns die Hände gebunden. Wir werden keine professionellen oder semi-professionellen Spieler dazu holen können. Worauf ich mich verlassen kann: dass sich im Notfall Spieler wie Christian Haller, Frederik Hartz oder Tobi Prestele zur Verfügung stellen. Wenn es hart auf hart kommt, werde ich vielleicht auch nochmal zum Telefonhörer greifen und Johannes Luderschmid anrufen.

Wie haben sich die Neuzugänge bislang eingefügt?

Wir haben mit Bene Hack auf Rechtsaußen einen Neuzugang, der uns sofort weiterhelfen wird. Johannes Borschel kam aus einer Kreuzbandverletzung und hat in der Vorbereitung auch schon intensiv gearbeitet. Bis er wieder bei 100 Prozent ist, werden aber noch einige Wochen vergehen. Daneben haben wir den Kader mit einigen jungen Spielern ergänzt, die zum erweiterten Kader zählen. Sie werden aber vorwiegend in der zweiten Mannschaft in der Bayernliga eingesetzt.

Die Reserve wird nach dem Aufstieg mit dem Klassenerhalt beschäftigt sein. Inwieweit ist da ein Austausch möglich?

In der zweiten Mannschaft gab es einen größeren Umbruch, als uns recht war. Von den erfahrenen Leuten haben nahezu alle gleichzeitig aufgehört. Deshalb hat auch Trainer Kurt Neumaier in Herrsching eine bessere Perspektive gesehen. Als Falk Kolodziej und Stefan Forstmeier das Traineramt übernommen haben, ist frischer Wind reingekommen. Oberste Priorität hat nicht unbedingt der Klassenerhalt, sondern die Spieler an die erste Mannschaft heranzuführen. Ich halte es aber nicht für ausgeschlossen, dass die Mannschaft die Liga halten kann.

Wie lautet die Zielsetzung in der 3. Liga?

Vieles wird davon abhängen, wie verletzungsfrei wir durch die Saison gehen. Passiert uns nichts, ist vieles möglich. Verletzen sich zwei, drei wichtige Spieler, wird es ein Ritt auf der Rasierklinge. Dazu kommt, dass die Liga noch ausgeglichener besetzt ist. Die Mannschaften zwei bis neun des vergangenen Jahres sind auf einem vergleichbaren Niveau. Ich bin guter Hoffnung, dass wir auch wieder in diesem Bereich mitspielen werden.

Wer ist in Ihren Augen der Favorit?

Es gibt nicht den großen Favoriten, wie es Konstanz im vergangenen Jahr war. Unser erster Heimgegner Pforzheim, Dansenberg und Saarlouis zusammen mit den Reserven der Rhein-Neckar Löwen und Balingen sind für mich die am stärksten besetzten Mannschaften.

Ein Blick in die nicht ganz so nahe Zukunft: Inwieweit könnte der diskutierte Hallenbau für die Herrschinger Volleyballer in Bruck auch dem TuS einmal weiterhelfen?

Unabhängig davon, welche Rolle die Brucker TuS-Handballer in dem Konzept einmal spielen, würde ich den Bau dieser Halle als einen absoluten Glücksfall für die Stadt sehen – nicht nur für die Sportstadt Fürstenfeldbruck, sondern auch auf kultureller Ebene. Die Vision, in einer solchen Halle zu spielen, ist unglaublich reizvoll. Allerdings wurden noch keinerlei konkrete Gespräche zwischen der Handballabteilung des TuS und Herrsching geführt.

Hätte der TuS mit einer solchen Halle auch die Perspektive, Richtung 2. Bundesliga zu schielen?

Definitiv. Es ist bei uns in den letzten Jahren immer ein Thema gewesen, das ganze Konstrukt, dass wir aufgebaut haben, weiter zu professionalisieren. Die Möglichkeit, dass eine solche Halle in Bruck gebaut wird und wir daran partizipieren, wäre da natürlich Gold wert.

Zurück in die Gegenwart: Wie wichtig ist ein guter Saisonstart – zunächst auswärts in Willstätt, dann gegen Pforzheim gleich gegen einen Ihrer persönlichen Mitfavoriten?

Ein guter Start ist immer extrem wichtig. Der kleine Kader kann uns unter Umständen zwar zum Verhängnis werden. Bei einem guten Start kann er aber auch ein großer Vorteil sein: Die Spieler sind zusammengeschweißt und es gibt weniger Neid um Spielminuten. In Willstätt haben wir in der vergangenen Saison verloren und eines unserer schlechtesten Spiele abgeliefert. Meine Spieler brennen auf Wiedergutmachung. Dann kommt eine unserer Lieblingsaufgaben: zuhause vor unserer Kulisse gegen einen der Topfavoriten zu spielen.

Vergangene Saison war der Pantherkäfig nahezu uneinnehmbar. Für wie viele Punkte ist die „Hölle des Südens“ gut?

Die Wittelsbacher Halle hat sich wirklich zu einer absoluten Heimmacht entwickelt. Da sind wir stolz drauf. Aber wir können uns nicht darauf verlassen, dass es einfach so weiter geht. Wir wollen aber gerade zuhause wieder mit den gleichen Emotionen und den Zuschauern im Rücken wieder den gleichen leidenschaftlichen Handball wie bisher spielen.

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