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40 Jahre nach Attentat: Gedenken am Fliegerhorst

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Olympia Attentat 1972
Der ausgebrannte Hubschrauber auf dem Fliegerhorst – alle Fotos wurden von offiziellen Fotografen des Olympischen Komitees aufgenommen und befinden sich heute in unserem Bildarchiv. © MM-Archiv

Fürstenfeldbruck - 40 Jahre nach dem Terroranschlag auf die israelischen Olympia-Teilnehmer wird der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck zum Gedenkort. Am Mittwoch findet dort die zentrale Gedenkkundgebung statt – einige wichtige Repräsentanten werden indes fehlen.

600 geladene Gäste werden am Mittwoch auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck vor dem alten Tower-Gebäude erwartet, wenn sich auf den Tag genau das Attentat auf die israelischen Sportler zum 40. Mal jährt. Die Sprecherin des Landratsamtes, Pia Schmahl, berichtet von einem „ungewohnt großem Interesse“ an der mehrstündigen Veranstaltung. „Unsere Kapazitätsgrenze ist erreicht.“ Für den Fürstenfeldbrucker Landrat Thomas Karmasin (CSU) ist es eine „außergewöhnliche Ehre“, die Gedenkveranstaltung ausrichten zu können.

Abu Daud und das Olympia-Attentat von 1972

So zahlreich die angemeldete Gäste auch sind – einige Namen fehlen auch: Abgesagt hat Bundespräsident Joachim Gauck, obwohl die Organisatoren des Fürstenfeldbrucker Landratsamtes gehofft hatten, dass er kommt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt nicht – sie schickt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. Auch von israelischer Seite sind nicht die allerhöchsten Repräsentanten angemeldet. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schickt seinen Stellvertreter, Vize-Premier Silvan Schalom. Israels Präsident Schimon Peres (89) kommt nicht. Neben bayerischen Politikern wie Ministerpräsident Horst Seehofer und dem Münchner OB Christian Ude werden aber vor allem die Zeitzeugen zahlreich vertreten sein: Alt-OB Hans-Jochen Vogel (86) wird kommen, der damalige Bürgermeister des Olympischen Dorfes, Walter Tröger (83) sowie Joachim „Blacky“ Fuchsberger (85), damals der Stadionsprecher. Von den Schlüsselfiguren des Geschehens kommt nur einer: der damalige bayerische Innenminister Bruno Merk (90). Der ehemalige Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher (85) hat vor wenigen Tagen abgesagt, ebenso schon im Januar aus gesundheitlichen Gründen Ex-Polizeipräsident Manfred Schreiber.

Bilder aus dem ZDF-Film "München 72"

Auch Hinterbliebene und Angehörige der ermordeten Sportler reisen aus Israel an. Unter ihnen ist beispielsweise die Witwe des Gewichtheber-Trainers Mosche Weinberger, der sich den Geiselnehmern am frühen Morgen des 5. Septembers entgegenstellte und als erster starb. Nur für den ermordeten Ringer David Berger, ein US-Amerikaner aus Ohio mit israelischen Pass, ist kein Verwandter präsent. „Das israelische Konsulat hat sich bemüht, Angehörige ausfindig zu machen, dies ist jedoch nicht gelungen“, bedauert Landrat Thomas Karmasin.

Für die Hinterbliebenen wird Ankie Spitzer, Witwe des Fecht-Trainers Andre Spitzer, bei der Gedenkfeier sprechen. Ebenso anwesend sind ehemalige israelische Sportler, die in jenen Septembertagen in einem anderen Trakt des Olympischen Dorfes wohnten und daher von dem Attentat verschont blieben – etwa der Florettfechter Dan Alon sowie der Ringer Rad Tsabary.

Ergänzt wird die Gedenkfeier durch eine Ausstellung im Fürstenfeldbrucker Landratsamt, zu der auch das Bildarchiv unserer Zeitung Fotos beigesteuert hat. Ein Mahnmal zum Attentat gibt es seit 1997 – es steht allerdings vor dem Haupttor. Diskutiert wird eine Verlegung zum Tower, der auch dauerhafte Gedenkstätte werden könnte.

TV-Tipp

Das Bayerische Fernsehen berichtet ab 15.30 Uhr über drei Stunden live von der Veranstaltung.

Von Dirk Walter

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