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Eine kleine Tonne für die Bio-Müllsäcke: Tanja Nässl vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises mit dem neuen Behälter, den Bürger ab Januar bestellen können.

Abfallwirtschaft

Jetzt kommt das Bio-Tönnchen

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Nach der Einführung der blauen und der türkisen Tonne gibt es nun eine weitere Neuerung auf dem Müllsektor im Brucker Landkreis: Ein Tönnchen für den Bio-Abfall.

Fürstenfeldbruck Große braune Tonnen gibt es im Landkreis bisher nur in größeren Wohneinheiten. Auch hier aber sind die Bürger aufgefordert, ihren Biomüll erst in braunen Säcken zu sammeln. Wer bisher keine große braune Tonne hat, muss die Säcke auf der Straße zur Abholung bereitstellen.

Immer wieder zerfleddern diese Säcke, oder werden von Tieren aufgerissen, sodass sich immer wieder Biomüll auf der Straße verteilt. Damit soll jetzt Schluss sein: Ab dem 1. Januar 2018 können sich Bürger beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises (AWB) die Bio-Tönnchen ordern, um die (gebührenpflichtigen) Säcke darin zu entsorgen. Das Behälterchen mit Bügelverschluss kostet 20 Euro und hat ein Füllvolumen von 35 Litern. Die Abholung findet weiter wöchentlich statt.

Im zuständigen Werkausschuss des Kreistags wurde auch Kritik an dem Tönnchen laut. So hält der Hörbacher Kreisrat Jakob Drexler, der seit längerem um eine erhöhte Erfassung von Biomüll und die richtige braune Tonne kämpft, einen 35-Liter-Behälter für nicht zielführend. Und Ingrid Jaschke (Grüne) beklagte, dass mit dem Tönnchen nur der Ist-Zustand mit den Säcken zementiert werde. Außerdem brauche man für die kleine Tonne genauso einen Standplatz wie für eine große.

Abfallreferent Dieter Rubenauer (CSU) dagegen verteidigte das Tönnchen als richtiges Mittel gegen das Zerfledder-Problem. Außerdem müsse man, wenn wie geplant der Selbst-Kompostier-Bonus irgendwann wegfällt, den Leute eine Alternative anbieten, sagte Michael Schanderl (FW).

Mit der kleinen braunen Tonne – sie ist ausdrücklich nicht für Grünschnitt gedacht – verbinden einige Politiker auch die Hoffnung, dass die Bürger dann mehr Bio-Abfall ordentlich entsorgen und nicht mehr – das dürfte bei vielen Usus sein – in den normalen Hausmüll werfen. Letzterer wird in Geiselbullach verbrannt, wobei hier Strom und Wärme gewonnen wird. Der Bioabfall wird in einer Firma im rund 100 Kilometer entfernten Volkenschwand energetisch verwertet. Deshalb laufen im Hintergrund derzeit Überlegungen, die Bio-Abfall-Energiegewinnung auf welche Art auch immer ebenfalls in den Brucker Landkreis zu verlegen.

Innerhalb weniger Jahre ist das Tönnchen der dritte neue Behälter, den der AWB seinen Kunden im Abholservice anbietet. In der blauen Tonne können Papier und Kartons entsorgt werden, in die gebührenpflichtige türkise Tonne kann man Wertstoffe werfen. Offiziell erlaubt sind hier so genannte stoffgleiche Nichtverpackungen (etwa Bratpfannen). De facto handelt aber niemand rechtswidrig, der auch Verpackungen wie etwa Joghurtbecher darin entsorgt. (Thomas Steinhardt)

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