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Die Marthabräuhalle war Austrahlungsort der BR-Sendung „Jetzt red i“. Das Thema Kirche zog viele Gäste an. 

BR-Sendung zu Gast in der Marthabräuhalle

Jetzt red i in Bruck: Frauen fordern mehr Rechte in der Kirche

Die Fernseh-Diskussionsrunde „Jetzt red i“ des Bayerischen Rundfunks (BR) war in Fürstenfeldbruck zu Gast. Das Thema des Abends: „Kirche in der Krise – Wie die Austrittswelle stoppen?“. Doch die Gäste wollten lieber über etwas anderes reden.

Fürstenfeldbruck – Jetzt reden die Brucker – über Missbrauch, Pflichtzölibat und Kirchenrecht. Unter den Klassikern jeder Diskussion über die Kirche stach aber vor allem ein Thema heraus: die Rolle der Frau. Viele engagierte Frauen meldeten sich bei der live aus der Marthabräuhalle übertragenen „Jetzt red i“-Sendung zu Wort.

Wie zu erwarten, musste sich Weihbischof Wolfgang Bischof als Vertreter des Erzbistums München und Freising heftiger Kritik stellen und bohrende Fragen beantworten. Zum Einstieg wurde ein Einspieler gezeigt, in dem Mella Geßendorfer bekannte, aus vielerlei Gründen aus der Kirche ausgetreten zu sein und danach eine schwere Zeit gehabt zu haben.

„Die Gemeinschaft mit der Kirche habe ich verloren, nicht aber meinen Glauben“, so die Eichenauerin. „Es zerreißt mir das Herz, so etwas zu hören“, bedauerte der Bischof und bekräftigte die Feststellung von Kardinal Marx: „Wir haben verstanden, dass sich was ändern muss.“ „Das hätte früher sein können. Aber Schnelligkeit war noch nie Sache der Kirche,“ sagte der Weihbischof, der den Bruckern als einstiger Dekan des Dekanats Fürstenfeldbruck nicht unbekannt ist..

Kirchenrecht refomieren

Zur zentralen Frage der Sendung „Katholische Kirche in der Krise – Wie kann die Austrittswelle gestoppt werden?“ sprudelten die Ideen gerade so. Als Beispiele wurden gebracht: Die Sprache der Menschen sprechen, gemeinsam Kirche gestalten, Ungerechtigkeiten aufheben, nicht immer nach Rom schauen, Kirchenrecht reformieren, das Evangelium leben – aber vor allem Frauen für Weiheämter zulassen.

„Ich würde gerne Sakramente spenden und habe darüber auch ernste Gespräche mit dem lieben Gott geführt“, sagte eine Frau, die das Diakonat für die Frau forderte. Elfriede Schießleder vom Katholischen Deutschen Frauenbund wollte wissen, „wo in der Bibel steht, dass die Frau weniger wert ist“ und stellte fest, dass das Kirchenrecht nicht mehr vermittelbar ist. Beifall vom Publikum erhielt sie für die Kritik am BR, dass über das Thema Kirche immer nur Männer sprechen.

Denn als Diskussionspartner wurde Thomas Andonie, Bundesvorsitzender Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) als Diskussionspartner eingeladen. BR-Moderator Tilmann Schöberl dazu nach der Sendung: „Ja, es hätte auch eine Frau sein können, aber wir haben nicht gedacht, dass dieses Thema so im Vordergrund steht – wichtig war uns, dass ein junger Katholik dabei war.“

Thema Missbrauch

Thomas Andonie stellte fest, dass beim BDKJ alles gemeinschaftlich entschieden werde. Männer, Frauen, Geistliche hätten die gleiche Stimme. „Traut euch doch mal, gemeinsam Kirche zu gestalten und die Macht zu teilen“, appellierte Andonie an die Amtskirche.

Bischof berichtete von der Bischofskonferenz, dass viele Schritte unternommen und nichts ausgeklammert werde. „Beim Thema Missbrauch verstärken wir unsere Leitlinien und führen eine Art TÜV ein. Zugleich überarbeiten wir unsere kirchliche Strafgerichtsbarkeit und streben mehr Transparenz an“. Kein Verständnis hatte eine Zuschauerin, dass Expertisen und Grundsatzpapiere erstellt werden, die dann in vatikanischen Schubladen verstauben. Auch den Bischof ärgert das zutiefst. BR-Experte Wolfgang Küpper vermutet, dass Papst Franziskus massiv unter Druck stehe. „Eine Spaltung des Vatikans und vielleicht auch der Kirche würde ich nicht ausschließen“, so Küpper.

Bei Flüchtlingsfrage gut reagiert

Willi Dräxler, Integrationsbeauftragter des Stadtrats, bilanzierte, dass sich was ändern müsse – auch wenn es bei den anderen Religionen nicht viel besser aussehe. Immerhin hätte die Kirche bei der Flüchtlingsfrage gut reagiert.

Sehr zufrieden mit der Diskussion zeigte sich auch Co-Moderatorin Franziska Eder, die Reaktionen aus dem Internet in die Sendung weiterleitete. Bis zum Ende der Runde kamen 25 Kommentare auf der „Jetzt red i“-Homepage zusammen, 50 E-Mails erreichten die Redaktion, 75 „Social Media“-Beiträge verzeichnete br24 und rund 200 Beiträge kamen über den Livestream. „Die Sendung könnte von den Zuschauern her ruhig länger dauern, aber ich bin nicht Thomas Gottschalk“, stellte Tilmann Schöberl noch süffisant fest. (mjk)

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