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Bürgerbeteiligung

Jetzt red i mit beim Radl-Plan

An diesem Montag startet eine Aktion, die es in dieser Form in der Region noch nie gab: Die Bürger im Landkreis können sich an der Erstellung eines Radwege-Konzepts beteiligen. Die Möglichkeit dazu besteht online oder per Fragebogen.

Fürstenfeldbruck – Am heutigen Montag wird das Programm freigeschalten, in dem die Bürger ihre Erkenntnisse zu den Radwegen der Region kundtun können. Man findet die Bürgerbeteiligung auf der Startseite der Homepage des Landratsamtes. Hier ist eine Karte hinterlegt, auf der die bekannten Radwege verzeichnet sind. 

Der Radlbeauftragte des Landkreises: Sebastian Klaß.

In den Kontaktfeldern kann man dann angeben, wo sich etwa Gefahrenstellen befinden oder wo beispielsweise Schilder fehlen. Wer online mitmachen möchte, muss sich auf der Seite registrieren. Dies, damit die Verantwortlichen im Landratsamt den betreffenden Mitteiler per Email später wieder erreichen können, um ihn über den Fortgang der Dinge informieren zu können. Den analogen Fragebogen erhält man im Service-Ei des Landratsamts oder in den Kommunen. Die Beteiligungsaktion läuft bis zum 2. März.

Dieser Bürgerbeteiligung liegt die Arbeit des neuen Kreis-Radlbeauftragten zugrunde, der zusammen mit der Firma topplan und mit den Kommunen das um die 700 Kilometer umfassende Radwegenetz der Region untersucht hat. Dabei wurden die Radwege befahren. Ergebnis dieser Untersuchungen: Die Beschilderung der Wege ist uneinheitlich und lückenhaft. Die Wege sind oft nicht durchgängig und werden gerade an Eng- oder Problemstellen vernachlässigt. In Erfahrung gebracht haben die Planer auch bereits, dass der Bedarf an Abstellmöglichkeiten für Fahrräder deutlich höher ist als bisher vermutet. Für hochwertige Räder, etwa E-Bikes, gebe es gar keine geeigneten Möglichkeiten.

Angesichts des dichten Straßenverkehrs in den Innenstädten der Region hat die Firma topplan vorgeschlagen, Radwegringe um die Städte zu schaffen und die Zentren via Stichstraßen erreichbar zu machen.

Unter dem Begriff „Radweg“ sind Verbindungen diverser Art subsumiert, auch Schotterwege, wie bei einem Gespräch zu dem Thema im Landratsamt deutlich wurde. Entscheidend für den Begriff sei die Frage, ob eine Familie mit Kindern einen Weg mit dem Radl befahren kann, erklärte Helmut Hareiner vom ADFC. Er betonte, dass man einige Wege ausbauen müsste. Beim vierspurigen Ausbau der B 471 etwa dürfe nicht vergessen werden, Radl-Tunnel zu schaffen.

Insgesamt geht es bei dem Konzept auch um Freizeitradler, vor allem aber um Alltagsradler, die gezielt von A nach B etwa zu einem S-Bahnhof wollen. Klassisches Beispiel: Die Verbindung zwischen Esting und Emmering. Sie werde, erzählte Hareiner, noch stärker genutzt, seit sie asphaltiert wurde. Das Konzept könnte später Grundlage für die Schaffung von Radschnellwegen werden.

Wie aber geht es nach der Bürgerbeteiligung weiter? Nach dem 2. März bleibt die Online-Karte bestehen. Ins Konzept fließen aber nur Informationen ein, die vorher abgegeben wurden. Im April soll es Gespräche in den Gemeinden geben, bei denen der gemeldete Handlungsbedarf vorgestellt wird. Beginn der Umsetzung von Projekten – so der Wunsch – soll im Sommer sein.

So funktioniert es

Auf der Homepage des Landratsamtes (Adresse: www.lra-ffb.de) findet sich die Bürgerbeteiligung gleich auf der Startseite. Sollte man nach dem Klick auf den entsprechenden Link erst den früheren Kämmerer und jetzigen Leiter des zentralen Services im Landratsamt, Wolfgang Kaufmann, rechts oben im Bild sehen, dann bitte nicht erschrecken: Weiter zur Beteiligung geht es unten links unter der hellblauen Überschrift. Nunmehr öffnet sich die Landkreis-Karte und mehrere Dialog-Fenster. 

Rechts oben kann man per Hackerl entscheiden, was die Karte zeigen soll: Das bekannte Radwegenetz oder gleich mehr, nämlich Informationen über den jeweiligen Fahrbahnbelag, den Wegezustand, die Breite, die Verkehrsbelastung, die Gefahrenstellen und mehr – hier sind praktisch die Erkenntnisse hinterlegt, die die Planer bei ihren Befahrungen (mit E-Bike) gewonnen haben und die man ohne Registrierung einfach ansehen kann. Spannend wird es links unten: Hier hat der Nutzer die Chance, selbst Einträge zu hinterlassen.

 Man kann unterscheiden, ob man etwas Neues eingeben möchte, ob man zu vorhandenen Meldungen etwas beitragen möchte – oder auch, ob man einfach an irgendeiner Stelle ein Lob hinterlassen möchte. Klickt man hier, öffnet sich ein weiteres Fenster, das einen zur Registrierung leitet. Dabei muss man seinen Ort auswählen. Hilfreich hier, weil die Liste sehr lang ist: Den ersten Buchstaben angeben, dann springt die Liste weiter. 

Man erhält eine Email, wo man die Anmeldung bestätigen muss, und landet in dem Programm „Radar“. Hier kann man via Klick auf den gemeinten Radweg seine Einschätzung abgeben. Die Registrierung ist wichtig, weil der Nutzer auf diesem Wege später Nachricht über den Fortgang der Dinge erhält. Die Papier-Formulare (Service-Ei, Kommune) kann man anonym ausfüllen.

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