Kroatische Traditionen sind in Bruck lebendig. Die kroatisch-deutsche Gesellschaft ist aber nicht nur in Tracht bei Feierlichkeiten wie dem Volksfest (Archivfoto oben) vertreten.
+
Kroatische Traditionen sind in Bruck lebendig. Die kroatisch-deutsche Gesellschaft ist aber nicht nur in Tracht bei Feierlichkeiten wie dem Volksfest (Archivfoto) vertreten.

Fürstenfeldbruck

Deutsch-kroatische Gesellschaft wird 20 Jahre alt: Jubiläum aber gleich doppelt überschattet

Eigentlich wollte die kroatisch-deutsche Gesellschaft in Bruck ihr 20-jähriges Bestehen groß feiern. Doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Überschattet wurde das Jahr zudem von dem Erdbeben bei Zagreb. Nun engagiert sich der Verein für die Opfer – und verspricht eine große Feier nach der Pandemie.

Fürstenfeldbruck – Vor 20 Jahren haben sieben Menschen die kroatisch-deutsche Gesellschaft gegründet. Sie hätten wohl kaum vorhersehen können, dass der Verein heute 110 Mitglieder hat und von den Volksfesten kaum wegzudenken ist. Doch zum Jubiläum gibt es nicht nur gute Neuigkeiten. Momentan stehen die Aktivitäten wegen der Pandemie allesamt still. „Im Moment geht fast nichts,“ sagt Drazen Tomasovic, der als Beisitzer im Vorstand des Vereins aktiv ist.

In einem gewöhnlichen Jahr feiert der Verein regelmäßig die großen katholischen Feste wie Weihnachten oder Ostern. Die Gesellschaft ist bei der Leonhardifahrt und dem Faschingsfest aktiv, bei Volksfesten ist sie mit einer kroatischen Band dabei. Insbesondere hält der Verein die kroatische Tanzfolklore, die aus Ringtänzen und Paartänzen besteht, in der Stadt lebendig. Eine Folklore-Tanzgruppe für Kinder gab es zeitweise ebenso, doch diese ist nicht mehr aktiv – wegen Nachwuchsmangels.

Die kroatisch-deutsche Gesellschaft sieht sich außerdem als inoffizieller Anlaufpunkt für Kroaten, die zum ersten Mal in die Stadt kommen. „Wenn jemand Hilfe dabei braucht, etwas zu übersetzen, oder Informationen darüber, wie Dinge hier funktionieren, helfen wir gerne,“ sagt Tomasovic.

Deutsch-kroatische Gesellschaft: Heuer ist alles anders

In diesem Jahr ist aber alles anders. Wie bei vielen anderen Vereinen seien die Sommerfeier, die Weihnachtsfeier und die Jahreshauptversammlung ausgefallen. Auch die ursprünglich für den 14. Januar angedachte Feier zum 20-jährigen Bestehen konnte nicht stattfinden. „Die Feier ist aber nur verschoben,“ verspricht der 49-Jährige. Wenn es nach der Pandemie wieder möglich sei, werde das Fest auf jeden Fall nachgeholt. „Das wird dann eine große Feier, mit großen Reden.“ Der Verein werde eine Halle mieten, eine Band einladen und wirklich Stimmung machen. Auch eine Gruppe aus Zadar, der kroatischen Partnerstadt von Fürstenfeldbruck, soll dabei sein. „Es wird viel Essen, Trinken und Tanz geben“, sagt Tomasovic.

Neben Corona gab es im vergangenen Jahr noch ein weiteres Ereignis, dass das Jubiläum überschattete: In einer Region südöstlich der kroatischen Hauptstadt Zagreb hat sich ein verheerendes Erdbeben ereignet. Am 29. Dezember verwüstete das Beben der Stärke 6,4 neben der Kleinstadt Petrinja weitere Städte und Dörfer, dabei kamen mehrere Menschen ums Leben. „Um der Region zu helfen, sammeln wir als Verein gezielt Spenden.

Natürlich wird die kroatisch-deutsche Gesellschaft selbst etwas dazulegen,“ erklärt Tomasovic. Das gesammelte Geld soll direkt in die betroffene Region weitergeleitet werden. „So stellen wir sicher, dass das Geld wirklich zu den betroffenen Menschen hinkommt und dort hilft.“ (Sven Behrens)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare