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Den Goldafter fanden Experten in dem Waldstück. Jetzt werden Warnschilder aufgestellt.

Fürstenfeldbruck

Juckende Pusteln an Armen und Beinen: Raupenalarm nach Rast an Kapelle

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 Eine Begegnung der haarigen Art hatte Heinz Wimmer (81) aus Fürstenfeldbruck - und das hatte einige Recherchen zur Folge.

Puch – Er war mit dem Radl von Puch nach Aich unterwegs und legte eine kurze Pause an einer Weggabelung an einer kleinen Kapelle ein. Als er zuhause ankam, bemerkte er, dass er eine haarige Raupe auf der Schulter mitgebracht hatte. Erst dachte er, es könnte ein Eichenprozessionsspinner sein. Er schnippte das Tier mit dem Finger weg und ging ins Haus. Wenige Stunden später ging sein Martyrium los.

Pusteln überziehen Arme und Beine

Heinz Wimmer an der Kapelle

Juckende Pusteln überzogen Arme und Beine. „Ich wollte mich nicht kratzen, sonst wäre es bestimmt schlimmer geworden“, erzählt Wimmer. In der Apotheke konnte man ihm nicht weiterhelfen und so blieb ihm nur der Gang zur Bereitschaftspraxis ins Klinikum Fürstenfeldbruck.

Der behandelnde Arzt bestätigte dem 81-Jährigen, dass er einen allergischen Ausschlag an den Gliedmaßen hatte. Er versorgte die Pusteln mit einer Cortisonsalbe und verband sie mit Gaze. Noch Tage später waren die roten Flecken auf den Armen zu sehen. „Wenigstens hat das Jucken aufgehört“, sagt Wimmer erleichtert.

Landratsamt untersucht die Baumgruppe

Das Landratsamt hat nun die Baumgruppe mit Kapelle und die dort lebenden Raupen untersucht. Jetzt gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Gute zuerst: Bei den Tieren handelt es sich nicht um den gefährlichen Eichenprozessionsspinner. Die Haare, der in großen Verbänden (Prozessionen) marschierenden Raupen sind über Jahre hinweg für den Menschen gefährlich. Sie können Raupendermatitis und Allergien auslösen. Eingeatmet können sie sogar die Lunge schädigen. In ausreichender Menge fressen die Prozessionsspinner ganze Baumgruppen kahl.

Und das ist die schlechte Nachricht

Ausschlag an den Armen

Die schlechte Nachricht ist, dass eine der beiden entdeckten Raupenarten nicht minder gefährlich ist. Der Goldafter besitzt ebenfalls kleine Härchen, die Hautreaktionen hervorrufen können. Eine Bekämpfung ist aber nicht vorgesehen, bestätigten Landratsamt und Stadt Fürstenfeldbruck, auf deren Grund die Baumgruppe steht. „Der Bauhof hat das Gebiet nun abgesperrt und wird Hinweisschilder anbringen“, so die Stadtverwaltung. Es wird geraten, die Tiere nicht anzufassen und Abstand zu halten.

Die andere Raupe gehört zur Art der Ringelspinner und entwickelt sich später zu einem Nachtfalter. Auch diese Tiere bevorzugen Eichen und kleine Sträucher. Sie sind jedoch für den Menschen vollkommen ungefährlich. Man erkennt die Raupen deutlich an den blauen Streifen an der Seite und dem schwarzen Strich oben.

Betroffener will andere warnen

Heinz Wimmer hilft die nun erfolgte Einordnung freilich nichts mehr, aber für ihn war ohnehin das Wichtigste, dass andere Spaziergänger oder Radler vor den Raupen gewarnt werden – vor allem Eltern mit Kindern. In wenigen Wochen ist der Spuk dann vorbei. Die Raupen, die die Pusteln und den Juckreiz hervorrufen, verpuppen sich dann, um wenig später als Falter davon zu fliegen. 

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