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Die Adelshofenerin Jyoti Grüner liest in ihrem Zelt aus der Hand und legt Karten aus. Sie war begeistert vom ersten Mark ttag.   

Schloss Kaltenberg

Kaltenberg nähert sich der Normalität

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Kaltenberg  - Das Leben kehrt zurück auf das Gelände von Schloss Kaltenberg. Auch wenn es in diesem Jahr kein Ritterturnier geben wird, soll Marktbetrieb herrschen. Der Start am Pfingstwochenende fiel zwar noch recht bescheiden aus. Doch schon am kommenden Wochenende soll mehr los sein.

 Rund 120 Marktstände mit Kunsthandwerk und Leckereien sind üblicherweise bei den Ritterspielen vertreten. Ihnen allen haben die Verantwortlichen der Ritterturnier Kaltenberg Veranstaltungs-GmbH das Angebot gemacht, an den nächsten Wochenenden ihre Stände mietfrei auf dem Schlossgelände zu betreiben. Auch die Besucher zahlen keinen Eintritt.

Am Eingang bildeten sich am Wochenende dennoch Schlangen, denn es müssen die Kontaktdaten aufgenommen werden. Erwartungsvoll wanderten Paare und Familien, manche in mittelalterlichen Kostümen, auf das weitläufige Gelände. Hier konnten sie zwar noch nicht viel shoppen, aber im Biergarten entspannen oder in der Ritterschwemme essen.

„Für die meisten Marktbetreiber war der Start zu schnell“, räumt Prinz Luitpold von Bayern im -Gespräch ein. „Aber wir haben selbst erst am Donnerstag die Genehmigung bekommen.“ Er hofft, dass nächstes Wochenende schon 20 Händler da sein werden und die Zahl weiter steigt. „Es sollen um die hundert werden.“

Zu den ersten vor Ort gehörte Henry Horger mit seinen vielen Sorten Honig, Met und Wachsprodukten. „Ich habe es ja nicht weit“, sagt der Augsburger. Als die Nachricht aus Kaltenberg kam, hat er sofort die Ware startklar gemacht – seine anderen Märkte fallen dieses Jahr aus. Bei den Ritterspielen betreibt Horger normalerweise einen kleinen Verkaufsstand im Wäldchen, jetzt hat er eine große Holzhütte direkt neben der Ritterschwemme aufgebaut. Der Standort ist eigentlich zu sonnig für seine Bienenprodukte, „aber solange es nicht sehr heiß wird, geht es“.

Ein paar Schritte weiter kann man einen Blick in die Zukunft werfen. In ihrem blauen Zelt legt die Adelshofenerin Jyoti Grüner Karten und liest aus der Hand. Auch sie hat alles stehen und liegen lassen, um bereits am Pfingstwochenende hier zu sein. „Das Angebot ist doch toll“, sagt die 67-Jährige.

Etwas enttäuscht schlendern Manfred und Elke Ben el Mekki über das Gelände. „Wir hatten erwartet, dass viele Stände hier sind“, sagen die beiden Ritterturnier-Stammgäste. Trotzdem ist das Brucker Ehepaar froh, „mal wieder etwas anderes zu sehen als den eigenen Garten“.

Armin Ewender, Karin Strobl, Christina Gibis und Isabell Anglsperger sitzen in mittelalterlichen Gewändern im Biergarten mit Blick auf die leere Arena. „Wir gehören zum Inventar der Ritterspiele“, sagen die Vier, die seit 25 Jahren als „Erste Münchner Barbaren“ Teil des Lagerlebens sind. Sie wollen mit ihrem Besuch auch in diesem Jahr Kaltenberg unterstützen – und finden es toll, dass das Schloss seinerseits den Händler hilft.

Prinz Luitpold ist froh, dass auf dem 50 000 Quadratmeter großen Areal unter Einhaltung sämtlicher Abstands- und Hygieneregeln ein gefahrloser Betrieb möglich ist. Nachdem in diesem Jahr alle Großveranstaltungen sowie etliche Hochzeiten und Familienfeiern abgesagt wurden, habe man nach Alternativen gesucht, um wenigstens die Gastronomie wieder in Gang zu bringen – und die allgemeine Stimmung zu heben. Um die Binnenkonjunktur anzukurbeln, müsse wieder mehr Freude ins Leben einziehen.

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