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Vor der OB-Wahl in Bruck

Die Kandidaten wollen Innenstadt ohne Umfahrung entlasten

Fürstenfeldbruck – Sie stellten sich gegenseitig vor, waren bei manchen Sachen einer Meinung, bei anderen gab es einige Differenzen: Im Endspurt des OB-Wahlkampfes trafen alle sechs Kandidaten bei einer Podiumsdiskussion aufeinander.

Nach der Einstiegsrunde, bei der sich die Kandidaten gegenseitig vorstellten, wurde es ernst. Einzelne große Themenblöcke wurden jeweils von einem Kandidaten einleitend vorgestellt. Erich Raff überraschte beim Komplex Verkehr mit dem neuen Vorschlag, die Staatsstraße 2054 aus dem Stadtgebiet verlegen zu wollen – bisher läuft diese über die Landsberger Straße stadtauswärts.

Verkehrsprobleme

An eine Umfahrungsstraße zur Entlastung der Innenstadt denkt keiner der Kandidaten, wie bei der Podiumsdiskussion deutlich wurde. Stattdessen werden Maßnahmen wie eine niedrigere Tonnage-Beschränkung der Amperbrücke und Geschwindigkeitsbegrenzungen von allen favorisiert. Für Florian Weber ist das gesamte Thema der B 2 aber überhaupt nicht relevant für den OB-Wahlkampf, wie er befand: „Es ist total unrealistisch, dass sich in den nächsten drei Jahren etwas bewegt.“ Weber will im Falle eines Wahlsieges nach drei Jahren zurücktreten, um Stadtrats- und OB-Wahl zu harmonisieren – wie übrigens auch Elisabeth Staffler.

Fliegerhorst-Umbau

Beim Thema Konversion Fliegerhorst hatte dann Georg Stockinger einen neuen Ansatz parat: Die Polizeischule könnte aus dem Kloster ins Blaue Palais umziehen, das Landratsamt dafür ins Kloster ausweichen. Philipp Heimerl konnte sich in dem großen Palais in Fursty auch Ableger von Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen vorstellen. Martin Runge, der das Thema eingeleitet hatte, sah die Dimensionen von 5000 neuen Bürgern, welche bisher immer als Marke genannt werden, sehr kritisch. Runge kündigte an, beim Flächenkauf mit dem Grundstückseigentümer hart zu verhandeln, da auch BMW einen äußerst geringen Preis gezahlt habe.

Günstiger Wohnraum

Bei seinem Leib- und Magenthema bezahlbarer Wohnraum hatte Philipp Heimerl dann drei konkrete Vorschläge parat: eine städtische Wohnungsbaugesellschaft, eine Förderung des genossenschaftlichen Bauens und eine städtische Wohnungstauschbörse. Auch interkommunale Zusammenarbeit sei denkbar. Er stichelte in Richtung Raff: „Es sind immer die CSU-Bürgermeister, die bei so etwas nicht mitziehen.“ Man habe aber nicht viele städtische Grundstücke, entgegneten Raff und Stockinger darauf. Weber plädierte im Anschluss noch für niedrigere Sicherheitshürden bei städtischen Festen, Staffler will Initiativen aus der Bürgerschaft besser fördern.

Straßennamen

Eine schriftliche Frage aus dem Publikum löste hörbares Raunen aus.Wie es die Kandidaten mit der Umbenennung von belasteten Straßennamen halten würden, wurde dort gefragt. Besonders der antisemitische Schriftsteller Julius Langbehn und Nazi-Opportunist Wernher von Braun stehen dort seit langer Zeit im Fokus der Diskussion. Fast alle der Kandidaten plädieren aber nur für Hinweistafeln an den Straßen, auf denen weitere Informationen stehen sollen. Einzig SPD-Kandidat Philipp Heimerl, studierter Historiker, sprach sich für eine Umbenennung der Straßen aus. Eine Hinweistafel sei einfach zu wenig, kritisierte er. (fd)

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