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Kapazität des Corona-Impfzentrums soll ausgeweitet werden - Impf-Appell des Landrats

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Von: Thomas Steinhardt

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Coronavirus - Bayern - Impfzentrum
Das Brucker Impfzentren soll aufgestockt werden. Dafür braucht es Personal. © Peter Kneffel / dpa

Die Kapazitäten des Brucker Impfzentrums sollen aufgestockt werden. Gleichzeitig appelliert der Landrat an alle Bürger, das Angebot wahrzunehmen.

Fürstenfeldbruck - Bereits in der vergangenen Woche wurde im stationären Impfzentrum Fürstenfeldbruck die doppelte Anzahl an Impfungen verabreicht als ursprünglich geplant; es wurden rund 1800 Dosen verimpft. Das Landratsamt reagiert auf diese stark steigende Nachfrage und wird die Kapazitäten weiter so schnell wie möglich ausweiten, zunächst auf bis zu 4000 Impfungen pro Woche stationär zuzüglich mobiler Impfungen. Das teilt die Kreisbehörde mit.

Voraussetzung sei, dass das dafür nötige Personal gefunden wird. Die derzeit etwa 45 Mitarbeiter (mit verschiedenen Zeitmodellen) starke Belegschaft müsste dazu auf etwa 100 anwachsen. Damit befriedige das Landratsamt einen Bedarf, der offenbar von den niedergelassenen Ärzten im Landkreis nicht mehr bewältigt werden kann, so die Kreisbehörde.

Die Übernahme des Impfzentrums

In Rekordzeit habe das Landratsamt Ende Oktober die Übernahme des Impfzentrums organisiert. Dies war notwendig, da sich andernfalls die Vergabe der Betreiberschaft aufgrund einer von einem Bieter angestrengten rechtlichen Auseinandersetzung über Monate verzögert hätte. Eine Fremdvergabe für die Zwischenzeit hätte dieselben rechtlichen Probleme verursacht. Deshalb musste in kürzester Zeit die Logistik aufgebaut und insbesondere das Personal gesucht und eingestellt werden. „Glücklicherweise standen dem Landratsamt viele Mitarbeiter, die zuvor für das BRK gearbeitet hatten, zur Verfügung“, heißt es in der Mitteilung. Für die Aufstockung sucht das Landratsamt weiter Personal, insbesondere auch für den Verwaltungsbereich. Interessenten können sich unter impfzentrum@lra-ffb.de melden.

Die Ausschreibung war notwendig geworden, weil der Freistaat Bayern seine Vorgaben für die (staatlichen) Impfzentren geändert hatte. Das Impfen sollte in erster Linie durch die Hausärzte erfolgen, die staatlichen Impfzentren nur hilfsweise und primär im mobilen Bereich im Einsatz sein, so dass deren Kapazitäten um rund 75 Prozentherunterzufahren waren.

So geht´s zum Impftermin

Landrat Thomas Karmasin ist froh, dass der Übergang so reibungslos gelaufen ist: „Das war schon ein Kraftakt, quasi über Nacht den Betrieb eines Impfzentrums zu übernehmen. Das gehört ja nicht zu den Kernaufgaben des Landratsamts, sondern ist primär eine Aufgabe der niedergelassenen Ärzte. Ich bin froh, dass wir das ohne Impfpause geschafft haben.“

„Die Lage in den Krankenhäusern ist besorgniserregend. Ich rufe alle, die noch geimpft werden können, dazu auf: Lassen Sie sich impfen! Impfen ist keine Privatsache, sondern wichtig für uns alle, insbesondere aber für diejenigen, die auf eine medizinische Intensivversorgung angewiesen sind.“

Landrat Thomas Karmasin

Wer sich im Impfzentrum impfen lassen will, braucht einen Termin und muss sich registrieren lassen unter www.impfzentren.bayern.de (auch erreichbar über die Homepage des Landratsamts unter www.lra-ffb.de) . Den Pflegeheimen machte das Impfzentrum bereits Mitte September und erneut Anfang November das Angebot der mobilen Booster-Impfung. Es wurde von fast allen Heimen zurückgemeldet, dass die Hausärzte dies übernehmen.

Die Impfquote

Die Quote derer, die sich im Landkreis zum zweiten Mal haben impfen lassen, liegt Stand 14. November bei 60,2 Prozent. Das sind rund 132 000 Personen (ausgehend von einem Bevölkerungsstand von 219 077), so das Landratsamt. Von diesen wurden 57144 in den Arztpraxen des Landkreises zweitgeimpft. Diese Zahlen geben allerdings nicht die gesamte Anzahl der Landkreisbürger wieder, die bereits zweimal geimpft sind. Ein Teil der Bürger habe sich außerhalb des Landkreises impfen lassen. „Man kann also nur sagen, dass es derzeit möglicherweise bis zu 87 000 ungeimpfte Menschen im Landkreis Fürstenfeldbruck gibt. Die genaue Zahl ist nicht bekannt“, so eine Sprecherin des Landratsamts. Zieht man davon die unter Zwölfjährigen – das sind circa 20 000 (Stand 31. Dezember 2020) – ab, so könnten noch bis zu 67 000 Menschen im Landkreis eine Impfung erhalten, haben sich aber noch nicht impfen lassen.

Mit diesem Plakat wirbt der Landkreis fürs Impfen.
Mit diesem Plakat wirbt der Landkreis fürs Impfen. © mm

Aussagekräftig sei dagegen die Zahl für die Bundesländer und den Bund. Stand 15. November beträgt die Impfquote für Bayern 67,4 Prozent. (Quelle: RKI Impfquotenmonitoring auf GitHub). Die Sprecherin betont: Ungeimpfte Personen haben ein erheblich höheres Risiko, in einem Krankenhaus behandelt werden zu müssen. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Bayern werden pro 100 000 Einwohner 12,8 ungeimpfte Personen eingewiesen, während der Wert bei Geimpften bei knapp einem Fünftel davon liegt, nämlich bei 2,5 Personen pro 100.000 Einwohner (7-Tage Hospitalisierungs-Inzidenz für die Gruppe der Ungeimpften bzw. der Geimpften, Quelle: www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronavirus/karte_coronavirus/index.htm ).

Impf-Appell

Die Krankenhäuser seien jetzt schon überlastet, die Intensivstationen seien bereits voll. Thomas Karmasin appelliert daher: „Die Lage in den Krankenhäusern ist besorgniserregend. Ich rufe alle, die noch geimpft werden können, dazu auf: Lassen Sie sich impfen! Impfen ist keine Privatsache, sondern wichtig für uns alle, insbesondere aber für diejenigen, die auf eine medizinische Intensivversorgung angewiesen sind.“

Für spezielle Fragen und zur Beratung stehen im Impfzentrum Fürstenfeldbruck Ärzte verschiedener Fachrichtungen bereit, etwa Gynäkologen und Kinderärzte. Viele Menschen bewegt etwa die Frage, ob die Impfung unfruchtbar mache. Dies tut sie nach Auskunft der Experten nicht. Die Stiko empfiehlt die Impfung auch bei Kinderwunsch. Ältere Menschen sorgen sich um ihren Kreislauf, ihr Herz oder ihre Lunge. Auch diese Sorgen seien n der Regel unbegründet. Es sei besser, diese und andere medizinischen Fragen mit den Fachleuten vor Ort zu klären als vermeidbar das größere Risiko einer Coronainfektion mit schwerwiegenden Folgen auf sich zu nehmen, heißt es weiter.

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