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Wolfgang Weigert (r.), Präsident des Bayerischen und Deutschen Karateverbandes, übergibt Klaus Sterba die Urkunde zum 9. Dan.

Besondere Auszeichnung 

Karate ist für den Brucker Klaus Sterba mehr als ein Sport

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Karate ist für Klaus Sterba (70) eine Lebensphilosophie. Mit der Verleihung des 9. Dan erhielt der Brucker die Würdigung für ein Leben, das ihn im Namen des Karate durch die ganze Welt führte.

FürstenfeldbruckDass Klaus Sterba einmal Mitglied der deutschen Karate-Nationalmannschaft und Welt-Kampfrichter werden würde, stand in den 1960er-Jahren noch in den Sternen. Damals kam er als 14-Jähriger erstmal mit Karate in Kontakt. „Ein hier stationierter amerikanischer Soldat schwärmte mir damals von der Kampfsportart vor, die er bei seinem Einsatz im Koreakrieg kennengelernt hatte“, erklärt Sterba. „Ich war sofort begeistert, aber ausüben konnte ich den Sport noch nicht.“ Dem gebürtigen Straubinger fehlten Gleichgesinnte und Lehrmeister. Sterba erzählt: „Meine Eltern und Geschwister hatten mit Sport nichts am Hut. Auch sonst kannte hier niemand Karate. Also spielte ich in meiner Jugend Fußball.“

Tritt in die Fußstapfen des Opas: Lukas hat den orangenen Gürtel erreicht.

Erst mit 22 begann Sterbas schneller Aufstieg. Beim TuS Fürstenfeldbruck trat er der Karate-Abteilung bei. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich Sterba. „Karate war für mich viel mehr als ein Sport, es war eine lebensbegleitende Maßnahme wie Essen und Trinken.“ Sterbas damaliger Trainer, der Japaner Makashima Takashi, wurde sein erster Lehrmeister. „Ich merkte, dass es beim Karate um viel mehr geht, als den Sport selbst“, führt Sterba aus. „Es ist ein Reifungsprozess, körperlich und geistig. Die Vorteile übertragen sich auf alle Lebensbereiche.“ Natürlich gehöre zum Karate auch Talent und Veranlagung, aber Sterba findet vor allem die innere Einstellung entscheidend. „Das wichtigste sind Beständigkeit und Beharrlichkeit. Dazu gehört auch Demut. Man muss bereit sein, vom Karate zu lernen und an sich zu arbeiten. Wer denkt, dass Karate einem etwas schuldet oder dass es leicht sein muss, kommt nicht weit.“

Sterba trainierte von Anfang an täglich

Im Sinne dieser Philosophie trainierte Sterba von Anfang an täglich. Und tut dies auch bis heute. „Ich studierte ständig neue Formen und feilte immer wieder an den Bewegungsabläufen“, berichtet Sterba. Dieser bedingungslose Einsatz brachte den Spätstarter bis in die Nationalmannschaft. Für die startete Sterba bis 1980. Anschließend war er als Kampfrichter auf höchster Ebene in der ganzen Welt unterwegs. „Ich reiste auch viel, um mich mit Karatekünstlern aus aller Welt zu treffen“, so Sterba. „Ich wollte neue Stile kennenlernen, den Blick über den Tellerand wagen.“ Seine Reisen verschlugen den Brucker in über 100 Länder auf allen Kontinenten.

Mit der Ernennung zum 9. Dan würdigt der Karateverband das Leben Sterbas. Es ist der zweithöchste Rang des Karate und gleichzeitig der erste, der nicht mit einer Prüfung vergeben wird. Man muss ihn als Würdigung besonderer Leistungen verliehen bekommen. „Die Ernennung ist eine große Ehre“, meint Sterba. „Auch meine Familie war völlig begeistert.“

Inzwischen gibt Sterba als Dojoleiter des Brucker Budokan sein Wissen an Schüler weiter. „Mir ist wichtig, einen Lebensstil zu vermitteln“, sagt Sterba, dessen Schüler von seinen breiten Erfahrungen profitieren. „Ich habe das alles vorgelebt, mir nicht nur ausgedacht oder irgendwo gelesen.“

Sterba freut sich besonders, dass sein zehnjähriger Enkel in seine Fußstapfen tritt. „Jetzt bekam Lukas seinen orangenen Gürtel, da war ich sehr stolz“, erzählt Sterba.

Christian Masengarb

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