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Gericht

Kinderpornos: Freispruch zweiter Klasse

 Weil Kinderpornos auf seinem Computer gefunden wurden, landete ein 27-Jähriger vor dem Amtsgericht. Er verließ es, ohne verurteilt zu werden – eine Schuld konnte ihm nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Westlicher Landkreis

Eine Institution in den USA hatte 2017 die deutsche Polizei auf einen Computer im westlichen Landkreis aufmerksam gemacht. Unter der IP-Adresse des Rechners war ein kinderpornografisches Bild hochgeladen worden. Die Polizei beschlagnahmte den Rechner und lud den Sohn des Hauses, einen 27-Jährigen zur Vernehmung vor. Dabei musste der 27-Jährige auch sein Handy abliefern. Darauf wurde dann ein weiteres einschlägiges Bild entdeckt. Das Foto war zwar bereits gelöscht worden, ein Experte konnte es aber wiederherstellen.

Der Staatsanwalt war von der Schuld des 27-Jährigen überzeugt und beantragte, ihn zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe zu verurteilen. Doch der Richter schloss sich dem Antrag des Verteidigers an und sprach den Angeklagten frei. Denn der Laptop auf dem das eine kinderpornografische Bild entdeckt worden war, war zwar von der Polizei im Zimmer des 27-Jährigen gefunden worden. Der Computer stand aber der gesamten vierköpfigen Familie mit zwei männlichen Mitgliedern zur Verfügung. „Warum soll es nicht der Vater gewesen sein?“ Diese rhetorische Frage stellte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Auch Freunde der Schwester hätten den Laptop nutzen können. Wann das Foto auf das Handy des Angeklagten gekommen war, konnte nicht geklärt werden. Das wäre wichtig gewesen, da der Angeklagte angab, er habe das Mobiltelefon 2017 über mehrere Wochen an einen Freund verliehen. Auch Familienmitglieder hätten es benutzt. Für den Richter stand letztlich fest, trotz erheblicher Verdachtsmomente gibt es keinen Tatnachweis und sprach den Angeklagten frei.  sus

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