Lichtspielhaus FFB

Kino im Kino: Stadträte sagen klar Nein

Ein Saal im Saal? Diese Idee des Lichtspielhaus-Betreibers Markus Eisele ist im Stadtrat gestoppt worden. Stattdessen wird ein Podest errichtet.

Fürstenfeldbruck – Eine Art Box im bestehenden Kinosaal wird es nicht geben. Dabei war das Konzept mit dem Saal im Saal Eiseles Favorit. „Eine Art Wohnzimmerkino“ nannte er es. Für Eisele ist ein zweiter Saal ein möglicher Schlüssel, um das Kino wirtschaftlich solide betreiben zu können. So könnten im denkmal geschützten Lichtspielhaus insgesamt mehr Filme gezeigt und mehr Karten verkauft werden. Er hat auch bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Schon vor zwei Wochen hatte sich aber bereits angedeutet, dass Eiseles Pläne von den Fürstenfeldbrucker Stadträten abgelehnt werden. In der letzten Planungs- und Bauausschusssitzung argumentierten noch einmal einige Räte gegen einen Saal im Saal. „Abwegig“ fand zum Beispiel Planungsreferent Christian Stangl (Grüne) diese Idee.

Schließlich müsse man dann in ein bestehendes Denkmal hineinbauen. Genau wie Stangl befürchteten einige seiner Kollegen, dass das zuständige Landesamt für Denkmalschutz mit einem solchen Plan keinesfalls einverstanden ist. Man wolle mit der historischen Bausubstanz arbeiten, und keinen Saal im Saal haben, sagte Uli Schmetz (SPD)– so sei es bei der Vergabe des Lichtspielhauses an den Betreiber besprochen worden.

Kulturreferent Klaus Wollenberg (FDP) erinnerte an frühere Planungen, in denen ein solches Konzept angeschaut worden war. Schalldämpfung, neue Technik und eigene Belüftung müssten dazu um- und eingebaut werden, sagte Wollenberg: „Es ist jedenfalls ein ziemlicher Aufwand notwendig.“

Eisele hatte allerdings im Vorfeld schon signalisiert, dass er den zweiten Saal komplett alleine bezahlen würde. Auf die Stadt kämen keine Kosten zu.

Die Stadträte aber beschlossen mit deutlicher Mehrheit: In den hinteren Teil des Kinosaals wird wie geplant ein Podest eingebaut, das erhöht über dem Boden liegt. Das Podest will der Trägerverein IG Lichtspielhaus für seine kulturellen Veranstaltungen nutzen. „Damit ist auch diese Box für alle Zeiten erledigt“, sagte Christian Stangl.

Von Juni bis September wird außerdem die Fassade des Lichtspielhauses in den historischen Farben gestrichen. Die Stadtverwaltung hatte zudem vorgeschlagen, den Bodenbelag im Foyer auszutauschen. Dieser passe optisch nicht zur neuen Gestaltung des Eingang- und Aufenthaltbereiches. Da man sowieso alles neu gestalte, bedeute ein neuer Boden auch einen Mehrwert für viele Jahre. Die meisten Stadträte stimmten jedoch gegen den Austausch, der 5000 Euro kosten würde. Ihrer Meinung nach ist die optische Wirkung des alten Belags, der nicht kaputt ist, kein stichhaltiges Argument dafür.

Ein zweiter Saal für das Lichtspielhaus ist damit nicht gestorben. Der Möglichkeit eines Anbaus von außen an das Lichtspielhaus lehnen die Stadträte nicht generell ab. Dabei wird spannend, wie sich das Landesamt für Denkmalschutz positioniert. Das Gebäude wurde 1930 gebaut und ist eines der ältesten erhaltenen Kinos in Bayern. (fd)

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