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In freudiger Erwartung: Die Premieren-Besucher kurz vor Filmstart im Kinosaal.

Premiere

Volles Lichtspielhaus: Film ab für Kino-Neuanfang

Vorhang auf, Film ab: Nach viereinhalb Jahren flimmern im Lichtspielhaus wieder Kinostreifen über die Leinwand. Nach dem steinigen Weg in den letzten Jahren war die Stimmung bei der Wiedereröffnung dementsprechend gelöst.

Fürstenfeldbruck – Boshafte Zeitgenossen hatten bisweilen behauptet, in den letzten Jahren sei soviel über das geschlossene Lichtspielhaus gesprochen worden, wie in den Jahren seines Betriebs insgesamt. In der Tat: Seitdem das Kino vor viereinhalb Jahren zugemacht wurde und die Stadt es dann kaufte, wurde viel debattiert, geplant und auch gestritten. Nun betreibt die Arena Filmtheater GmbH von Markus Eisele und Christian Pfeil das Haus zusammen mit dem Verein IG Lichtspielhaus.

Boshaft wollte am großen Abend der Wiedereröffnung aber niemand sein. Im voll besetzten Kinosaal waren die geladenen Gäste in freudiger Stimmung und froh, dass im Lichtspielhaus endlich wieder Filme auf die Leinwand kommen. Zwischen den Festreden zur Einweihung wurden den Gästen als Appetithappen deswegen immer wieder kurze Einspieler und Trailer gezeigt. Nach dem Festakt lief auch schon der erste „reguläre“ Film im Programm – die deutsche Tragikkomödie „Simpel“ wurde extra für Fürstenfeldbruck bereits vor der eigentlichen Premiere im November gezeigt.

Markus Eisele: „Jeder der heute Abend hier ist, verbindet mit dem Lichtspielhaus etwas“

„Es hätte auch ein Kindergarten sein können“, erinnerte auch OB Erich Raff (CSU) an den „mühsamen und zum Teil auch politisch umstrittenen“ Weg. Raff lobte die Rathausverwaltung und Initiatoren der IG wie Richard Bartels, Claudia und Peter Greppmair für ihr großes Engagement. Die Brucker müssten jetzt nur noch wieder das Lichtspielhaus besuchen, damit es wieder zu einem „kulturellen Anlaufpunkt“ in der Stadtmitte werde.

Denn das erhoffen sich alle Verantwortlichen vom neu eröffneten Filmtheater. Dass es einen sichtbaren Beitrag zu Fürstenfeldbrucks kultureller Stadtlandschaft leistet. Das Lichtspielhaus, 1930 eröffnet, ist immerhin das älteste bestehende Kinogebäude Bayerns und somit fest in den Erinnerungen aller Brucker über 20 verankert. „Jeder der heute Abend hier ist, verbindet mit dem Lichtspielhaus etwas“, sagte Markus Eisele. Er und sein Partner bieten in all ihren Häusern sogenanntes „Programmkino“ an – Filme, die man im normalen Kino wahrscheinlich fast nie zu sehen bekommt, alte Klassiker, Arthouse-, Independent- und auch abseitige Produktionen. „Sie müssen nur wiederkommen, dann bleibt das Kino“, sagte Eiseles Partner Christian Pfeil. Einer, der bestimmt immer wiederkommt, ist der Vorsitzende der IG Lichtspielhaus, Richard Bartels. Schließlich sei die Entscheidung für sein Engagement zuerst ein zutiefst selbstbezogenes gewesen, flachste er: „Ich wollte wieder ins Kino gehen, ohne dass ich ins Auto steigen muss.“ Der Verein, der mittlerweile schon 180 Mitglieder zählt, wird sich auch aktiv in den Betrieb einbringen und zum Beispiel beim Personal mithelfen.

Den Winter und Frühling über können nun Kinofreunde das Lichtspielhaus besuchen. Denn im April 2018 beginnen noch einmal Umbauarbeiten, sodass auch Kleinkunst und andere Veranstaltungen im Lichtspielhaus einen Platz finden. Fünf Termine pro Monat stehen dann für dieses Programm zur Verfügung. 

Von Fabian Dilger

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