Online-Händer Maximilian Mayr macht es sich auf Klappstuhl-Aufsätzen für Bierkästen gemütlich. foto:Weber

Interior in Fürstenfeld

Klappstuhl-Aufsatz für Bierträger: Handwerksmesse startet mit Innovationen

In diesem Jahr steht besonders das Holzhandwerk im Vordergrund. Viele Schreiner aus der Region präsentieren am Wochenende ihre Werke auf der Messe „interior“ im Veranstaltungsforum. Der Einfallsreichtum der Handwerker kennt dabei keine Grenzen.

Fürstenfeldbruck – Im Internet lassen sich schon lange nicht nur Schuhe und Bücher bestellen, sondern auch ganze Regalwände oder Einbauküchen. Wer aber den regionalen Schreiner bevorzugt, ist auf der „interior“-Messe im Veranstaltungszentrum genau richtig. 67 Aussteller präsentieren das gesamte Wochenende über Qualität, Handwerkskunst und nachhaltige Produkte für das traute Heim.

Besonders im Fokus stehen hierbei die regionalen Schreiner: „Fürstenfeldbruck ist Hochburg des Schreinerhandwerks,“ sagte Kreis-Handwerksmeister Harald Volkwein in seiner Begrüßungsrede am Freitag. Das erfährt der Besucher schon beim Betreten der Messe.

Eine ganz spezielle Kommode

Gleich am Eingang zur Tenne steht Bernhard Bals’ Gesellenstück. Der Schreiner hat einen sogenannten Taschenleerer entworfen. „Ich wollte etwas bauen, was ich auch wirklich brauche,“ sagte der 19 Jährige. „Bei dieser Kommode geht es darum, alles Wichtige aus den Hosentaschen an einem Ort zu verstauen.“ Schlüssel, Geldbeutel, Handy und Co. wandern in das mit Filz ausgekleidete Holzkästchen. Inspiration fand Bernhard Bals bei seinen Chefs: „Unsere Schreinerei vertritt grundsätzlich ein sehr modernes Design.“

Für den Schirmherr der Ausstellung, Staatssekretär Roland Weigert, ist die Messe vor allem ein Podium für die regionale Leistungsfähigkeit. „Wir sehen hier Kunsthandwerk und Handwerkskunst,“ sagte Weigert. „Das macht Bayern aus. Es ist nicht nur ein Naturland, sondern auch ein Kulturland.“

Kunsthandwerk

Künstlerisch und farbenfroh geht es auch bei Pia Marquitan und Johannes Widmann von GussHolz zu. Die beiden Kunsthandwerker aus Olching verzieren ihre Werke mit buntem Epoxyd-Harz und verarbeiten es weiter zu Möbeln. Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Faktor des Unternehmens: „ Holz wandert sehr oft in den Häcksler, nur weil es Astausbrüche, Löcher oder Makel hat,“ sagt Marquitan. Diese Fehler werden nun mit dem Harz bereinigt und ein neues Unikat entsteht.

Gleich nebenan verkauft Maximilian Mayr das Beste aus aller Welt: Von Lederwaren, über Töpfe, Gartengeräte oder Champagner. „Ich suche die Produkte sehr sorgfältig aus,“ sagt Mayer. In seinem Onlineshop werden nur Güter verkauft, die nachhaltig hergestellt und qualitativ hochwertig sind. Damit unterstützt der Verkäufer aus Mammendorf wiederum kleine Betriebe und Manufakturen.

Am Beispiel von Maximilian Mayr zeigt sich auch die Einschätzung von Roland Weigert, dass sich Digitalisierung und individuelle Handwerkskunst in kleinständigen Unternehmen nicht ausschließen, sondern gegenseitig von einander profitieren können. Anabell Pazur

Service

Die Messe ist am Samstag und Sonntag von jeweils 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Diese Weihnachtsgeschichte hat kein Happy End: „Mir wird das Herz aus dem Leib gerissen“
Manfred Piringer, 55, aus Olching hat sich ins Weihnachtsfest verliebt. Jedes Jahr beleuchtet er sein Haus und denkt sich ein Musical mit Schneemann und Christkind aus. …
Diese Weihnachtsgeschichte hat kein Happy End: „Mir wird das Herz aus dem Leib gerissen“
Vergessene Orte im Landkreis Fürstenfeldbruck: Das Versteck der Munitionszüge
Das Gleis war nur einen Kilometer lang. Doch für Geltendorf hätte es direkt in die Katastrophe führen können.
Vergessene Orte im Landkreis Fürstenfeldbruck: Das Versteck der Munitionszüge
Maisach mahnt gerechtere Verteilung der Flüchtlinge an
 Die Gemeinde sagt Stopp: In Maisach werden keine weiteren Flüchtlinge untergebracht, die Zahl der Plätze wird durch Auflösung einer Unterkunft sogar reduziert.
Maisach mahnt gerechtere Verteilung der Flüchtlinge an
Sie wollen mitreden und die Stadt gestalten
Der neue Teilhabebeirat hat seine Arbeit aufgenommen und einen Vorsitzenden gewählt. Ziele und Vorgehen müssen aber noch feinjustiert werden.
Sie wollen mitreden und die Stadt gestalten

Kommentare