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Zebras und Giraffen finden auf der Riesenbühne im Brucker Stadtsaal tierisch gut zusammen. 

Premiere mit 100 Mitwirkenden

Kleine Musical-Stars auf großer Bühne

Eine Musical-Produktion mit fast 100 Mitwirkenden ist an sich schon eine Herausforderung. Was aber, wenn die Darsteller noch im Grundschulalter sind? Dass es geht, haben Kinder aus allen Ecken des westlichen Landkreises im Brucker Stadtsaal bewiesen.

Fürstenfeldbruck – „Tuishi pamoja“, so der Titel des Musicals, ist Swahili und bedeutet „wir wollen zusammen leben“. Genau das aber wollen die Helden der Story zunächst nicht. Zebras und Giraffen stehen sich in verfeindeten Herden voller Vorurteile gegenüber – bis das Zebra-Mädchen Zea und der Giraffen-Junge Raffi sich anfreunden. Und weil alle gemeinsam Angst vor den Löwen haben und ein paar pfiffige Erdmännchen nachhelfen, gelingt schließlich der Durchbruch. Die Zebras stellen fest, dass man auch mit langhalsigen Tieren vernünftig reden kann. Und die Giraffen sehen ein: Streifen machen doch nicht blöd.

Vor voll besetzten Zuschauerreihen im Scheinwerferlicht auf einer Riesenbühne stehen, die man vorher nur ein einziges Mal inspizieren konnte – die sechs- bis zwölfjährigen Musical-Stars ließen sich davon nicht einschüchtern. Paula Schneider Mendoza als Zea und Andreas Wenig als Raffi spielten ihre Hauptrollen mit Bravour, die Chöre waren mit sichtlichem Spaß und Engagement bei der Sache. Die Löwen begeisterten mit einer katzenhaft-geschmeidigen Tanzeinlage, und die braun kostümierten Erdmännchen eroberten die Zuschauerherzen mit ihrem Gewusel und ihren frechen Sprüchen.

Die Begleitung dazu lieferten fortgeschrittene Instrumentalschüler der Schöngeisinger Heinrich-Scherrer-Musikschule, die in Gestalt von Leiterin Monika Stöhr die Federführung des Projekts innehatte. Außerdem waren die Kinderchöre der Rasso-Musikschule Grafrath, der Musikschule Geltendorf und des Liederhorts Adelshofen mit von der Partie.

Sie alle konnten vor der Aufführung nur zweimal gemeinsam proben. In den Monaten zuvor hatte jeder Chor an seinem Ort geübt, um Kindern und Eltern ständige Fahrten und lange Wartezeiten zu ersparen. „Sonst wäre das Ganze überhaupt nicht zu organisieren gewesen“, sagt Monika Stöhr. Nicht mal eine Generalprobe im Stadtsaal hatte es gegeben. Dafür wurden in der Turnhalle in Landsberied die Ausmaße der Bühne auf dem Hallenboden abgeklebt, damit die Kinder eine Vorstellung von den Größenverhältnissen bekamen.

Dass mit Barbara Lackermeier eine Profi-Regisseurin die Fäden in der Hand hatte, empfand nicht nur die musikalische Leiterin Monika Stöhr als „Riesengeschenk“. Der Inszenierung merkte man den Sachverstand und die Liebe zum Detail an. Bereits seit 1996 bringt die Heinrich-Scherrer-Musikschule immer mal wieder große Projekte auf die Bühne. „Aber so viele Beteiligte waren es noch nie“, so Stöhr. Den Anstoß gab diesmal eine zweckgebundene Spende der Chorgemeinschaft Landsberied, die für Kinder aus ihrem Ort die Möglichkeit schaffen wollte, an einem Musical mitzuwirken. Bereits auf den ersten Aufruf meldeten sich 30 Schüler, die gern mitmachen wollten. Monika Stöhr weiß, dass Erlebnisse wie der Auftritt auf der großen Bühne den Kindern nachhaltig im Gedächtnis bleiben – und vielleicht dafür sorgen, dass Musik immer ein Teil ihres Lebens sein wird.

Von Ulrike Osman

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