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Kloster Fürstenfeld: Bei der Kirta lebt die Tradition

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Von: Andreas Daschner

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Tradition war das Stichwort bei der elften Fürstenfelder Kirta. Im Veranstaltungsforum gab es Tanz, ein wenig Handwerk und natürlich die obligatorische Kirchweihnudel.

FürstenfeldbruckUrsprünglich wurde die seit dem fünften Jahrhundert belegte Kirta in jedem Dorf an einem anderen Tag gefeiert, nämlich am Namenstag des Patrons der Kirche. Erst 1868 wurde der dritte Sonntag im Oktober als einheitlicher Termin festgesetzt – auch, um die Feierlichkeiten auf die arbeitsreiche Zeit nach der Ernte zu verlegen. Schließlich war das Fest gerade für die ländliche Bevölkerung eine Riesengaudi, traf man sich doch sonst eher selten bei Musik, Tanz und kulinarischen Genüssen.

Heute hat die Kirta auch die Städte erreicht. Eines ist aber gleich geblieben: das gesellige Beisammensein. Und das stand auch in Fürstenfeld im Mittelpunkt. Für den musikalischen Rahmen sorgten die Stadtkapelle und das Volksmusikduo „Er und Sie“. Dazu gab es leckere Kirchweihnudeln, Brotzeiten und einen Markt. Die kleinen Besucher konnten sich auf der Schiffsschaukel, auf dem Karussell oder auf der Heuballen-Burg vergnügen.

Selbstverständlich durfte auch Volkstanz bei der Kirta nicht fehlen. Die Trachtenvereine Almfrieden aus Gröbenzell und D’Maisachtaler begeisterten die Zuschauer. „Wir sind von Anfang an bei der Fürstefelder Kirta dabei – heuer also schon zum elften Mal“, sagt Ralf Hollenbach, Vorsitzender von Almfrieden Gröbenzell. Die Traditionsveranstaltung sei immer wieder schön. „Hier ist auch das Publikum an den Tänzen sehr interessiert, das ist nicht überall so.“ Zugleich ist das Fest eine gute Werbung. „Wir hatten schon einige Kinder, die uns bei der Kirta gesehen haben und dann dem Verein beigetreten sind.“

Die mehr als 20 aktiven Kinder und rund 20 erwachsenen Tänzer wählten heuer aus ihrem Repertoire von rund 20 Tänzen unter anderem die Klatschpolka, den Sterntanz, einen Dreisteirer und einen Rheinländer Plattler aus. Dafür ernteten sie von den zahlreichen Zuschauern an den voll besetzten Tischen im Innenhof des Veranstaltungsforums reichlich Applaus.

Neben den kulturell interessierten Besuchern kamen aber auch Handwerks-Begeisterte auf ihre Kosten. In der Tenne führte die Brucker Spinnstub’n ein eigentlich schon ausgestorbenes Handwerk vor. An ihren Spinnrädern produzierten die Mitglieder feine Fäden und ermöglichten auch den Kindern, Wolle zu kämmen oder Fäden zu spinnen. Auch die Spinnstub’n war bereits zum elften Mal in Fürstenfeld dabei. „Das passt einfach zum Ambiente“, sagt die Vorsitzende Roswitha Hofrichter.

Interesse am einst vornehmlich von Frauen ausgeübten Beruf zeigen aber nicht nur die Kinder und das weibliche Geschlecht. „Die Männer schauen sich vor allem die Technik der Spinnräder an“, sagt Hofrichter. Auch wenn die Industrieproduktion das Handwerk praktisch ausgelöscht hat, würden sich immer mehr Begeisterte finden, die das Handspinnen am Leben erhalten wollen – auch wegen Veranstaltungen wie der Kirta. „Hier ergeben sich immer gute Möglichkeiten für nette Gespräche“, sagt Hofrichter. Und dabei bleibt auch der eine oder andere hängen, der der Brucker Spinnstub’n beitritt.

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