Das Gebäude der Firma Schleifring in der Hasenheide. foto: peter weber

In Bruck

Knappe Mehrheit für Schleifring-Erweiterung

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Fürstenfeldbruck – Sollen Teile eines Waldstückes an der Maisacher Straße weichen, weil die Firma Schleifring mehr Parkplätze braucht? Diese Frage beschäftigt die Brucker Kommunalpolitiker seit drei Jahren. Nun ist eine Entscheidung gefallen.

Eine knappe Mehrheit im Bauausschuss hat der Erweiterung der Firma Schleifring im Gewerbegebiet Hasenheide zugestimmt. Damit verbunden ist die Verkleinerung eines Wald-Streifens im Osten des Unternehmens. Vertreter der Grünen, der SPD und Teile der BBV waren gegen die Änderung des Flächennutzungsplans „Am Hardtanger“. Sie unterlagen mit 6:7 Stimmen.

Damit ist die vorletzte Hürde bei einem Thema genommen, das seit fast drei Jahren immer wieder auf den Tagesordnungen einzelner Gremien stand. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat am Dienstag, 31. Januar.

Es ist eine Debatte, bei der es letztlich um die Frage geht: Sind die Interessen eines großen Gewerbesteuerzahlers in Bruck wichtiger als der Erhalt eines Waldstückes?

Das Unternehmen, das Schleifringe herstellt, die Daten und Energie übertragen, will eine neue Werks- und Montagehalle bauen. Zudem sollen Parkdecks entstehen. Dafür muss ein Waldstück an der Maisacher Straße in der Breite um 25 Meter kleiner werden.

Es handelt sich um einen so genannten Klimaschutzwald, der Lärm schluckt und sich positiv auf die Frischluftzufuhr zum angrenzenden Wohngebiet auswirkt. Naturschützer kritisierten den Plan.

Das Vorhaben verzögerte sich, unter anderem deshalb weil sich bei der öffentlichen Auslegung des Flächennutzungsplans herausstellte, dass der entsprechende Umweltbericht falsch war.

Hinzu kommt: Das Forstamt erkannte eine Ausgleichsfläche nicht an, die Schleifring bereits vor einigen Jahren ersatzweise für die Erweiterung bepflanzt hatte. Nun will man zudem ein 1,38 Hektar großes Areal als Ersatz aufforsten, das sich an der Staatsstraße 2054 befindet.

Zwar entsteht damit letztlich mehr Wald, als abgeholzt wird, nämlich „doppelt so viel“, wie der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) in der Ausschuss-Sitzung sagte. Allerdings war das für die Gegner des Vorhabens im Bauausschuss nur ein schwacher Trost. Alexa Zierl (bisher Grüne, jetzt parteilos) verwies darauf, dass die neuen Bäume erst einmal jahrelang wachsen müssen, um die gerodeten Stämme ersetzen zu können.

Wie Grüne, Sozialdemokraten und Teile der BBV ist sie grundsätzlich gegen die Abholzung. „Der Klimawandel wird uns noch einholen.“ Sie schlug vor, die Stadt solle künftig weniger Stellplätze fordern. Christian Stangl (Grüne) sprach von einer „ökologischen Problematik.“ Schleifring warf er wegen der anstehenden zweiten Erweiterung vor, eine „Salamitaktik“ anzuwenden. Und Jens Streifeneder (BBV) meinte, die Stadt stelle die Interessen eines einzelnen Bauwerbers über die Interessen der Bürger.

Ganz anders sehen das Thema die Christsozialen. Andreas Lohde, Fraktions- und Ortsvorsitzender, plädierte für die Erweiterung der Firma. „Wir stehen zu diesem Betrieb“, sagte er im Ausschuss. Das war letztlich auch die Meinung einer Mehrheit im Bauausschuss. Die Stadt hat in einem extra aufgesetzten Vertrag mit Schleifring abgesichert, dass die nun zweite Erweiterung die letzte sein wird.

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