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Empfehlung aus Gutachten: Kommt nun doch die Bio-Mülltonne?

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Von: Andreas Daschner

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Eine Biotonne wird es auch künftig nicht geben. Dafür sind die Biosäcke ein Grund für Mehrkosten. symbolFoto
Der Landkreis prüft die Einführung einer Biotonne. © Beispielfoto: Armin Weigel

Kommt nun doch die große Bio-Mülltonne? Ein Gutachter empfiehlt dem Landkreis jedenfalls, den bislang umstrittenen Behälter einzuführen. Die Biosäcke könnten damit der Vergangenheit angehören. Der Werkausschuss des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) prüft nun, wie die Tonne eingeführt werden kann.

Fürstenfeldbruck - Bislang hatte das Gremium die große Biotonne abgelehnt und auf Biosäcke gesetzt. Auf die Kritik, dass diese oft reißen oder auf der Straße von Tieren geplündert würden, wurde mit dem sogenannten Biotönnchen reagiert, in das die Säcke gelegt werden. Die Rufe vor allem von Seiten der Grünen nach der großen Tonne verhallten jedoch nie.

Das Gutachten des Witzenhausen-Instituts für Abfall Umwelt und Energie fällt nun eindeutig aus. Im Vergleich zieht der Sack fast überall den Kürzeren. Nur beim Platzbedarf sowie bei den Gefahren, dass auch Gartenabfälle im Biomüll landen und dass es bei Sommerhitze zu Maden- oder Fliegenbefall kommt, hat der Sack mehr oder minder große Vorteile.

Leerung alle 14 Tage?

Ein Pluspunkt laut Institut ist, dass die Biotonne im 14-tägigen Rhythmus geleert werden könnte, was Kosten spart. Das hinterfragte jedoch Maximilian Gigl (CSU) wegen der drohenden Geruchsentwicklung: „Man sollte eine wöchentliche Leerung untersuchen.“ Ingrid Jaschke (Grüne) verwies auf eine andere Möglichkeit: „In Österreich gibt es Sammelfahrzeuge, die die Tonne beim Leeren gleichzeitig spülen.“

Die Kosten für Biosack und Biotonne nehmen sich laut Witzenhausen-Institut nicht viel. Bei der gewünschten Steigerung an getrennt gesammeltem Biomüll steigen die Verwertungskosten beim Biosack von rund 2,5 auf etwa drei Millionen Euro an. Ähnlich viel würde auch die Biotonne kosten – allerdings nur, wenn nicht auch noch Unmengen an Gartenabfällen in der Tonne landen.

Feinuntersuchung

Um das zu vermeiden, soll die Tonne laut Gutachten nicht zu groß ausfallen. Vorgeschlagen wird, dass die Biotonne etwa halb so viel Volumen haben soll, wie die Restmülltonne. Das heißt beispielsweise: Wer eine 80- oder 90-Liter-Hausmülltonne hat, bekommt für den Biomüll einen 40-Liter-Behälter.

Die Kosten und die Auswirkungen auf die Gebühren sollen nun in einer Feinuntersuchung noch einmal detaillierter geprüft werden. Ebenfalls untersucht werden auch ein möglicher Zeitrahmen, die nötigen Vorlaufzeiten und die abzuschließenden Verträge bei der Einführung einer großen Biotonne.  ad

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