In der Buchenau

Wo kommt das rätselhafte Heulen her?

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Fürstenfeldbruck – Sirenenartig, heulend, nervenaufreibend: So beschreibt Eduard Wörlsinger (55) das Geräusch, das ihm seit Monaten den Schlaf raubt. Woher der lästige Ton kommt, ist unklar.

Seit mittlerweile mehr als 30 Jahren lebt Eduard Wörlsinger in einem Haus an der Ulmenstraße in der Buchenau. Die Bahngleise der S 4 verlaufen direkt bei ihm ums Eck. Vorbeifahrende Züge hört der Feuerwehrmann aber schon lange nicht mehr. Daran hat er sich gewöhnt. Seit einigen Monaten hält ihn dafür etwas anderes davon ab, zu schlafen. „Es ist ein heulendes Geräusch, das sich sirenenartig und anschwellend wiederholt“, erzählt der Familienvater.

Es würde etwa 40 Sekunden dauern und sich wiederholen. Meist beginne es gegen 22 Uhr, seine Ehefrau habe den Ton aber auch schon untertags gehört. Und auch der Nachbar, der abends gerne im Garten raucht, habe sich schon über die mysteriösen Laute beschwert. Wörlsinger vermutet hinter dem Geräusch einen mechanischen Vorgang. „Es könnte sein, dass irgendwo in der Nacht produziert wird.“ Im Brucker Westen nahe des Centers Buchenau sind einige Industriebetriebe angesiedelt. „Ich hatte Coca Cola im Verdacht und bin auch mal rausgeradelt, als es wieder so weit war – aber da habe ich nichts gehört“, erzählt der Schichtarbeiter.

 Er würde so gerne wissen, was sich hinter dem nervigen Geräusch verbirgt. Dann könnte er vielleicht etwas dagegen tun. Bei der Stadt sind laut Aussage einer Sprecherin bisher keine Beschwerden eingegangen. „Weder im Amt für Sicherheit und Ordnung noch über den Schadensmelder im Internet ist etwas reingekommen“, heißt es aus der Verwaltung. Man könne sich das störende Geräusch auch nicht erklären. Und auch bei der Bahn sei nichts bekannt, so ein Sprecher auf Tagblatt-Nachfrage.

Eine größere Maßnahme sei momentan nicht im Gange. Dass sich Bürger von mysteriösen Geräuschen gestört fühlen, kommt immer wieder vor. In den vergangenen Wochen hatten sich Brucker im sozialen Netzwerk Facebook über diverse nervenaufreibende Töne beschwert. Mindestens in einem Fall hatte es sich um die Alarmanlage der AmperOasegehandelt, die angeschlagen hatte. Dass dieses Geräusch von der Klosterstraße etwa 1,5 Kilometer Lufttlinie bis in die Ulmenstraße getragen wird, kann sich Wörlsinger allerdings nicht vorstellen.

Blicks ins Archiv: Brummen an Bahn und in Brauerei

Ein mysteriöses Brummen war es, das Angelika Mertschschier verzweifeln ließ. Seit Anfang 2014 hatte die Frau aus dem Brucker Norden den nervtötenden Ton immer wieder vernommen. Sie war sich sicher, dass der tieffrequente Schall, den nur sehr wenige Menschen wahrnehmen können, aus der nahe gelegenen Brauerei stammen muss. Die Kaltenberger Schlossbrauerei bestritt bislang allerdings, dass der Schall aus ihren Anlagen stammt. Die Parteien versuchen, ihre Ansicht mit unterschiedlichen Gutachten zu untermauern. Über das monotone Brummen abgestellter S-Bahnen in der Buchenau haben sich unter anderem 2012 diverse Anwohner beschwert. Sie schlossen sich deshalb sogar der so genannten Interkommunalen Lärmschutz-Initiative(ILI) an. Diese geht zusammen mit geplagten Bürgern – das Problem ist überregional bekannt – gegen die lauten Geräusche abgestellter Züge an

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