Rettungswagen im Einsatz
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Beispielfoto: Rettungswagen im Einsatz

Kreistag

Kommt die Rettungsleitstelle nach Germering?

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Für den Neubau der Integrierten Leitstelle (ILS) ist plötzlich ein vierter Standort im Gespräch: Im Norden von Germering hat sich eine weitere Option aufgetan. Nun werden alle Möglichkeiten geprüft.

Fürstenfeldbruck Im Kreisausschuss hatte sich die Debatte lange um die Modalitäten des Neubaus gedreht: Soll der Kreis die ILS selbst bauen oder sie durch einen privaten Dritten errichten lassen? Beinahe beiläufig kam dann ein möglicher neuer Standort ins Gespräch.

Gottfried Obermair (FW) erklärte, dass ein Grundstückeigentümer ihm eine Fläche angeboten habe. „Und diese Option ist gar nicht mal schlecht.“ Wo sich das Areal befindet, wollte er noch nicht öffentlich verraten. Wie das Tagblatt erfahren hat, soll es sich im Germeringer Norden nahe der B2 befinden.

Bislang waren nur Mammendorf, Maisach und Bergkirchen im Nachbarlandkreis Dachau als mögliche Standorte im Gespräch. Der Kreisausschuss beschloss einstimmig, dass alle bestehenden Grundstückoptionen weiter verhandelt werden sollen – auch das von Obermair ins Gespräch gebrachte Grundstück.

Wo immer die ILS letztlich gebaut wird: Sie könnte auch von einem privaten Dritten errichtet werden. Eine knappe 8:6-Mehrheit beschloss im Kreisausschuss, diese Option weiter zu verfolgen. Demnach würde der Landkreis den Bau vergeben, dafür aber konkrete Vorgaben machen. Eine davon wurde auf Antrag der CSU-Fraktion neu formuliert: Das Gebäude soll ausschließlich der ILS zur Verfügung stehen, Fremdnutzer sind ausgeschlossen.

Kritik an diesem sogenannten PPP-Modell – nach dem Englischen Public-Private-Partnership (Öffentlich-Private Partenrschaft) – kam vor allem von SPD und Grünen. Peter Falk (SPD) bevorzugt eine Einrichtung, die in öffentlicher Hand bleibt. Martin Runge (Grüne) erinnerte an einen geplanten Gefängnisbau in Gablingen bei Augsburg, wo es zu jahrelangen Verzögerungen gekommen sei, weil Gespräche über ein PPP-Modell letztlich gescheitert seien.

Landrat Thomas Karmasin will dieses Modell indessen nur deshalb weiter verfolgen, „weil sich in dieser Richtung konkrete Möglichkeiten auftun“. Hans Seidl (CSU) will sich zumindest alle Optionen aufzeigen lassen: „Wenn wir mehrgleisig fahren, erhöht sich die Effizienz. Alles andere wäre auf Zeit gespielt.“ 

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