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Die Bewerber der Fürstenfeldbrucker ÖDP.

Fürstenfeldbruck

ÖDP will mit Verstärkung und viel Schwung in den Stadtrat

  • vonStefan Reich
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Nach dem Bienen-Volksbegehren herrscht Aufbruchstimmung in der ÖDP. Auch in Fürstenfeldbruck.

Fürstenfeldbruck –  16 Mitglieder kamen am Freitag zur Aufstellungsversammlung für die Stadtratswahlwahl 2020 ins Restaurant Venezia – und 29 Freiwillige für die Kandidatenliste hatten sich gefunden. Das ist viel für die kleine Partei.

Auch die ehemals bei den Grünen beheimatete Stadträtin Alexa Zierl setzt auf die ÖDP. Sie darf 2020 auf dem Listenplatz direkt hinter dem Kreisvorsitzenden und bisher einzigen ÖDP-Stadtrat Dieter Kreis antreten.

Der Reißnagel

Die ÖDP, das ist jene Partei, die einst das Rauchverbot in bayerischen Gaststätten erzwang und jetzt mit dem Bienen-Begehren der Staatsregierung ein Artenschutzgesetz abnötigte. Auf Plakaten warb sie früher mal mit einer Karikatur eines bairischen Löwen, den ein Reißnagel unter dem Gesäß hindert, sich niederzulassen.

Dieser Reißnagel wollen sie immer noch sein, und in der Rolle des Reißnagels gefällt sich auch Alexa Zierl, seit sie vor fünf Jahren Stadträtin wurde. Da sei es nicht so abwegig, dass sie das diesmal auf dem Ticket der Ökologisch-Demokratischen Partei versuche, sagt sie. Ob Klimaschutz oder Radverkehr: Inhaltlich gebe es ohnehin genug gemeinsame Interessen.

Nach ihrem Austritt bei den Grünen, mit denen sie in den Stadtrat eingezogen war, wollte Zierl (50) mit Parteien eigentlich nichts mehr zu haben, sagt sie. Doch dann habe ihr die Thüringen-Wahl gezeigt, „dass es vielleicht doch Gründe gib, sich parteipolitisch zu engagieren“. Dazu kam wohl auch, dass es mit der Gründung einer eigenen Wählergruppe nicht so recht klappte.

Im November trat Zierl, seit Anfang 2017 parteifrei, der ÖDP bei und bildet seither mit Kreis auch eine Fraktion im Stadtrat. Der Name, den Zierls Wählergruppe bekommen hätte, „Bruck mit Zukunft“, soll der Titel des Brucker ÖDP-Wahlprogramms werden, das man bald vorstellen will.

Kampfkandidatur

Von den ÖDP-Mitgliedern erhielt Zierl großen Zuspruch. Ohne Gegenkandidaten und mit nur einer Gegenstimme bekam sie den Listenplatz hinter Kreis. Für den birgt die Zusammenarbeit ein Risiko. Zierl hat sich zwar in der Stadt einen Namen gemacht und könnte der ÖDP zusätzliche Stimmen bringen. Doch könnte Kreis am Ende in die Röhre schauen, wenn die Wähler Zierl an ihm vorbeihäufeln, es aber für einen zweiten ÖDP-Sitz nicht reicht.

Dass mancher sogar auf noch mehr hofft, wurde deutlich, als es um den dritten Listenplatz für die Kommunalwahl ging. Hier gab es die einzige Kampfabstimmung des Abends. In der setzte sich Maria Hammer, ehemalige Lehrerin am Graf-Rasso-Gymnasium, gegen Tobias Winklbauer durch. Der zog seine Kandidatur daraufhin ganz zurück. Platz vier ging dann einstimmig an Jürgen Loos, Brucker Direktkandidat der ÖDP im Bundestagswahlkampf 2017. Die übrigen Plätze wurden per Blockabstimmung vergeben. 

Die Liste der ÖDP für den Stadtrat Fürstenfeldbruck

1. Dieter Kreis, 2. Alexa Zierl, 3. Maria Hammer, 4. Jürgen Loos, 5. Pamela Peyser-Kreis, 6. Anja Schmid, 7. Janusch Alverdes, 8. Reina Käsche, 9. Thorsten Hegenscheidt, 10. Klaus Gundelbacher, 11. Judith Pecher, 12. Michaela Niedermayr, 13. Inés Peyser-Kreis, 14. Jürgen Klammt, 15. Christoph Zierl, 16. Christoph Hammer, 17. Monika Senf, 18. Renate Schmid, 19. Silvia Pfeiffer, 20. Udo Niedermeyer, 21. André Tammer, 22. Edmund Garnweidner, 23. Carola Heiduschat, 24. Bettina Schwarz, 25. Monika Böhme-Garnweidner, 26. Fabienne Wunderlich, 27. Tanja Pereira, 28. Gunter Senf. Die Plätze 1 bis 12 werden doppelt auf dem Wahlzettel aufgeführt.

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