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Krüglredner Wolfgang Ober.

Starkbierfeste

Vor der Wahl: Derblecken mit gewohnter Schärfe

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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In gut zwei Wochen sind Kommunalwahlen, davor sind noch beide Brucker Starkbierfeste. Das stellt die Krügelredner des Fürstenfelder Salvators und des Königlichen Starkbierfests vor Herausforderungen:

Fürstenfeldbruck –  Nehmen sie beim Derblecken Rücksicht auf die lokale Polit-Prominenz, oder sind sie besonders kritisch? Das Tagblatt hat nachgefragt.

Jürgen Kirner, Frontmann der Couplet AG, schreibt gerade noch an seiner Rede für den Fürstenfelder Salvator am Samstag. Mit einem Riesenspaß, wie er verrät. Für ihn läuft alles ganz normal ab, egal ob Wahlen sind. „Ich mache es genauso wie immer“, sagt der Frontmann der Couplet AG. Er begleite die Politiker sehr kritisch und ernst. Stoff habe er mehr als genug. „Eigentlich mehr als mir lieb ist.“ Den sammelt er nicht nur beim Zeitungslesen, sondern auch in Wirtshäusern und an Stammtischen. „Die Sicht von außen ermöglicht mir eine andere Zugangsweise.“

Die lokale Prominenz kann sich jedenfalls auf eine gehörige Fastenpredigt im Fürstenfeld gefasst machen. „Ich werde weder Wahlkampf machen, noch jemanden in Misskredit bringen“, sagt Kirner. „Aber man muss Schwachstellen und Defizite aufzeigen.“ Dass er die Lokalprominenz seit Jahren in- und auswendig kennt, bezeichnet er als Glücksfall. So wird er seine Kritik mit viel Wortwitz und Charme anbringen: „Ich werde niemanden schonen.“

Eine Woche später ist Oberbraumeister Wolfgang Ober beim Königlichen Starkbierfest der König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg dran. Er feilt noch an den Zeilen für seinen Auftritt in der Marthabräuhalle. In seiner Rede sei er weder besonders streng, noch extra zahm. „Erst recht nicht, weil Wahl ist.“ Denn die Politiker würden im Wahlkampf auch keine Rücksicht nehmen. Und die, die im Wahlkampf am lautesten seien, würden beim Starkbierfest am weitesten hinten sitzen.

Die richtigen Worte wählen, müsse man immer, sagt der Oberbraumeister. „Politiker sollen sich ständig ihrer satirischen Überwachung bewusst sein. Aber es braucht sich keiner fürchten.“ Denn das Starkbierfest soll ein lustiger Abend werden. Genau zuhören sollte die Lokalprominenz dennoch: „Der eine oder andere soll sich ertappt fühlen, auch wenn er nicht direkt angesprochen ist.“ 

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