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Die Briefwahl erfreut sich großer Beliebtheit.

Kommunalwahl FFB 2020

Briefwahl: Andrang schon jetzt enorm

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Schon vor der eigentlichen Kommunalwahl im März muss sich der Wähler entscheiden: Briefwahl oder Gang zur Urne? Dabei wird das Wählen zuhause immer beliebter. Das beschert den Wahlleitern und Verwaltungen enorme Zusatzarbeit – und möglicherweise könnte der Corona-Virus dieses mal noch einiges durcheinander wirbeln.

Fürstenfeldbruck – Die einen sind am Wahltag im Urlaub, die anderen scheuen den Gang ins Wahllokal. Viele Wähler wollen sich einfach Zeit lassen und die Wahlzettel ausführlich studieren. Gründe sich für die Briefwahl zu entscheiden, gibt es genügend. Deshalb steigt die Quote der Daheim-Wähler immer weiter an. Manche Kommunen rechnen dieses Mal mit über 50 Prozent Briefwählern.

Ist-Stand der Anträge

„Das stellt uns vor große Herausforderungen“, sagt Wahlleiter Christian Richter aus Olching. „Wir müssen genug Wahlunterlagen für alle Briefwähler vorrätig haben. Aber auch nicht zu viele, sonst müssen wir so viel wegwerfen.“ Von 6000 Briefwählern geht man in Olching aus. Das entspricht etwa der Hälfte der Wahlberechtigten. Schon jetzt wurden 3500 Mal Unterlagen für die Briefwahl angefordert.

60 Prozent erwartet

In Emmering rechnet man sogar damit, dass etwa 60 Prozent der Wähler ihre Kreuzchen Zuhause machen wollen. Bei etwa 5500 Wahlberechtigten und einer prognostizierten Wahlbeteiligung von 70 Prozent kommt auf die Wahlhelfer bei der Briefwahlauszählung einiges an Arbeit zu. „Über 1000 Anträge auf Zusendung der Wahlunterlagen gingen schon ein. Nach den Faschingsferien kommt bestimmt noch ein großer Schwall Neuanträge“, sagt Wahlleiter Markus Pree. „Um auf Nummer sicher zu gehen, haben wir heuer von vier auf fünf Brief- und Urnenwahlbezirke aufgestockt.“

Viele Fehlerquellen

Ein großer Fan von der Wahl Zuhause ist Pree allerdings nicht. „Die Briefwahl birgt viele Fehlerquellen. Da kann ganz leicht ein Stimmzettel ungültig werden. Es reicht ja schon, nur den Umschlag nicht zuzukleben.“ Auch bei der Auszählung sieht der Wahlleiter Vorteile in der Urnenwahl. Im Wahllokal gebe es einheitlich einen großen, roten Stift zum Kreuzchen machen. „Bei den Briefwahlscheinen muss man häufig die Kreuze suchen – vor allem bei den großen Kreistagslisten“, sagt Pree.

Germerings Wahlleiter Jochen Franz hingegen wäre froh, wenn es nur noch die Briefwahl gebe. Das würde die Organisation wesentlich erleichtern. „Jetzt schieben die Mitarbeiter im Einwohnermeldeamt schon Sonderschichten um die ganzen Wahlunterlagen zu verschicken“, sagt Franz. Wenn es nur noch Briefwahl gäbe, könnte sich ein externer Dienstleister um den Versand kümmern.

Nervige Stichwahl

Derzeit geht man in Germering von etwa einem Drittel Briefwähler aus. Das sind bei etwa 30 000 Wahlberechtigten rund 10 000 Briefe, die bewältigt werden müssen. Schon jetzt sind etwa 5300 Anträge eingegangen. Aber Franz graust es jetzt schon vor der Stichwahl, die zwei Wochen nach dem 15. März stattfindet. „Da sind wir noch mit der ersten Wahl beschäftigt und müssen uns schon um die Versendung der Unterlagen für die Nächste beschäftigen“, sagt Germerings Wahlleiter.

Kuverts vor dem Müll

In Maisach werden sich wohl auch knapp die Hälfte der 11 000 Wahlberechtigten für den Wahlzettel aus dem Briefkasten entscheiden, schätzt Vize-Wahlleiter Florian Wiesent. Rund 2300 Anträge gingen jetzt schon ein. Mit 13 Briefwahlbezirken und genügend erfahrenen Wahlhelfern sieht er der Wahl aber gelassen entgegen. Nur das mit der Stichwahl wurmt ihn. „Wir mussten jetzt schon Kuverts in ausreichender Anzahl für die Stichwahl bestellen, ohne zu wissen, ob es eine geben wird.“ Sollte es zu keiner Stichwahl kommen, landen die Briefumschläge im Müll.

Was macht Corona?

Mit Sorge haben einige Wahlleiter derzeit auch immer die Meldungen über die Ausbreitung des Corona-Virus im Blick. „Wer weiß, ob wir in zwei Wochen auch wieder Fälle in Bayern haben werden“, fragt sich Jochen Franz. Und Markus Pree fürchtet sogar, dass vorsorglich die Wahllokale geschlossen werden könnten und komplett auf Briefwahl umgestellt wird.

Kandidaten bei merkur.de

Wer zuhause über seinen Briefwahlunterlagen brütet, oder sich vor dem Urnengang noch einmal ausführlich informieren möchte, findet auf merkur.de alle Kandidaten für Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderatswahlen, sowie die Bewerber für den Posten des Landrats und die Sitze im Kreistag. Wissenswertes zur Art des Wählens finden Sie hier.

Auch interessant: Die Themenseite zur Kommunalwahl

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