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So bereiten sich Parteien und Gruppierungen auf die Kommunalwahl vor

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Von: Ingrid Zeilinger

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Das Rathaus in Fürstenfeldbruck. © Weber

Im März 2020 wird der Brucker Stadtrat neu gewählt. Die Parteien und Gruppierungen sind gerade dabei, ihre Kandidatenlisten zusammenzustellen. Die einen erleben einen großen Zulauf, die anderen ungewohnte Schwierigkeiten.

Wann wird gewählt? Wie sieht der Stimmzettel aus? Wir haben bereits alle Informationen zur Komunalwahl 2020 in Bayern zusammengestellt.

FürstenfeldbruckNachdem Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) seine Amtszeit nicht vorzeitig beenden möchte, dürfen die Brucker am 15. März nur über die neue Zusammensetzung des 40-köpfigen Stadtrats entscheiden. Die Parteienlandschaft dürfte vielfältiger werden. Auch die Linke und Die Partei wollen ins Kommunalparlament. Doch wie weit sind die Gruppierungen bei der Suche nach Bewerbern, die sich auf die Kandidatenlisten setzen lassen wollen?

CSU

Mit 14 Sitzen ist die CSU stärkste Fraktion. 2014 verlor sie drei Sitze, diesmal sollen es wieder mehr werden, sagt Fraktions- und Ortsvorsitzender Andreas Lohde. „Ziel ist es, eine gestalterische Mehrheit aus dem bürgerlichen Lager zu gekommen.“ Sprich mit FDP und Freien Wählern. Die Verjüngungskur, der sich der Ortsvorstand unterzogen hat, soll sich auch auf der Liste widerspiegeln. Lohde spricht von einer Mischung aus Erfahrung und neuen Impulsen. Die Kandidaten hat er beisammen, wenn es auch nicht ganz so leicht war. „Das Klima im Stadtrat macht die Suche nicht einfacher, ich hatte Kandidaten, die deshalb abgewunken haben.“ Noch vor der Sommerpause soll die Liste von den Mitgliedern abgesegnet werden.

Oberbürgermeister

Nicht mehr unter den 40 Kandidaten wird OB Erich Raff sein. Darauf haben sich Ortsverband und Rathauschef verständigt. Um nach seinem Ausscheiden aus dem Oberbürgermeisteramt im Jahr 2023 noch im Stadtrat weitermachen zu können, müsste er auf der Liste der CSU antreten – und genau so viele Stimmen erhalten, dass er der erste Nachrücker wäre. So könnte Raff nach seiner Zeit als Rathauschef ins Stadtparlament rücken, wenn ein Stadtratsmitglied zu seinem Nachfolger als OB gewählt wird. Raff gleich weiter vorne zu platzieren, wäre Wählertäuschung, so Lohde. Für alle Seiten zu viele Eventualitäten, weshalb Raff verzichtet.

BBV

Mit dem Zugpferd Klaus Pleil hat die BBV ihre Sitzzahl 2014 mehr als verdoppelt. „Diese Stärke zu halten, wird schwierig sein, denn wir haben keinen Rückenwind mehr durch Klaus und zwei erfolgreiche Bürgerbegehren“, sagt der Ortsvorsitzende Klaus Quinten. In diesen Tagen will die Gruppierung den „Brucker Frühling“ – eine alle paar Jahre, meist vor Wahlen, erscheinende Zeitschrift – herausgeben und dann potenzielle Kandidaten ansprechen. Gesucht sind vor allem Frauen. „Es ist schwierig, weil fast alle Frauen berufstätig sind“, sagt Quinten. Die Liste soll im Spätherbst aufgestellt werden. Vorne stehen wird Vize-Bürgermeister Christian Götz als designierter Kandidat für die OB-Wahl 2023. Auch in Sachen Diskussionskultur im Rat hat sich Quinten Gedanken gemacht: Er will nach der Wahl eine Begrenzung der Redezeit durchsetzen.

SPD

Sechs Sitze, zwei weniger als in der vorangegangenen Wahlperiode, hat die SPD derzeit inne. Mindestens sieben sollen es nach der Wahl im März auf alle Fälle sein, mehr natürlich gerne. Die Liste soll erst im Herbst aufgestellt werden. „Die Gespräche laufen, es ist noch nichts konkret“, berichtet Fraktionsvorsitzender Philipp Heimerl. Nur Urgestein Uli Schmetz hat nach 40 Jahren im Rat seinen Verzicht auf eine weitere Kandidatur angekündigt.

Grüne

Auf einer Euphoriewelle schwimmen die Grünen. „Wir sind sehr guter Dinge“, sagt Stadtrat Jan Halbauer. „Wir sind so jung wie noch nie, und alle wollen auf die Liste.“ Diese werde jung und weiblich. Auch Gina Merkl – die Sprecherin der Grünen Jugend im Landkreis zieht nach Fürstenfeldbruck – will man gewinnen. Dazu kommen die erfahrenen Stadträte, die alle weitermachen wollen. Aus vier Sitzen sollen mindestens sechs werden, sagt Halbauer. „Alles darunter wäre enttäuschend.“

Freie Wähler

Einen Wechsel wird es bei den Freien Wählern geben. Denn Franz Neuhierl, langjähriger Stadtrat und einstiger Dritter Bürgermeister, zieht sich zurück. So bleibt Ortschef Georg Stockinger das Zugpferd. Es gebe einige junge Leute, sagt er. „Aber es ist nicht einfach.“ Er möchte gleich viele Männer und Frauen auf der Liste, doch viele Frauen winken ab. „Ich habe festgestellt, die Frauen engagieren sich lieber in sozialen Verbänden als in Parteien.“

FDP

Die Liberalen haben bei der letzten Wahl zwei Plätze verloren. Klaus Wollenberg startete als Einzelkämpfer – bis Herwig Bahner von der CSU zur FDP wechselte. Drei plus eins Sitze gibt Wollenberg als Ziel aus – mit ihm und Bahner als Zugpferden. Man sei mittendrin in den Gesprächen. „Wir haben einen ganzen Schwung neuer Mitglieder, auch junge“, sagt Wollenberg erfreut.

ödp

Ganz am Anfang der Vorbereitungen steht die ödp um ihren Kreisvorsitzenden und bislang einzigen Stadtrat Dieter Kreis. Er geht davon aus, dass mehr als die 14 Kandidaten aus dem Jahr 2014 zusammen kommen. „Wir haben nach dem Volksbegehren einen gewissen Zulauf und Kandidaten, die im Stadtrat mitarbeiten möchten.“ Werden aus einem Sitz zwei, wäre Kreis zufrieden.

Die Partei

Erstmals zur Wahl antreten wird Die Partei um Florian Weber, der 2014 noch auf der Liste der BBV in den Stadtrat gewählt wurde. Um die 30 Kandidaten hat er schon beisammen, hauptsächlich junge Leute. „Die haben echt Lust“, sagt Weber. Bereits Ende Juli will er zur Aufstellungsversammlung laden. Das Wahlziel formuliert er so, wie es sich für die Satirepartei gehört: „Sollten wir die absolute Mehrheit nicht erreichen, wären wir mit zwei bis drei Sitzen zufrieden.“

Linke

Und auch die Linke will in den Stadtrat, wenn auch Ex-SPD-Stadtrat Axel Lämmle offenbar nur die Strippen ziehen, aber nicht auf die Liste will. Man sei gerade am sondieren, sagt die Kreisvorsitzende Ernestine Martin-Köppl. Als realistisches Ziel gibt sie vier Sitze aus. „Das wäre schon sehr schön.“

Sonstige

Die Piraten hatten mit Andreas Rothenberger ihren Spitzenkandidaten in den Stadtrat gebracht. Doch seit seinem Wechsel zur BBV, der er treu bleibt, ist es still um die Partei geworden. Wohin es die parteifreie Alexa Zierl zieht, die derzeit mit Florian Weber eine Zwei-Mann-Fraktion bildet, ist noch offen. Ihre Stadtratstätigkeit will sie fortsetzen, aber nicht wie vor sechs Jahren bei den Grünen. „Es wird sich noch weisen“, sagt Zierl, die sich als Last-Minute-Mensch bezeichnet. „Ich kann mir mit der Entscheidung noch ein bisschen Zeit lassen.“

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