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2020 finden in Bayern wieder Kommunalwahlen statt (Symbolfoto).

Vorbereitungen für den März 2020

Die Kommunalwahl 2020 in der Region Fürstenfeldbruck

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Im Frühjahr 2020 sind die Bürger auch in der Region Fürstenfeldbruck dazu aufgerufen, den Landrat, die Rathauschefs sowie Kreis,- Stadt,- und Gemeinderäte zu wählen: Am 15. März finden die Kommunalwahlen statt.

Fürstenfeldbruck - In vielen Parteien und Gruppierungen der Region laufen bereits die Vorbereitungen für die Kommunalwahl. So steht beispielsweise schon fest, dass Landrat Thomas Karmasin (CSU) wieder für sein Amt kandidieren wird. Karmasin, 1962 in München geboren und in Germering aufgewachsen, ist seit 1996 Landrat im Landkreis Fürstenfeldbruck - als er ins Amt kam und seine SPD-Vorgängerin beerbte, war er der jüngste Landrat Bayerns. Heute gehört Karmasin zu den dienstältesten Landräten in Bayern -  länger im Amt sind nur Heinrich Trapp (Dingolfing-Landau, seit 1991) und Herbert Eckstein (Roth, seit 1993). Genauso lange im Amt wie Karmasin sind Klaus Peter Söllner (Kulmbach) und Hubert Hafner (Günzburg). Ende Juni wurde Karmasin von der CSU nominiert.

Auch einige Bürgermeister haben sich bereits entschieden, ob sie wieder antreten wollen oder ob sie ihr Amt aufgeben werden. So wollen Mammendorfs Bürgermeister Josef Heckl wieder antreten genau wie Franz Robeller in Hattenhofen, Andreas Spörl in Mittelstetten, Martin Schäfer in Gröbenzell, Hans Seidl in Maisach, Thomas Totzauer in Schöngeising, Erwin Fraunhofer in Jesenwang, Markus Kennerknecht in Grafrath, Andreas Haas in Germering, Norbert Riepl in Oberschweinbach, Andreas Magg in Olching, Joseph Schäffler in Moorenweis und Norbert Seidl in Puchheim.

Nicht mehr antreten werden indes Allings langjähriger Rathauschef Frederik Röder, Adelshofens Bürgermeister Michael Raith, Althegnenbergs Bürgermeister Paul Dosch, Geltendorfs Bürgermeister Willi Lehmann und Pius Keller in Türkenfeld. 

Noch nicht entschieden hatten sich bis Mitte Januar, Michael Schanderl in Emmering, Andrea Schweitzer in Landsberied, Sandra Meissner in Kottgeisering und Josef Nefele in Egenhofen, wobei letzteres schon zu Beginn des Jahres zum Aufhören tendierte. In Egenhofen entschied der Gemeinderat Mitte März, künftig einen hauptamtlichen Bürgermeister zu installieren. Damit kann Josef Nefele aus Altersgründen nicht mehr antreten. Michael Schanderl schließlich kündigte Anfang April an, nicht mehr für sein Amt in Emmering kandidieren zu wollen- genau wie Sandra Meissner in Kottgeisering Ende Juni. Andrea Schweitzer aus Landsberied indes entschied sich, erneut zu kandidieren. 

Besonderheit in der Stadt Fürstenfeldbruck

Eine Besonderheit bildet die Stadt Fürstenfeldbruck. Wegen der Erkrankung des vorherigen OB musste im Jahr 2017 ein neuer Bürgermeister gewählt werden, dessen Amtszeit sechs Jahre dauert. Im Januar 2019 kündigte OB Erich Raff an, die volle Amtszeit ausschöpfen zu wollen, also bis 2023 im Amt zu bleiben. Die Satire-Partei „Die Partei“ wird wohl mit einer Liste antreten.

Keine Bürgermeisterwahl findet auch in Eichenau statt. Der amtierende Rathauschef Peter Münster (FDP) ist ebenfalls bis 2023 gewählt. Peter Münster war bei seiner Wahl der erste liberaler Rathauschef im Landkreis Fürstenfeldbruck seit Bestehen der Bundesrepublik. Bürgermeister und Gemeinderat getrennt voneinander zu wählen, ist man in Eichenau gewohnt. Schon Münsters Vorgänger Hubert Jung, der 18 Jahre lang Rathauschef war, war außerhalb der Reihe gewählt worden, was sich dann fortsetzte. 

Herausforderer und Bewerber

In Olching will Maximilian Gigl (CSU) gegen Amtsinhaber Andreas Magg antreten. Außerdem möchte Michael Maier Bürgermeister in werden. In Alling hat Vize-Bürgermeister Hans Schröder eine neue Wählergruppe gegründet. Er kandidiert für das Bürgermeisteramt. Für die CSU tritt Stefan Joachimsthaler in Alling an. Der erste Herausforderer des Landrats steht ebenfalls fest: Für die SPD will der promovierte Bau-Anwalt Christoph Maier antreten. In Puchheim tritt Karin Kamleiter für die CSU an. In Türkenfeld wurde Emanuel Staffler von der CSU als Bürgermeister-Kandidat gekürt. Und in Maisach fordert Christine Wunderl den Amtsinhaber heraus. In Althegnenberg wird Rainer Spicker für das Bürgermeister-Amt kandidieren. In Emmering nominierte die CSUStefan Floerecke zu ihrem Kandidaten. Und auch in Mittelstetten gibt es einen Herausforderer: Franz Ostermeier (SPD) möchte Rathauschef werden. Außerdemfordert Sandra Meissner (FW) Landrat Thomas Karmasin heraus. Die Grünen in Gröbenzell schicken mit Ingo Priebsch einen Ex-Offizier ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Für die SPD in Gröbenzell tritt Gregor von Uckermann an. Für die FDP bewirbt sich Martin Koch in Puchheim. Und Ulrich Bode tritt für die FDP als Landratskandidat an. Für die Freien Wähler in Olching wirft Stefan Eibl seinen Hut in den Ring.

Listen für die Wahlen zu den Stadt- und Gemeinderäten und zum Kreistag

Als erste Gruppierung überhaupt hat die CSU Maisach ihre Liste für die Gemeinderatswahl beschlossen. Die CSU hat ihre Liste für den Kreistag ebenfalls bereits bestimmt. In Alling wurde die Liste der neuen Bürgervereinigung gewählt, genau wie in Olching die Liste der CSU. Auch die CSU Fürstenfeldbruck hat ihre Kandidaten ins Rennen geschickt - mit einer dicken Überraschung. Die Grünen haben angekündigt,erstmals in Emmering antreten zu wollen. Hinter verschlossenen Türen hat die SPD in Puchheim ihre Liste aufgestellt. In Egenhofen wurde die Neue Liste Egenhofen ins Leben gerufen. Ihre Kandidaten benannt hat auch bereits die CSU in Eichenau genau wie die CSU in Puchheim und die CSU in Germering. In Fürstenfeldbruck bewerben sich erstmals Vertreter der Partei „Die Linke“ für den Stadtrat. Ebenfalls bereits formiert haben sich die Freien Wähler in Maisach.

Die Bürgermeister-Kandidaten - Übersicht nach den Orten, Stand 11. Oktober

Adelshofen

noch keine Bewerber

Alling

Stefan Joachimsthaler (CSU)

Hans Schröder (Allinger Bürgervereinigung, ABV)

Althegnenberg

Rainer Spicker (Bürgerinitiative, BI)

Egenhofen

Martin Obermeier (Neue Liste Egenhofen, NLE)

Eichenau

Keine Bürgermeisterwahl

Emmering

Stefan Floerecke (CSU)

Fürstenfeldbruck

Keine Bürgermeisterwahl

Germering

Andreas Haas (CSU)

Grafrath

Markus Kennerknecht (Parteifrei, für die CSU)

Gröbenzell

Martin Schäfer (Unabhängige Wählergemeinschaft, UWG)

Ingo Priebsch (Grüne)

Gregor von Uckermann (SPD)

Hattenhofen

Franz Robeller (Unabhängige Wählergemeinschaft, UWG)

Jesenwang

Erwin Fraunhofer (CSU - Bürgermeinschaft Jesenwang/Pfaffenhofen

Kottgeisering

noch keine Bewerber

Landsberied

Andrea Schweitzer (FW/Einigkeit)

Maisach

Hans Seidl (CSU)

Christine Wunderl (Grüne)

Gottfried Obermair (FW)

Mammendorf

Josef Heckl (Bürgergemeinschaft Mammendorf)

Mittelstetten

Andreas Spörl (CSU)

Franz Ostermeier (WUG)

Moorenweis

Joseph Schäffler (CSU)

Oberschweinbach

Norbert Riepl (CSU/Dorfgemeinschaft)

Olching

Andreas Magg (SPD)

Maximilian Gigl (CSU)

Stefan Eibl (FW)

Puchheim

Norbert J. Seidl (SPD)

Karin Kamleiter (CSU)

Michael Maier (Grüne)

Martin Koch (FDP)

Schöngeising

Thomas Totzauer (FW)

Türkenfeld

Emanuel Staffler (CSU)

Bewerber für das Amt des Landrats, Stand 11. Oktober

Allgemeines zur Kommunalwahl in Bayern

Bei den Gemeinde- und Landkreiswahlen in Bayern werden rund 39500 kommunale Mandatsträger für grundsätzlich sechs Jahre gewählt - in den Gemeinden die ersten Bürgermeister oder Oberbürgermeister und die Gemeinderatsmitglieder, in den Landkreisen die Landräte und Kreisräte. Die Bürger wählen in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer, freier und geheimer Wahl. Das Innenministerium betreut diese Kommunalwahlen.

Bei der Wahl der ersten Bürgermeister beziehungsweise Oberbürgermeister und der Landräte hat jede stimmberechtigte Person jeweils eine Stimme. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen, also die absolute Mehrheit erhält.

Für die Wahl der Gemeinderatsmitglieder und Kreistagsmitglieder hat jede stimmberechtigte Person in der Regel so viele Stimmen, wie Gemeinderatsmitglieder und Kreisräte zu wählen sind. Die Stimmen können dabei auf die Bewerber eines Wahlvorschlags (Liste) oder auf Bewerber verschiedener Wahlvorschläge verteilt werden (panaschieren) und jedem Bewerber können in der Regel bis zu drei Stimmen gegeben werden (kumulieren), erklärt das Innenministerium.

Eine vorgeschlagene Liste kann über das Listenkreuz auch als Ganze angenommen werden. Dadurch erhält jeder Bewerber in der darin aufgeführten Reihenfolge eine Stimme. Es ist auch möglich, innerhalb der Liste einzelne Kandidaten zu streichen. Werden bei der Verhältniswahl neben einem Listenkreuz auch Stimmen (einfach oder gehäufelt) an einzelne Kandidaten dieses Wahlvorschlags sowie anderer Wahlvorschläge verteilt, so werden zunächst die einzeln vergebenen Stimmen gezählt und verbleibende Stimmen den nicht gekennzeichneten Bewerbern der angekreuzten Liste in der dort aufgeführten Reihenfolge zugerechnet. Es ist ebenso möglich, die zu vergebenden Stimmen ohne Listenkreuz auf einzelne Bewerber (einzeln oder bei der Verhältniswahl auch gehäufelt) zu verteilen.

Die Anzahl der Mandate ist abgestuft nach der jeweiligen Einwohnerzahl der Gemeinde beziehungsweise des Landkreises.

Wahlberechtigt sind alle Personen, die am Wahltag Unionsbürger sind, das 18. Lebensjahr vollendet haben, sich seit mindestens zwei Monaten in der Gemeinde/im Landkreis mit ihrem Lebensschwerpunkt aufhalten und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind, wie die Kommunalaufsicht des Landratsamts Fürstenfeldbruck erklärt.

Zur Feststellung des Wahlergebnisses der Gemeinderatsmitglieder und Kreisräte werden alle gültigen Stimmen einer Liste zusammengerechnet. Die auf einen Wahlvorschlag entfallende Anzahl der Sitze in den Gremien wird nicht mehr nach dem Quotensystem von Hare-Niemeyer berechnet, sondern nunmehr nach dem Sitzzuteilungsverfahren nach Sainte-Laguё/Schepers.

Die einem Wahlvorschlag zustehenden Sitze werden den Bewerbern nach der Reihenfolge ihrer Stimmenzahl bei der Wahl zugeteilt.

Den Termin für die Wahl der Gemeinderäte und Kreistage setzt die Staatsregierung fest. An diesem Tag werden auch in der ganz überwiegenden Zahl der Gemeinden und Landkreise die ersten Bürgermeister beziehungsweise Oberbürgermeister und Landräte gewählt. Abweichungen zwischen der Wahlzeit von Gemeinderäten und Kreistagen und der Amtszeit von ersten Bürgermeistern/Oberbürgermeistern und Landräten können im Einzelfall bei einer vorzeitigen Beendigung von Amtszeiten auftreten. In diesem Fall setzt die örtliche Rechtsaufsichtsbehörde den Termin für die Neuwahl fest. 

Das Höchstalter für berufsmäßige Amtsträger liegt ab der Kommunalwahl 2020 zu Amtszeitbeginn (in der Regel also am der Wahl folgenden 1. Mai) bei 67 Jahren. Vorher lag es bei 65 Jahren. Hauptamtliche Bürgermeister in der Region Bruck gibt es in Olching, Germering, Gröbenzell, Fürstenfeldbruck, Puchheim, Alling, Mammendorf, Eichenau, Maisach, Moorenweis und Grafrath. Die anderen Bürgermeister sind ehrenamtlich tätig, was in der Regel in Gemeinden bis 5000 Einwohner der Fall ist, sofern der Gemeinderat keine andere Entscheidung fällt. Das Bürgermeister-Amt nebenberuflich auszuüben, gilt zunehmen als schwierig. Wie viel ein Bürgermeister verdient, hängt vor allem von der Größe einer Kommune ab, aber auch von möglichen Zuschlägen. In einer mittelgroßen Kommune wie etwa Eichenau wird der Bürgermeister nach B2 besoldet, das sind knapp 7000 Euro. 

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