Am 15. März wählen die Bürger im Landkreis Fürstenfeldbruck ihren neuen Landrat. Sieben Kandidaten treten an.
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Am 15. März wählen die Bürger im Landkreis Fürstenfeldbruck ihren neuen Landrat. Sieben Kandidaten treten an.

Kommunalwahl 2020

Landratswahl 2020 im Kreis Fürstenfeldbruck: Kandidaten-Übersicht für die Kommunalwahl 2020

  • Thomas Steinhardt
    VonThomas Steinhardt
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Sieben Kandidaten bewerben sich bei der Kommunalwahl um das Amt des Landrats – darunter der Amtsinhaber. Und der möchte Herrscher über die Brucker Lande bleiben – nicht nur, aber auch mit Hilfe von Ironie.

+++ Ergebnisse Landratswahlen +++

+++ Ergebnisse Kreistagswahlen +++

Update vom 29. März: Wie es am Tag der Stichwahl steht und was es sonst noch wichtiges zur Kommunalwahl in Fürstenfeldbruck zu wissen gibt, lesen Sie in unserem Stichwahl-Live-Ticker nach.  

Fürstenfeldbruck  – Im Fasching trat Landrat Thomas Karmasin als Cäsar verkleidet auf. Das war ohne Frage eine Anspielung auf ein SPD-Plakat. Es sprach sich gegen monarchische Verhältnisse im Amt des Landrats aus, was wiederum eine Anspielung darauf war, dass Karmasin seit 1996 im Amt ist. Allerdings musste sich der Landrat seither, anders als Könige oder Kaiser, alle sechs Jahre zur Wiederwahl stellen. Am 15. März tut er das erneut. Dieses Datum im Zusammenhang mit dem Faschingskostüm führte auf Facebook zu gut gemeinten Witzeleien. Der 15. März fällt nämlich mit den Iden des März im alten Rom zusammen, an denen der historische Cäsar seinen Gegnern zum Opfer fiel.

Mit Ironie und Witz reagierte Landrat Karmasin im Fasching auf ein SPD-Plakat, das monarchische Zustände kritisiert hatte.

2020 schicken sich nun sechs Kandidaten an, Cäsar Karmasin zumindest politisch aus dem Weg zu räumen. Beobachter bewerten die Chancen der Herausforderer, selbst Landrat zu werden, durchaus unterschiedlich. Wer also wetzt die mit welchen Argumenten geschärften Messer?

Der Engagierte

Einen engagierten Wahlkampf muss man dabei Christoph Maier (50) attestieren. Der SPD-Politiker saß früher im Puchheimer Gemeinderat, arbeitet als Rechtsanwalt und wohnt in Türkenfeld. Der Jugend-Fußball-Trainer war früher einmal Torschützenkönig, was ihm einmal sogar die freilich mittlerweile auch nur noch historische Tagblatt-Torjägerkanone einbrachte. Maies zentrales Wahlkampfmotto lautet „Gemeinwohl statt Gier“.

SPD-Kandidat Maier (l.) in jungen Jahren. 1990 erhielt er die Torschützen-Kanone des Tagblatts von Sportredakteur Peter Loder überreicht.

Maier geht es um sozialen Wohnungsbau nach Wiener Vorbild (3000 neue Wohnungen in den nächsten sechs Jahren), um gleiche Chancen in der Bildung für alle, um das „Megathema Pflege“, aber auch verstärkt um die Forderung nach der Verkehrswende und der nach mehr Klimaschutz – unter anderem mit dem Bau von Windrädern. Maier: „Es ist Zeit für gemeinschaftliches Handeln in gemeinsamen Herausforderungen.“

Der mit Rückenwind

Mit einer gewissen Wucht, unterstützt durch die aktuelle politische Großwetterlage, gehen unterdessen die Grünen in den Wahlkampf. Für die Öko-Partei tritt Jan Halbauer an. „Mut haben. Zukunft machen“ ist einer der Slogans von Halbauer, der als 1984 geborener als Jungspund unter den Kandidaten gelten kann. Der Politikwissenschaftler gehört dem Brucker Stadtrat, dem Kreistag und dem Bezirkstag an.

Als vorderes Ziel nennt er die Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energien und den Artenschutz. Halbauer geht es unter anderem auch um mehr Bäume, mehr Grünflächen, mehr Photovoltaikanlagen und mehr Fassadenbegrünung – kurz um originär grüne Themen.

Die Chefin

Sandra Meissner

Eine von zwei Frau im Reigen der Bewerber ist Sandra Meissner aus Kottgeisering. Die Rechtsanwältin und Bürgermeisterin tritt für die Freien Wähler (FW) an. Höchste Priorität für die Mutter von vier schulpflichtigen Kindern hat der Dialog auf Augenhöhe von Politik, Verwaltung und Ehrenamt.

Inhaltlich liegt auch ihr aber der Klimaschutz besonders am Herzen. „Die Energiewende muss Chefin-Sache sein.“ Angesichts hoher Auspendlerzahlen schwebt Sandra Meissner außerdem eine „neue Willkommenskultur für Unternehmen im Landkreis“ vor.

Der IT-Experte

Damit dürfte sie ziemlich genau auf einer Wellenlänge mit Ulrich Bode liegen. Der Eichenauer tritt erneut für die FDP an und wird nicht müde, mehr Wirtschaftsfreundlichkeit zu fordern. Ulrich Bode ist selbst Dipl.-Informatiker. Er ist seit 2002 Kreisrat und Referent für IT und Medien des Kreistags. Seit 2016 ist er Gemeinderat in Eichenau und Referent für IT und Informatik des Gemeinderats. Neben mehr Wirtschaftsfreundlichkeit schwebt ihm eine konkrete Umsetzung der angestrebten Energieautarkie vor und die Schaffung eines Landratsamts 2.0 durch mehr Digitalisierung.

Der Wiederholer

Ferner bewirbt sich der ebenfalls bereits dem Kreistag angehörende Christian Holdt erneut um den Landratsposten. Wie seiner Partei, der ÖDP, geht es dem Vater zweier Kinder aus Emmering, der in der Marktforschung arbeitet, in erster Linie um Ökologie.

Jan Halbauer

Die Premieren-Frau

Erstmals überhaupt wirft mit Ernestine Martin-Köppl eine Kandidatin der Linken ihren Hut in den Ring um das Amt des Landrats. Zentrales Thema der Bürokauffrau aus Emmering ist soziale Gerechtigkeit.

Der Problemlöser

Und was eigentlich will der Cäsar, das heißt der Amtsinhaber, in der nächsten Legislaturperiode erreichen, so er wieder gewählt wird? Die CSU um Landrat Thomas Karmasin hat möglicherweise bisher das umfangreichste Vorstellungs-Programm vorgelegt. An seinem Amt fasziniere ihn, Lösungen zu finden für die kleinen und großen Probleme, sagt Thomas Karmasin selbst.

Ernestine Martin-Köppl
Christian Holdt

Manchmal habe er daher wenig Geduld mit Politikern, die die Problemlösung aus den Augen verlören und stattdessen endlose ideologische Ausführungen machten, schreibt Thomas Karmasin in seiner Wahlbewerbung. „Ich fürchte, das merkt man mir dann an.“ Ihm gehe es um die Frage, wie wir heute handeln müssen, damit der Landkreis auch noch morgen lebenswert ist – dem will der CSU-Politiker sechs weitere Jahre seiner Kraft, seinen Einsatz und seine Erfahrung widmen.

Aktuelle Nachrichten zur Wahl finden Sie im News-Ticker für den Landkreis Fürstenfeldbruck, den Tickern für Bayern und München. Infos zu allen Kandidaten auf für die Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderats- sowie Kreistagswahlen bei merkur.de 

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