Bunt gestaltet ist das Zimmer der Kinderbetreuung im Ankerzentrum am Fliegerhorst.
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Bunt gestaltet ist das Zimmer der Kinderbetreuung im Ankerzentrum am Fliegerhorst. (Archivfoto)

Aus dem Kreistag

Konzept im Landkreis Fürstenfeldbruck: So soll Integration besser gelingen

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Ein breit angelegtes Konzept soll Migranten bei der Integration unterstützen. Der Landkreis ist mit an Bord – vorantreiben soll es vor allem ein Kreisrat der Grünen.

  • Der Grünen-Politiker Hans Sautmann stellte im Kreistag seine Idee eines Integrationskonzeptes vor.
  • Im Kreisausschuss fiel das Votum über das Konzept deutlich aus.
  • Zustimmung gab es überraschenderweise auch von der AfD.

Landkreis – Hans Sautmann ist als Asylhelfer in der Region durchaus schon bekannt. Für die Grünen in den Kreistag eingezogen, bekleidet der Eichenauer seit der Kommunalwahl das Amt des Migrationsreferenten. In dieser Eigenschaft wandte sich Sautmann nun an die Fraktionen und Gruppierungen im Kreistag, um sie von seiner Idee zur Erstellung eines Integrationskonzepts zu überzeugen. Als Beispiel dienen Konzepte aus den Landkreisen München und Starnberg. Die Stadt Germering berichtete hingegen, dass die Corona-Pandemie sich negativ auf die Integrationsarbeit auswirke.

Im Kreisausschuss fiel das Votum pro Konzept einstimmig aus. Sogar der Vertreter der AfD stimmte dafür. Der Landkreis hilft Sautmann in den Jahren 2021 und 2022 mit insgesamt 25 000 Euro. Damit soll ein externer Berater bezahlt werden. Sautmann selbst ist ehrenamtlich tätig, wie in einem Papier der Kreisverwaltung betont wird.

Integrations-Konzept: Wohnen und Bildung als Kernelemente

Hinter dem Willen zu dem Integrationskonzept steht unter anderem die Erkenntnis, dass derzeit 26 Prozent der Landkreisbürger einen Migrationshintergrund haben (darunter sind ein Prozent Geflüchtete). In den Grundschulen gebe es bis 44 Prozent ausländische Kinder. Obwohl die Zahl der Asylbewerber zurück gehe, bestehe weiter „anhaltender Unterstützungsbedarf“ für diejenigen, die bleiben dürfen.

Sautmann bemerkt in diesem Zusammenhang eine erhöhte Polarisierung in der Gesellschaft bis hin zum Rassismus, zur Islam- und Judenfeindlichkeit und zum Rechtsextremismus. Als eher ungünstig empfindet er es, dass bisher Bürger mit Migrationshintergrund kaum in die Erstellung von Konzepten einbezogen wurden. Außerdem gebe es zu wenig belastbare Indikatoren zur Überprüfung des Erfolgs von Bemühungen. Kurz: Es ist zu wenig bekannt, was Früchte trägt und was nicht.

Insgesamt ist Sautmanns Vorstoß jetzt auch logisch, da ein Fachtag im Jahr 2018 genau zu dem Schluss kam, dass ein Integrationskonzept sinnvoll sei.

Konzept im Landkreis Fürstenfeldbruck: Geflüchtete sozialverträglich unterbringen

Wie ein Blick in die beispielgebenden Konzepte der Nachbarlandkreise verrät, soll das Konzept unter anderem dabei helfen, Geflüchtete sozialverträglich unter zu bringen. Ferner geht es um Integration in den Wohnungsmarkt, die Stärkung von Sprach- und Wohnkompetenz, die Unterstützung des Lernens, um Weiterbildung aber auch um die Vermittlung von Werten und um Rechtsbildung sowie Beratung in vielerlei Hinsicht, um Arbeit und vieles mehr.

CSU-Kreisrat Hans Seidl begrüßte das Konzept zur Integration. (Archivfoto)

Konzept zur Integration im Landkreis Fürstenfeldbruck: Bis 2022 soll es fertig sein

Im Kreisausschuss begrüßte unter anderem Maisachs Bürgermeister, CSU-Kreisrat und Gemeindetagschef Hans Seidl, die Erstellung des Konzepts. Nicht nur die Zahl der Asylbewerber habe zugenommen, insgesamt wachse die Migration. „Daher ist das absolut sinnvoll.“ Und Martin Runge von den Grünen freute sich über den breiten Konsens im Ausschuss und das „Riesenengagement“ Sautmanns, dem er „gutes Gelingen“ wünschte. Das Konzept soll 2022 fertig sein.

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