Umsonst geprobt: Der Philharmonische Chor musste das geplante Konzert absagen. archiv-Foto: Weber
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Umsonst geprobt: Der Philharmonische Chor musste das geplante Konzert absagen.

Fürstenfeldbruck

Konzertabsage sorgt für Enttäuschung bei Chorsängern

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Endlich wieder vor Publikum singen – darauf hatte sich der Philharmonische Chor sehr gefreut.

Fürstenfeldbruck – Geplant war ein corona-konformes A-Capella-Konzert im Kleinen Saal des Veranstaltungsforums. Doch das war vor dem drastischen Anstieg der Infiziertenzahlen. Der Auftritt musste abgesagt werden.

Die Enttäuschung bei allen Beteiligten ist groß. Das Konzert hätte zweimal stattfinden sollen, am Sonntag Nachmittag und am Abend, jeweils vor rund 70 Zuhörern. Per Online-Reservierung waren alle verfügbaren Plätze bereits ausgebucht. Statt Eintritt wurde um eine Spende für den Brucker Kulturverein gebeten. Auf dem einstündigen Programm stand vieles von dem, was der rund 80-köpfige Chor unter der Leitung von Andreas Obermayer seit der Wiederaufnahme des Gesangsbetriebs Mitte Juni einstudiert hat – teils allein zu Hause, teils in Proben mit maximal 30 Sängern.

„Liebeslieder aus fünf Jahrhunderten, von der elisabethanischen Zeit bis hin zu Annett Louisan und Hubert von Goisern – insgesamt wäre es ein sehr buntes Programm gewesen“, erzählt Chor-Vorsitzende Claudia Frisch. Um möglichst vielen Mitgliedern die Möglichkeit zum Auftritt zu geben, hatte man sich in zwei kleinere Gesangsformationen à 22 Leute aufgeteilt. Mit der aktuellen Verschärfung der Corona-Maßnahmen, die unter anderem ein Limit von 50 Personen bei Veranstaltungen vorschreiben, wäre das Konzert sowieso hinfällig gewesen. Doch die Absage von Seiten des Veranstaltungsforums kam bereits am Tag zuvor.

„Es wäre zu gewagt gewesen“, sagt Geschäftsführer Norbert Leinweber. 22 Sänger plus Dirigent plus Zuschauer – „das sind zu viele Menschen in einem zu kleinen Raum.“ Die Mindestabstände hätten nicht mehr gewährleistet werden können. Hinzu kommt, dass beim Singen mehr Aerosole ausgestoßen werden als beim Sprechen. „Natürlich möchten wir Veranstaltungen machen, aber über allem steht die Sicherheit“, betont Leinweber. Er verweist auf ein Jodelkonzert in der Schweiz, das sich im Nachhinein als Superspreader-Event erwies. „15 Leute auf der Bühne und 600 im Publikum – das hat die ganze Schweiz reingerissen.“

In Bruck denken unterdessen alle Beteiligten schon weiter. Der Philharmonische Chor ist entschlossen, sein neues Programm zu einem späteren Zeitpunkt zur Aufführung zu bringen. „Vielleicht im Mai, wenn sich das Pandemie-Geschehen hoffentlich beruhigt hat“, sagt Claudia Frisch.

Beim Veranstaltungsforum wartet man bezüglich des Adventsmarkts auf dem Klostergelände auf die weitere Entwicklung bei den Infektionen. Lässt dieses die Durchführung zu, kann sich Leinweber auch Chorauftritte vorstellen, vielleicht vor der beleuchteten Kirchenfassade oder auf der nach außen geöffneten Bühne des Stadtsaals. „Wir haben verschiedene Möglichkeiten“, so der Geschäftsführer. Generell gelte im Moment: „Draußen ist das neue Drinnen.“ ULRIKE OSMAN

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