Philharmonischer Chor

Der Kopf der Faschingskonzerte

In der Faschingszeit erbebt der Brucker Sparkassensaal regelmäßig vor Lachen. Verantwortlich dafür ist Günter Mayr. Der 78-Jährige organisierte dort vor 40 Jahren erstmals ein Faschingskonzert des Philharmonischen Chors.

Fürstenfeldbruck – „Mir ging es nie um die große Kunst, sondern eher um die Gaudi“, sagt Günter Mayr. Die Idee zu den Faschingskonzerten hatte der Brucker 1978. Damals suchte er nach Finanzierungsmöglichkeiten für den Philharmonischen Chor, den er 1975 gegründet hatte. In die närrische Zeit fiel das geplante Konzert eher zufällig. Der Zeitpunkt bot sich an, weil die Brucker Sparkasse genau für diese Tage jemanden suchte, der ihren neuen, großen Saal bespielen würde. „Seitdem dürfen wir jedes Jahr unsere Faschingskonzerte im Sparkassensaal aufführen“, sagt Mayr. „Sie sind eigentlich immer ausverkauft.“

Zu jedem Konzert gestaltete Mayr auch ein Plakat. Manche seien ihm gut gelungen, andere eher nicht so gut. Die Plakate aus den vergangenen 40 Jahren werden jetzt im Foyer der Brucker Sparkasse ausgestellt. „Ich habe kürzlich für unseren Chor eine interne Chronik mit allen Veranstaltungen seit der Gründung geschrieben“, sagt der Rentner. Dabei fielen ihm auch einige der alten Plakate in die Hände. „Da habe ich mir gedacht, es wäre doch eine schöne Idee, sie der Öffentlichkeit gesammelt zu präsentieren.“ Die Plakat-Sammlung kann man noch bis zum 27. Januar in der Sparkasse besichtigen.

In jungen Jahren hat Mayr Gesang und Schauspiel studiert, arbeitete dann einige Jahre als Bankkaufmann. Erst später konnte er seine Leidenschaft für Musik und Theater auch zum Beruf machen. Ab 1990 war er Chef der Stadthalle in Germering. Der Philharmonische Chor blieb sein zeitintensives Hobby. 2007 führte er das letzte Mal Regie beim Faschingskonzert. „Ich habe im Chor nur noch den Ehrenvorsitz inne, sonst mache ich nichts mehr“, sagt Mayr. „Irgendwann sollte man den Jüngeren das Feld überlassen.“

Die Handlung sei bei den Faschingskonzerten stets eher zweitrangig. „Zuerst muss man wissen, wer von den Chorsängern auch im Konzert mitwirken will, erst dann kann man sich ein daran angepasstes Stück überlegen“, sagt Mayr. Die Konzerte werden aus verschiedenen Stücken zusammengesetzt, eher eine bunte Mischung als eine zusammenhängende Geschichte. „Unter meiner Regie gab es oft Schlager und Opernarien“, sagt er. „Heute singen sie auch Poplieder, es ist moderner geworden. Das ist aber auch gut so.“

Pannen habe es in den vergangenen 40 Jahren öfter gegeben. „Das lag häufig an mir“, sagt der dreifache Großvater und schmunzelt. „Ich habe in jedem Konzert auch als Sänger mitgemacht. Oft musste ich mitten in der Szene so stark lachen, dass ich nicht weitersingen konnte.“ Das mache aber seiner Meinung nach den Reiz dieser Amateur-Konzerte aus. „Das Publikum wartet ja darauf, dass etwas schief geht. Wir wollten gar nicht so professionell sein, dann wäre es langweilig geworden.“

Auch heuer veranstaltet der Philharmonische Chor ein Faschingskonzert. Ab dem 27. Januar begrüßen die Sänger das Publikum im „Philharmonischen Spukschloss“, wo sich alle gemeinsam auf musikalische Geisterjagd begeben. Noch gibt es Karten für die zehn Vorstellungen. (kaw)

Die Faschingskonzerte

steigen an den Wochenenden, 27./28. Januar, 15 Uhr, 3./4. Februar, 15 und 19.30 Uhr, sowie 10./11. Februar, 15 und 19.30 Uhr. Karten für 17 oder 19 Euro gibt es am Montag, 15. und 22. Januar, sowie am Donnerstag, 18. und 25. Januar, von 14 bis 18 Uhr in der Sparkasse. Reservierung unter Telefon (0 81 41) 6 36 04.

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