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In den 70er-Jahren: KJR-Mitglieder befestigen am Straßenrand einen Schutzzaun, damit Kröten nicht von Autos überfahren werden.

Jugendverband feiert 70-jähriges Bestehen 

Die alten Zeiten des Jugendrings

Der Kreisjugendring Fürstenfeldbruck feiert sein 70-jähriges Bestehen. Damit gibt es den Jugendverband schon länger als die Bundesrepublik. Doch was machen dessen Mitglieder überhaupt?

Fürstenfeldbruck – Zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg gründet sich der Kreisjugendring Fürstenfeldbruck. Nach den Wirren des Krieges finden Kinder und Jugendliche im neuen Jugendverband Halt im Leben. Auch heute, 70 Jahre später, lebt der KJR vom Engagement vieler, meist junger Leute. Er versteht sich selbst als Sprachrohr und Anwalt der Jugendlichen. Innerhalb des Brucker KJR gibt es 23 weitere Jugendverbände. Diese vertreten insgesamt 35 000 junge Menschen im Alter bis 26 Jahren.

Vor Kurzem haben die KJR-Mitglieder das 70-jährige Bestehen gefeiert. Sie können auf eine erfolgreiche Vergangenheit blicken. Fast zeitgleich mit dem KJR entsteht der Bayerische Jugendring, unter dem sich alle Kreisverbände versammeln. Das Ziel: In enger Zusammenarbeit mit den Kommunen und Vereinen die Jugendarbeit verbessern. Seitdem pflegt der Kreisjugendring einen engen Kontakt zu den Jugendreferenten der jeweiligen Gemeinden und veranstaltet einmal im Jahr ein konstruktives Treffen mit den Kommunalpolitkern.

In den vergangenen Jahren hat sich viel getan beim Kreisjugendring

In den vergangenen Jahren hat sich innerhalb des Jugendrings vieles getan. Arbeit, die früher Zivildienstleistende übernahmen, müssen jetzt Ehrenamtliche oder Praktikanten erledigen. Dennoch gibt es ausreichend professionell geschultes Personal, das in Seminaren und Fortbildungen zum Beispiel Betreuern in Vereinen sinnvolle Tipps im Umgang mit Kindern an die Hand gibt. Rund 2500 Jugendleiter und ehrenamtliche Mitarbeiter sind in den einzelnen Unterverbänden im Landkreis aktiv.

Beim Kreisjugendring kann man sich zwar nicht mehr genau an den Anlass des oberen Fotos erinnern. Klar ist aber, dass es in den 70er Jahren aufgenommen wurde und wohl die Teilnehmer einer Schulung zeigt.

„Wir geben circa 80 Seminare im Jahr, viele davon an Schulen. Wir reden mit den Kindern unter anderem über eine gute Klassengemeinschaft und den richtigen Umgang mit Social Media“, erzählt die Vorsitzende Ines Sattler. Hauptsächlich eigene KJR-Betreuer, die in der Regel nicht älter als 29 Jahre alt sind, leiten die Seminare. „Die Jugendlichen und die Betreuer arbeiten meistens in kleinen Teams und die sollen gut zusammenpassen, darum geben wir eine Begrenzung für das Alter an“, erklärt Geschäftsführer Thomas Boll (48). Meistens arbeiten 60 ehrenamtliche Mitarbeiter für den Kreisjugendring, denn „nur mit Hauptamtlichen wäre das nicht zu stemmen“.

Die Zentrale des Kreisjugendrings

Die Zentrale des Jugendrings in Gelbenholzen – das Haus für Jugendarbeit – ist seit Jahrzehnten gut besucht. „Es gibt nicht mehr so viele Übernachtungen wie früher, aber die Seminare und Räume werden immer noch gut genutzt“, erzählt Boll.

Aktuell sind die Vorsitzende Ines Sattler und Geschäftsführer Thomas Boll (im rechten Bild) die Gesichter des Kreisjugendrings.

Auch für die Bildung der Kinder und Jugendlichen macht der Verband viel. „Zum Beispiel haben wir das Projekt Planspiel Kommunalpolitik, bei dem Schulklassen eine Gemeinderatssitzung nachspielen und dort in die Rolle der Politiker schlüpfen sollen. Dort lernen sie, wie das politische System direkt vor ihrer Haustür funktioniert“, erzählt Ines Sattler.

Außerdem organisierte der Kreisjugendring die Wahlbustour zur Bundestagswahl für Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren. Mehr als 1300 zukünftige Wähler gaben ihre Stimme ab. Ginge es nach ihnen hätte die Tierschutzpartei die AfD deutlich geschlagen.

Es sieht so aus, als würde der Kreisjugendring auch weiterhin eine wichtige Rolle in der Jugendarbeit des Landkreises spielen. Mit einem umfangreichen Seminarangebot, einem großen Materialverleih für Veranstaltungen und ungefähr 3500 Übernachtungen im Jahr gibt es für die Mitarbeiter und Helfer auch weiterhin viel zu tun.

Von Tom Eldersch

Das nächste Seminar

Das nächste Seminar ist am Donnerstag, 26. Oktober, von 19 bis 21.30 Uhr zum im Haus der Jugendarbeit. Das Thema: „Sexuelle Gewalt“. Der Eintritt ist frei. Die Jahresvollversammlung findet am 15. November ebenfalls im Haus der Jugendarbeit statt. Es werden 49 Delegierte plus Mitglieder und Ehrengäste erwartet. Der Eintritt ist für jeden kostenlos. Start ist um 19 Uhr.

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