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Im Krankenhaus Fürstenfeldbruck wurden 2017 18 500 Patienten stationär und 28 000 ambulant behandelt. 

Kreisklinik macht Gewinn – Das Problem ist ein anderes

Die Kreisklinik Fürstenfeldbruck wird auch 2018 wohl mit einem Gewinn abschließen. Das geht aus dem Bericht zur wirtschaftlichen Lage hervor, den Klinikchef Alfons Groitl nun im Kreistag vorstellte. Er erklärte auch, dass der Kampf um die Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt groß ist.

Fürstenfeldbruck -  „München wirbt nicht umsonst mit 8000 Euro Vermittlungsprämie“, sagte Groitl. In Bruck setzt man auf eine andere Strategie. Die lautet: Ausbilden. Aktuell beschäftigt die Klinik 32 Azubis zur Krankenschwester oder zum Krankenpfleger. „Weitere Auszubildende haben wir in sieben weiteren Berufen“, sagte Groitl. Einer davon ist der Anästhesietechnische Assistent, der dank einer Kooperation mit der SanAK München, einer Schule für Gesundheitsberufe 2017 und 2018 erstmals mit je einem Auszubildenden besetzt werden konnte.

Auf Anfrage von Kreisrat Peter Falk (SPD) erklärte Pflegedirektor Wilhelm Huber, dass es aus Klinik-Sicht kaum Fälle gebe, in denen arbeitswillige Asylbewerber aufgrund ihres Status keine Arbeitserlaubnis bekämen. Problematisch ist es laut Wilhelm, wenn der Mittlere Schulabschluss nicht vorliegt oder nicht anerkannt wird. Dann müssten die Bewerber den Umweg über die einjährige Ausbildung zur Pflegehilfskraft gehen, ehe sie die dreijährige Ausbildung zur Pflegekraft angehen können.

Finanziell schreibt die Klinik nach wie vor schwarze Zahlen. Die Überschüsse sind von 999 000 Euro im Jahr 2016 auf 566 000 Euro in 2017 gesunken. Und auch heuer geht Groitl von einem weiteren Rückgang aus. Allerdings plane man auch bei vorsichtiger Rechnung für 2018 wieder mit einem Überschuss. Das ist unter anderem auch den gestiegenen Erträgen zu verdanken. „Heuer liegen wir erstmals über 70 Millionen Euro Jahresumsatz“, sagte der Klinikchef.

Auf der anderen Seite sind jedoch die Personalkosten gestiegen. Die Steigerungen würden aktuell nur zum Teil von den Krankenkassen getragen. Ab 2019 sollen die Kassen die Mehrkosten nach einer Neuregelung aber zumindest beim Pflegepersonal komplett tragen. Gleichwohl machen die Personalkosten mehr als 71 Prozent des Haushalts der Klinik aus.

Insgesamt beschäftigt das Krankenhaus aktuell 119 Ärzte und 248 Kräfte in der Stationspflege. Bei den Behandlungen kann die Kreisklinik auf ein normales Jahr zurückblicken. Die Zahl der behandelten Patienten pro Jahr ist seit einiger Zeit stetig leicht steigend und liegt aktuell bei 18 500 Fällen. Dazu kommen 28 000 ambulant behandelte Personen. Die Verweildauer der stationär behandelten Patienten folgt hingegen dem allgemeinen Deutschland-Trend und ist rückläufig – von durchschnittlich 6,1 Tagen im Jahr 2012 auf nun 5,3 Tage.

Für die Zukunft will die Klinik unter anderem ihre Stroke Unit für Schlaganfälle in der Neurologie zertifizieren lassen. Außerdem ist geplant, die Palliativstation von derzeit sieben auf neun oder zehn Betten zu erweitern. Und nicht zuletzt steht ein Erweiterungsbau unter anderem für die Bereiche Herzkatheter und Intensivpflege auf der Agenda.  ad

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