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Jahresstatistik der Polizei

Kriminalität steigt in Bruck am stärksten

In keinem anderen Landkreis der Region ist die Kriminalität im Jahr 2016 derart stark gestiegen wie in Fürstenfeldbruck. Die offizielle Polizeistatistik weist eine Mehrung von 15 Prozent auf. Die Gründe sind vielgestaltig. Vereinfacht gesagt geht es letztlich um Einbrüche und Schlägereien.

Fürstenfeldbruck – Insgesamt werden in der Jahresstatistik des zuständigen Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord 8325 Straftaten im Landkreis Fürstenfeldbruck gezählt. Das sind 1091 Fälle mehr als im Vorjahr. Zwar stieg die Anzahl der Delikte auch in fast allen anderen Landkreisen (etwa in Ebersberg oder Neuburg-Schrobenhausen) teils im zweistelligen Bereich an, nirgends aber so sehr wie in Bruck. Gleichzeitig stieg dort die Aufklärungsquote um 0,9 Prozent auf 59,6 Prozent – das entspricht 4958 Delikten.

300 Diebstähle mehr

Das 15-Prozent-Phänomen in Bruck resultiert auch aus der Mehrung von Diebstählen. Waren es im Vorjahr 2254, so waren es im Jahr 2016 schon 2554 – das sind 30 Prozent der Gesamtkriminalität im Landkreis. Unter den 2554 Fällen waren 138 Wohnungseinbruchdiebstähle. Im Vorjahr gab es 73 Einbrüche – eine Steigerung fast um das Doppelte bei den Einbrüchen also. Bruck wird in der Statistik als „negativer Spitzenreiter“ bezeichnet.

Gewalt in Asylheimen

Eine große Rolle spielen dabei auch so genannte Rohheitsdelikte. Dazu gehört beispielsweise Körperverletzung, Raub oder Nötigung. 1400 Fälle wurden in die Landkreis-Statistik eingetragen. Im Jahr zuvor waren es 1155. Ganz allgemein – also im ganzen Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord – wird die Häufung solcher Delikte auf vermehrte Streitigkeiten zwischen Zuwanderern, vornehmlich in Asylunterkünften, zurückgeführt. Von den insgesamt 11 103 Rohheitsdelikten im Präsidiumsbereich werden 1817 Fälle Migranten zugeschrieben, 1422 davon ereigneten sich in Asylunterkünften.

Im öffentlichen Raum dagegen gab es gegenüber 2015 um 8,5 Prozent weniger Körperverletzungen. Sprich, vereinfacht gesagt: Wenn geschlägert wird, dann vor allem in den teils großen Asylunterkünften, in denen ja bekanntermaßen bisweilen eine Art Lagerkoller entsteht. Die Aufklärungsquote von Streitigkeiten in Asylheimen wird allgemein als hoch bezeichnet. Zu den 15 Prozent tragen aber auch (Internet-) Betrügereien bei und Rauschgift-Krimininalität. Letzteres kann freilich nur an vermehrten Kontrollen liegen.

Die Statistik schlüsselt die Zahlen auch nach dem Zuständigkeitsbereich der Inspektionen (PI) auf. Im Bereich der PI Fürstenfeldbruck wurden 3163 Straftaten gezählt, in Olching 2086, in Germering 2087 und in Gröbenzell 1625. Die höchste Aufklärungsquote weist die PI in Bruck auf: 64,2 Prozent. Es folgen Germering mit 61,2 Prozent, Olching mit 56,1 Prozent und Gröbenzell mit 55,1 Prozent.

Drei tödliche Unfälle

Die meisten Verkehrsunfälle passierten wiederum im Bereich der Brucker Inspektion. Hier waren es 1879. Dabei wurden 358 Menschen verletzt. Einer starb. Germering meldete 1674 Unfälle für die Statistik an. Verletzt wurden 261 Menschen, getötet einer.

Im Olchinger Bereich waren es 1200 Unfälle mit 240 Verletzten und ebenfalls einem Toten. In Gröbenzell 842 Unfälle mit 154 Verletzten und keinem Toten. Insgesamt starben auf den Straßen im Landkreis im Jahr 2016 also nach offizieller Statistik drei Menschen.

Der Feuerteufel

In der 15 Punkte umfassenden Liste mit dem Titel „Besondere Ereignisse in Schlagzeilen“ führt die Polizeistatistik drei Mal den Brucker Landkreis auf. Genannt werden der tragische Flugzeugabsturz in Jesenwang mit zwei Toten, die Mordtat in einem Weiler in Maisach und natürlich die Serie von nächtlichen Brandstiftungen an Autos in Fürstenfeldbruck. Der Täter wird im allgemeinen Feuerteufel genannt und konnte noch nicht gefunden werden.

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