Stellen im Kunsthaus aus (v.l.): Wolfgang Dietz, Ingryda Suokaite, Thomas Wieland, Roland Helmer, Ina von Jan und Erica Heisinger. foto: peter weber

11x7

Elf Künstler zeigen je sieben Werke

Fürstenfeldbruck – Kopfrechnen im Kunsthaus: 11x7 heißt die neue Ausstellung, die ab heute auf den zwei Etagen der Galerie in der ehemaligen Mühle von Fürstenfeld zu sehen ist. Die Lösung der Rechenaufgabe ist simpel: Elf Künstler zeigen je sieben Werke, darunter viel Konkret-Konstruktives, Abstraktes und Grafisches, aber auch Landschaftsbilder, Raumobjekte und Fotos.

Klar und schnörkellos wie der Titel der Ausstellung sind die Arbeiten der Starnbergerin Ina von Jan. Die 62-Jährige hat ein Faible für die Kraft und Ästhetik strahlender Farben. In ihren Werken stellt sie nicht ihr sonst dominantes Gelb, sondern Rot in den Mittelpunkt. Handgegossenes Plexiglas ist das Medium für deckende und transparente Farbflächen, die dank fluoreszierender Kontrastlinien miteinander zu kommunizieren scheinen.

Diagonale schwarze Linien durchziehen die Bilder von Ingryda Suokaité, aber um sie herum tobt umgebremste Farbigkeit. Mit den bunten Flächen löst die Künstlerin die Strenge auf, die ihre früheren Arbeiten bestimmte und von der sie sagt: „Ich hatte das Gefühl, ich kriege keine Luft mehr.“ Reliefartige und glatte Untergründe wechseln sich ab und verleihen den Bildern zusätzliche Lebendigkeit.

Farbflächen sind auch das Thema von Wolfgang Dietz. Er arbeitet mit den Teilungen des Goldenen Schnitts und pfeift bei der Form seiner Bilder auf Rechtwinkligkeit. So bezieht er geschickt die Wandfläche in seine Werke ein. Kontraste zwischen Malerischem und Strengem, Dramatik und Harmonie, Spannung und Ruhe bestimmen die Arbeiten von Inge Jacobsen. Erica Heisinger macht Kunst aus kunstfernen Materialien wie Glasplättchen und Klebefolien, die man normalerweise für Verkehrsschilder verwendet.

Vieles in der Ausstellung erscheint auf den ersten Blick gegensätzlich, und doch ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild. Landschaften können als Stimmungsbilder dargestellt werden, wie die Malerin Christiane Neuberger es tut. Oder sie werden in nüchternen Schwarz-Weiß-Fotos festgehalten und mit menschlichen Eingriffen in Beziehung gesetzt, wie es in den Fotos von Technikhistoriker Thomas Wieland geschieht.

Filigran wirken die handbemalten Plexiglasröhren von Trude Schumacher-Jansen. Harmonische Muster wandern in sanften Farben über das Material und lassen die Objekte leicht und schwebend erscheinen. Der 76-jährige Roland Helmer liefert nach einem halben Jahrhundert experimenteller Kunst erstmals Raumarbeiten ab – Objekte mit aufgemalten quadratischen Flächen, die aber unvollständig sind und den Betrachter zur Ergänzung auffordern.

So spannend wie sparsam ist Helmers Farbpalette: Zwei Grüns, die sowohl neben als auch transparent über Schwarz und Weiß gemalt werden, so dass zusätzliche Farbtöne entstehen. Thema der Lithografien von Karl Imhof sind grafische Grundmuster, während Rudolf Kämmer mit seinen Objekten den Betrachter in Bewegung bringt. Denn je nach Blickwinkel haben die gerahmten Werke aus Stiften, Kugeln und Holzelementen unterschiedliche Wirkungen. Besonders deutlich wird das dort, wo man selbst Hand anlegen darf – bei den Spielobjekten. Hier kann ein Muster symmetrischer Kreuze nach Herzenslust umgestaltet werden, was die unterschiedlichsten Wirkungen hervorruft. ulrike osman

Die Ausstellung 11x7

läuft vom heutigen 7. Oktober bis 6. November. Geöffnet ist sie jeweils von Dienstag bis Samstag, 13 bis 17 Uhr, sowie an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. Einstündige Führungen finden am 9., 12., 23., 26. Oktober und 2. November ab 15 Uhr statt. (os)

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