Die Polzstraße liegt nahe des Klinikums. Denn ein Krankenhaus hätte Sebastian Polz gerne finanziert. foto: weber

Fürstenfeldbruck

Der Kupferschmied mit dem großen Herzen

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Er war ein Kupferschmied mit großem Herz für seine Heimat. Sebastian Polz vermachte dem Markt Fürstenfeldbruck sein Vermögen – in Form seiner Polz’schen Bürgerunterstützungsstiftung. Aus diesem Grund wurde ihm eine Straße gewidmet.

FürstenfeldbruckSebastian Polz erblickte in einem Haus am Marktplatz im Jahr 1746 das Licht der Welt. Von 1760 bis 1818 arbeitete er in Bruck als Kupferschmied. Der Meister blieb seiner Heimat stets verbunden, auch als er nach München gezogen war. Denn drei Jahre vor seinem Tod, im Jahr 1821, wandte sich der Privatier an die Marktgemeinde. Da er Witwer sei und keine Nachkommen habe, wolle er ihr aus seinem Vermögen eine edelmütige Stiftung machen.

8000 Gulden stellte er zur Verfügung – aufgeteilt auf mehrere Empfänger. So erhielt die Marktschule 3000 Gulden für die Anstellung eines „Adstanten“ – sprich Hilfslehrers. Weitere 2000 Gulden erhielt die Marktgemeinde. Polz verfügte, dass die jährlichen Zinsen in Höhe von 100 Gulden als unverzinsliches Darlehen für hilfsbedürftige und würdige Handwerksmeister bereit gehalten werden sollten. Dieses müsse fristenweise zurückgezahlt werden.

Auch der Pfarrkirche stiftete der Kupferschmied 3000 Gulden, damit für alle Zeiten jeden Sonn- und Feiertag nach dem feierlichen Gottesdienst eine weitere heilige Messe gelesen werde. Diese Tagmessstiftung ging laut Rodatus-Chronik im Jahr 1865 ein, die übrigen hielten sich bis zur Inflation und überdauerten damit genau 100 Jahre. In einer weiteren Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1829, die alle Stiftungen aufführte, gab er dem Markt nochmal 1000 Gulden. Von diesem Geld sollte für Kinder armer Eltern jährlich das Schulgeld in Höhe von 50 Gulden gezahlt werden. Zudem merkte er an, dass er es gerne gesehen hätte, wenn man auf dem Platz der Leonhardikapelle nach seiner Idee gebaut hätte.

Einen weiteren Plan konnte Sebastian Polz nicht in die Tat umsetzen. Zeitlebens spielte er mit dem Gedanken, ein Krankenhaus in Bruck zu bauen. Er bot dem Markt sogar 8000 Gulden für die Gründung des Spitals an. Doch Widerstand der Bürger vereitelte den Plan des großherzigen Kupferschmiedes. Aber zumindest die Polzstraße ist direkt beim Klinikum angesiedelt.

Im Jahr 1824 starb Sebastian Polz. Neben dem Straßennamen erinnern auch Kupfergeschirre an den edelmütigen Brucker Bürger, die in manchen Häusern standen. So stifteten die Eheleute Rössig aus der Augsburger Straße einst dem Heimatmuseum eine Bratraine, wie in der Rodatus-Chronik zu lesen ist.

Die Serie:

Viele Straßen in Fürstenfeldbruck sind nach verdienten Bürgern, Künstlern und Äbten benannt. In der Tagblatt-Serie werden die Persönlichkeiten vorgestellt.

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