Das Kunstwerk und sein Schöpfer Siegfried Kreitnerbeim Aufbau. Mittlerweile steht die Säule. foto: gierschewski

Kulturstiftung

Lände bekommt lebendiges Kunstwerk

Fürstenfeldbruck – „Minimal-kinetische Kunst“ nennt Siegfried Kreitner seinen Stil. Der Künstler aus Essenbach (Landkreis Landshut) arbeitet seit 1996 an beweglichen, meist beleuchteten Objekten. Mit „minimal“ meint er schlicht, einfach, langsam. „Kinetisch“ steht für die Bewegungen, die die Kunstwerke ausführen.

Sie pulsieren, öffnen und schließen sich, dabei dringt Licht nach außen und verschwindet fast wieder vollständig. „Die Werke sollen die Welt entschleunigen, dabei aber bewusst bescheiden bleiben“, erklärt Kreitner. Aufwendige Verzierungen sucht man hier vergebens. Seine Kunst stößt nicht vor den Kopf, sie soll zum Verweilen und Innehalten einladen, ohne aufdringlich zu sein. Der Betrachter wird nicht gefesselt, außer er möchte dies.

Die verbaute Mechanik, die Scharniere und kleinen Elektromotoren, sind oft offen sichtbar verbaut, manchmal etwas versteckt hinter Aluminiumplatten oder Plexiglas. Der Betrachter soll die bewusst fast unangenehm langsamen Bewegungen erfahren.

Zusammen mit der Kulturstiftung Derriks konnte Auf der Lände ein neues, dauerhaftes Zuhause für eine von Kreitners Schöpfungen gefunden werden. Zu den schon vorhandenen Kunstwerken in der Stadt auf dem so genannten Skulpturenweg kommt nun die Arbeit mit dem Titel „IV 2003“, Konkret handelt es sich um eine vier Meter Hohe Säule aus verzinktem Aluminium. Auf 2,50 Metern sind Paneele angebracht, welche sich vom Zentrum weg und nach oben bewegen, um sich dann wieder zu schließen. Das ganze genau im Ein-Minuten-Rhythmus. Dabei dringt sanftes blaues Licht nach außen.

Der Weg zur funktionierenden Skulptur war allerdings steinig. Eine derart hohe Säule bedarf laut bayerischer Bauordnung eines Bauantrags, dieser muss von Architekten und Statikern abgesegnet werden. Dazu kommt, dass es sich in Ampernähe um Überschwemmungsgebiet handelt und laut Wasserwirtschaftsamt eine wasserrechtliche Genehmigung erteilt werden musste. Unter anderem war es nötig, ein 1,20 Meter tiefes Betonfundament vom Bauhof der Stadt gießen zu lassen, auf dem die Säule dauerhaft stabil stehen soll.

Das Kunstwerk wird durch einen Elektromotor angetrieben und durch LED-Lichtleisten beleuchtet, es benötigt gerade einmal 55 Watt. Über eine Zeitschaltuhr wird die Skulptur abends zu Sonnenuntergang eingeschaltet und nachts wieder ausgehen. Das Kunstwerk wird im November offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. (mg)

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