Neustrukturierung

Längere Wege für Bereitschaftsärzte

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) strukturiert den ärztlichen Bereitschaftsdienst bayernweit um. Dabei kommt es unter anderem zur Zusammenlegung bisher eigenständiger Dienstbezirke. Für Patienten im Landkreis Fürstenfeldbruck kann das bedeuten, dass sie künftig länger auf einen Bereitschaftsarzt warten müssen.

Fürstenfeldbruck  Was tun, wenn man abends, nachts oder am Wochenende zwar nicht lebensbedrohlich erkrankt ist, aber dennoch einen Arzt braucht? Für diese Fälle gibt es den ärztlichen Bereitschaftsdienst, der unter der Nummer 116 117 erreichbar ist. Patienten können entweder selbst zur nächstgelegenen Bereitschaftspraxis kommen oder den diensthabenden Arzt zu sich nach Hause rufen.

Neue Regelgreift ab Mai

Bislang waren die 60 Ärzte der Bereitschaftsgruppe Fürstenfeldbruck ausschließlich im Landkreis im Einsatz. Durch die Reform, die Ende Mai im Landkreis greift, vergrößert sich das Einsatzgebiet, denn: Die Bereitschaftsbezirke Fürstenfeldbruck und Dachau werden zusammengelegt. „Man muss das sehr differenziert betrachten“, sagt Allgemeinmedizinerin Angelika Bartelheimer, die den Bereitschaftsdienst in Fürstenfeldbruck koordiniert.

Kliniken sollenentlastet werden

„Die Notfallversorgung in den Krankenhäusern wird entlastet. Aber für die Bereitschaftsdienstgruppe bedeutet die Umstrukturierung mehr Arbeit.“ Zwar steigt die Zahl der Ärzte im Bereitschaftsdienst durch die Zusammenlegung auf etwa 250 an, dennoch entstehen auch einige Versorgungsknackpunkte, die es zu lösen gilt, so Bartelheimer.

LängereFahrstrecken

Ein Hauptkritikpunkt der Ärzteschaft sind die längeren Wege. So könne es nach der Neuordnung passieren, dass ein Arzt von einem Hausbesuch beispielsweise in Schöngeising als nächstes zu einem Patienten in Petershausen gerufen werde und dementsprechend lange unterwegs sei. Dieses Szenario droht vor allem unter der Woche. Dann ist ein Arzt allein für den gesamten Bezirk zuständig.

Auch in Sachen Bereitschaftspraxen könnte es Probleme geben. Im neuen Dienstbezirk gibt es mit den Praxen in den Krankenhäusern Fürstenfeldbruck, Dachau und Markt Indersdorf insgesamt drei davon.

Bereitschaftspraxen müssen früher öffnen

Diese müssen künftig bereits ab 18 Uhr geöffnet sein. „Der reguläre Praxisbetrieb geht bei vielen Kollegen aber bis 19 Uhr“, erläutert Angelika Bartelheimer. Nicht weniger als zwölf Ärzte müssen am Wochenende die verschiedenen Standorte besetzen. Ein weiterer Grund, der die KBV zu den umfassenden Änderungen veranlasst, ist im Brucker Raum eigentlich kein Problem: die Überalterung der Ärzteschaft. Ab 62 Jahren sind Ärzte vom Bereitschaftsdienst befreit. Das führt in manchen Teilen Bayerns zu einem Ärztemangel in diesem Sektor.

Nachts zuzweit unterwegs

Werner Kainzinger, der langjährige Obmann des Ärztlichen Kreisverbandes in Fürstenfeldbruck, hätte den Bereitschaftsdienst in Fürstenfeldbruck am liebsten so behalten, wie er jetzt ist. Dennoch sieht er in der Reform auch einen positiven Effekt. Den Bereitschaftsärzten wird künftig ein Fahrer zur Verfügung gestellt, der auch medizinisch ausgebildet ist und im Notfall unterstützend tätig werden kann. „Gerade auch für junge Kollegen ist es gut, dass sie in der Dunkelheit vor allem bei Einsätzen auf dem Land nicht länger alleine unterwegs sind.“ (seo)

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