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Der Landkreis bietet eine Vielzahl an historischen Funden.

Ausstellungsprojekt

Hier kommt Archäologie zu den Menschen

Im Landkreis sind schon sehr viele historische Raritäten ausgegraben wurden. Ein außergewöhnliches Projekt bringt diese Fundstücke nun näher zu den Menschen.

Landkreis Der Historische Verein Fürstenfeldbruck hat am Mittwoch seine neue Aktion „Boden-Schätze“ gestartet. An 31 verschiedenen Ausstellungsorten im ganzen Landkreis werden archäologische Fundstücke zu sehen sein, die an diesen Orten gefunden worden sind. Die Exponate werden in Bankfilialen in den Kommunen präsentiert. Boden-Schätze läuft von 31. Mai bis 27. September. Anna Ulrike Bergheim, Vorsitzende des Historischen Vereins Fürstenfeldbruck, hatte die Idee zu der ungewöhnlichen Schau.

Anna Ulrike Bergheim

Was erwartet die Besucher bei der Ausstellung „Boden-Schätze“?

Bei jeder einzelnen Station können die Besucher ein besonderes archäologisches Fundstück aus der Umgebung sehen. Einige wurden noch nie gezeigt, da sie aus Depots oder Privatsammlungen kommen. Es sind Stücke, die für die Geschichte des Landkreises Fürstenfeldbruck eine besondere Bedeutung haben.

Wie kam es zu der Idee für die Ausstellung?

Wir arbeiten mit vielen anderen Vereinen zusammen. Vor zwei Jahren habe ich einen Katalog des Pfahlbautenmuseums in Unteruhldingen gesehen, die haben dort etwas Ähnliches gemacht. Ich war gleich wie elektrisiert von dieser ausgefallenen Idee und wollte das dann natürlich auch bei uns im Landkreis Fürstenfeldbruck umsetzen.

Was soll die dezentrale Schau „Boden-Schätze“ eigentlich bewirken?

Wir wollen die Menschen sensibilisieren für die große Bedeutung von Archäologie im Landkreis. Man sieht immer die gleichen Leute ins Museum gehen. Wir wollen auch neue Leute dazu bringen, sich mit Fundstücken zu beschäftigen. Deshalb haben wir den dazugehörigen Katalog ganz bewusst so gestaltet, dass er für Jedermann verständlich ist. Ich habe immer Wert auf vernünftige Sprache gelegt. Zu den Studenten, die den Katalog mitgestaltet haben, habe ich immer gesagt: „Wenn ich das nicht verstehe, dann kommt das nicht rein. Denn dann verstehen es die anderen Leute sicher auch nicht.“

Gibt es besondere Schmankerl zu sehen?

In Hattenhofen gibt es etwa die frühesten Hinterlassenschaften von Menschen zu sehen. Im Museum Fürstenfeldbruck ist ein Obsidian ausgestellt, der vor 8000 Jahren von den griechischen Inseln ins Haspelmoor kam. Ein Regenbogenschüsselchen aus Grunertshofen ist der früheste archäologische Fund im Landkreis. Diese Münze wurde 1763 von einem Schweinehirten entdeckt. Sie war immer in Besitz der Familie Weiß, deren Vorfahre die Münze damals gekauft hat. Im Original war diese Münze also noch nie ausgestellt.

Gibt es weitere Veranstaltungen rund um die Ausstellung?

In einigen Gemeinden gibt es Vorträge. Dabei wird aber nicht nur über das dort ausgestellte Fundstück referiert, sondern auch über die Exponate in den anderen Orten. Ab Montag, 2. September, werden dann alle Stücke im Landratsamt zu sehen sein. Am Sonntag, 8. September, dem Denkmaltag, öffnet das Landratsamt extra, damit die Stücke an diesem Tag besichtigt werden können.

So können Sie alles sehen

Alle Ausstellungsorte und Öffnungszeiten sowie die Termine aller Vorträge sind auf www.historischer.verein.ffb.org zu finden. Erster Vortrag ist am Montag, 3. Juni, 18.30 Uhr, bei der VHS am Niederbronner Platz 5 in Fürstenfeldbruck: „Funde und ihre Geschichten aus Fürstenfeldbruck, Emmering, Alling, Eichenau und dem Landkreis“ (Friedrich Aneder).

Den Flyer und den Katalog mit ausführlichen Informationen zu den einzelnen Exponaten gibt es in den Rathäusern in Althegnenberg, Maisach und Mammendorf sowie im Klosterladen Fürstenfeld, im Museum Fürstenfeldbruck, im Museum „Zeit und Raum“ in Germering, im „Schichtwerk“ in Gilching, in der Buchhandlung Lesezeichen in Germering, in der Litera-Buchhandlung in Gröbenzell, in der Buchhandlung Rezai in Eichenau, im Buchladen in Olching und in der Buchhandlung Bräunling in Puchheim.

In den Nachbarlandkreisen Starnberg und München gibt es auch Ausstellungsstücke im Rahmen der Aktion Boden-Schätze. In Gauting in der Kreissparkasse, Bahnhofstraße 13, ist ein Augensalbenstempel aus dem alten Rom ausgestellt. Im Rathaus in Gilching, Rathausplatz 1, gibt es einen Radanhänger, ein beliebtes Schmuckstück aus der Bronzezeit, zu bestaunen.

Im Landratsamt Fürstenfeldbruck sind dann alle Exponate zu sehen, und zwar von Montag, 2. September, bis Freitag, 27. September. Die Öffnungszeiten dieser zentralen Schau sind montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr.

Laura Edele

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